Auswirkung des Brexits: App Store-Preise in Großbritannien steigen um mehr als 25 Prozent

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Mel 17. Januar 2017, 17:00 Uhr

Im vergangenen Jahr sorgte das Thema Brexit für große Schockmomente auf internationaler Bühne. Nun zeigen sich erste Auswirkungen auch im App Store.

App Store

Wie das englischsprachige Tech-News-Portal 9to5Mac berichtet, zieht Apple ab sofort an der Preisschraube im App Store Großbritanniens, und erhöht dort die Preise für Inhalte um mehr als 25 Prozent. Ebenfalls von diesen Anpassungen betroffen sind die Märkte in der Türkei und Indien, die sich ebenfalls auf preisintensivere Apps einstellen müssen.

Großbritannien zählt zu einem der größten und wichtigsten Absatzmärkte für Apple. Bedingt durch das seit der Brexit-Abstimmung im freien Fall befindliche Britische Pfund und dem damit verbundenen Verlust an Kaufkraft sah sich der Konzern aus Cupertino gezwungen, Preisänderungen vorzunehmen. Waren die bisher günstigsten Apps im UK App Store für 0,79 GBP zu haben, steigt der Preis nun auf 0,99 GBP an. Zum Vergleich: In den USA kostet die günstigste App derzeit 0,99 USD, in Deutschland sind es 0,99 Euro.

Der Preissprung pendelt sich daher bei ca. 25 Prozent ein und betrifft auch die anderen Preisstufen im App Store Großbritanniens. Statt sonst üblicher 1,49 GBP werden in den nächsten Tagen 1,99 GBP fällig, die Freischaltung aller Level in Super Mario Run per In-App-Kauf schlägt dann mit 9,99 GBP zu Buche statt bisher veranschlagter 7,99 GBP. Wie 9to5Mac berichtet, „informiert Apple ab heute die Entwickler im Hinblick auf den iOS- und Mac App Store, wird aber die Preiserhöhungen wohl auch im iTunes Store für TV-Sendungen, Filme und eBooks umsetzen.“

Deutscher App Store: Letzte Preiserhöhung im Januar 2015

Ein Sprecher von Apple äußerte sich zu dieser Thematik wie folgt gegenüber dem Magazin Engadget: „Die Preisstufen im App Store basieren international auf der Grundlage mehrerer Faktoren, darunter Wechselkurse, Geschäftspraktiken, Steuern und den Kosten für die Geschäftstätigkeit. Diese Faktoren variieren von Region zu Region und im Laufe der Zeit.“

Auch der deutsche App Store war in den vergangenen Jahren kontinuierlichen Preissteigerungen ausgesetzt. Im Verlauf der letzten Jahre waren in der zweiten Preisstufe beispielsweise Erhöhungen von 1,59 Euro auf 1,79 Euro und zuletzt auf 1,99 Euro zu beobachten. Vor allem der Preissprung im Oktober 2012, während dessen Apps in vielen europäischen Ländern quasi über Nacht um bis zu 17 Prozent teurer wurden, sorgte für einigen Unmut in der Apple-Gemeinde. Ein Grund damals war vor allem der Dollarkurs, der zu dieser Zeit merklich einbrach.

Die letzte Preiserhöhung erfuhren EU-Kunden Anfang Januar 2015, während der die Preise einheitlich auf Summen von 99 Cent hinter dem Komma aufgerundet worden sind. Besonders in höheren Preiskategorien fiel die Erhöhung deutlich stärker aus als in niedrigeren Preisstufen. Damals begründete Apple diesen Schritt mit geänderten Wechselkursen und neuen Mehrwertsteuer-Regelungen innerhalb der EU.

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Kommentare7 Antworten

  1. iDonnie sagt:

    Da fällt mir nur eine Sache dazu ein:

    Ha Ha

  2. Chrissie sagt:

    Na ja, das kann uns hier natürlich auch noch bevorstehen 😅

  3. otto sagt:

    Ich amüsiere mich über die über künftige Strafzölle jubelnden US-Amerikaner.

    Ob die schon einmal darüber nachgedacht haben, wer die Strafzölle zahlen wird?

  4. Reg sagt:

    Apple mag ja berechtigt handeln, wenn es um Anpassungen nach oben geht, jedoch verzichten sie gerne auf die Korrektur nach unten, wenn sich der Kurs wieder beim Altem stabilisiert.

  5. richtei sagt:

    Das ist erst der Anfang. Die Briten werden sich noch über die Rechnung vom 23. Juni 2016 wundern.

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