Apple-empfohlenes Spiel Beholder: Kannst du dein Handeln mit deinem Gewissen vereinbaren?

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Mel 20. Mai 2017, 08:46 Uhr

Das neue Premium-Spiel Beholder ist in einer düsteren, dystopischen Zukunft angelegt.

Beholder 1

Beholder (App Store-Link) wird gegenwärtig auch von Apple an gleich zwei Stellen im App Store beworben: Zum einen findet sich die 5,49 Euro teure Universal-App in der Bannerrotation, zusammen mit der Frage, die auch wir schon für die Artikel-Überschrift gewählt haben - „Kannst du dein Handeln mit deinem Gewissen vereinbaren?“. Darüber hinaus wird das ab iOS 10.0 zu installierende und 844 MB große Beholder auch in der App-Sammlung „Unsere neuen Lieblingsspiele“ gelistet.

Das Szenario von Beholder (engl. „Betrachter“) erinnert sehr schnell an das Oscar-prämierte deutsche Drama „Das Leben der Anderen“. Auch in diesem Spiel dreht sich alles um einen totalitären Staat, in dem staatliche Überwachung des privaten und öffentlichen Lebens an der Tagesordnung sind. „Die Gesetze sind unterdrückend. Die Überwachung ist absolut. Eine Privatsphäre gibt es nicht. Du bist ein vom Staat eingesetzter Manager eines Wohnblocks“, so das Setting laut der Entwickler von Warm Lamp Games.

In dieser Rolle wird man als Spieler vom fiktiven Staatsorgan angewiesen, die Mieter des Wohnhauses auszuspionieren. Ähnlich wie auch Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler (Ulrich Mühe) in „Das Leben der Anderen“ den Theaterschriftsteller Georg Dreyman (Sebastian Koch) observiert, ist es auch in Beholder die Aufgabe, Wanzen in den Wohnungen der Mieter zu verlegen, ihr Hab und Gut nach verbotenem Material zu durchsuchen, Profile für die Autorität zu erstellen und entsprechend Bericht über verletzte Gesetze oder mögliche bevorstehende staatsgefährdende Aktivitäten zu erstatten.

Gameplay im Point-and-Click-Stil

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Wer nun denkt, ein moralisch verwerfliches Gameplay vor sich zu haben, sei beruhigt: „In Beholder geht es um das Treffen von Entscheidungen - und deren Folgen“, so die Aussage der Entwickler. Es ist also möglich, dem Staat auf eigenes Risiko Informationen vorzubehalten und sich stattdessen auf die Seite der Mieter zu schlagen, Mitleid walten zu lassen - und dann mit den entsprechenden Konsequenzen leben zu müssen. Denn: Jede noch so kleine Entscheidung beeinflusst die Handlung und kann katastrophale Auswirkungen haben.

Gespielt werden kann dieser im weitesten Sinne als Abenteuer zu bezeichnende Titel in einem schweren „Regierungs-Elite“- oder auch in einem leichteren „Im Training“-Modus. Immer wieder wird man mit speziellen Aufgaben des Ministeriums ausgestattet, denen man nach Möglichkeit - und eigenem Ermessen - nachkommt. In bester Point-and-Click-Manier spricht man unter anderem auf den Fluren des Hauses mit Mietern, sammelt Informationen, schaut durch Schlüssellöcher der Wohnungen, verwaltet ein eigenes Inventar, kauft Gegenstände von Händlern und nutzt ein Telefon, um das Ministerium anzurufen.

Pflichtdownload für Fans von Spielen wie This War Of Mine

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Stehen zu Beginn noch drei zu observierende Wohnungen bereit, können diese im Verlauf des Spiels um weitere drei auf insgesamt sechs erweitert werden. Die Mieter sucht man sich dabei selbst aus - nicht immer sind die am vertrauenswürdig aussehenden Personen auch die, für die man sie hält. Und natürlich muss man sich um die Belange der eigenen Familie, die in der Kellerwohnung untergebracht ist, kümmern. Der Sohn braucht fürs Studium seltene Bücher, die Frau hat ihren Kochtopf verloren - und man selbst muss sich um die verlorene Puppe der Tochter kümmern.

Insgesamt ist Beholder ein wirklich spannendes Abenteuer im Point-and-Click-Stil, das grundlegende Fragen über Moral und Gewissen aufwirft. Wer sich schon für Titel wie das ähnlich eindrucksvolle This War Of Mine (App Store-Link) begeistern konnte, sollte auch Beholder als Pflicht-Download betrachten. Die 5,49 Euro sind wahrlich gut investiert - wie auch die zahlreichen Fünf-Sterne-Bewertungen der Rezensenten im App Store deutlich aufzeigen.

Beholder
Entwickler: Creative Mobile
Preis: 5,49 €

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Kommentare2 Antworten

  1. KaM! sagt:

    Zu teuer

  2. Patrick sagt:

    Zu billig

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