Conrad Connect: Smart Home-Dienst von Conrad zum herstellerunabhängigen Steuerung

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Mel 07. November 2017, 19:45 Uhr

Immer mehr Haushalte in deutschen Landen setzen auf vernetzte Geräte wie Heizung, Lampen oder Lautsprecher. Mit Conrad Connect können sie herstellerunabhängig angesteuert werden.

Conrad Connect 1

Der große Elektronikkonzern Conrad ist sonst vor allem für Gadgets und Elektroartikel aller Art bekannt. Nun jedoch macht das Unternehmen mit einer neuen Dienstleistung auf sich aufmerksam, die aktuell noch kostenlos getestet werden kann - Conrad Connect. Der Smart Home-Dienst soll ein großes Problem lösen, das Besitzer von vernetzten Geräten momentan noch den Kopf zerbricht: Unterschiedliche Standards machen eine gemeinsame Nutzung unmöglich.

Mit Conrad Connect soll es, ähnlich wie beim bekannten Dienst IFTTT, möglich sein, spezielle Routinen, von Conrad als „Projekte“ bezeichnet, einzurichten, und damit auch herstellerunabhängig eigene Smart Home-Geräte anzusteuern - ganz ohne zusätzliche Modifikationen, kostenpflichtigem Zubehör oder weiteren Downloads.

Bereits zum Start stehen viele namhafte Partnerfirmen bereit, mit denen sich Conrad Connect nutzen lässt, darunter Fitbit, Garmin, Netatmo, Philips Hue, Logitech, Polar, Devolo, Amazon Echo, Somfy, Google Home, Jawbone, Honeywell, Nest und Raspberry Pi. Als unterstützte Apps und Services sind Projekte mit E-Mails, Nachrichten, Wetter, Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Twitter, Google Sheets, Slack, IFTTT, AirVisual, Amazon Alexa, Google Home, Amazon Alexa, Google Calendar und weitere möglich, zusätzliche Services und Hersteller sollen folgen.

Komplexere Abläufe als mit IFTTT möglich

Conrad Connect 2

Conrad Connect erlaubt es dem Nutzer, über eine eigene Webplattform nach vorheriger kostenloser Anmeldung eigene Projekte per Drag-and-Drop über ein eigenes Dashboard zu erstellen. Die Bedienung kann natürlich auch über den Browser auf iPhone oder iPad erfolgen. Laut eigener Aussage von Conrad sollen damit noch komplexere Abläufe möglich sein, als es beispielsweise mit den Trigger-Action-Kombinationen von IFTTT der Fall ist.

Ein Beispiel: Ein Nutzer nimmt sich vor, mindestens 10.000 Schritte am Tag zu laufen. Sind diese abends um 19 Uhr noch nicht erreicht, werden im Zehn-Minuten-Takt Erinnerungen per SMS auf das Smartphone gesandt und eine Philips Hue-Leuchte im Wohnzimmer leuchtet rot, bis das Ziel erreicht habe. Was aber, wenn es draußen nasskalt ist, und man bei diesem Wetter nicht raus will oder kann? Mit Hilfe von Conrad Connect kann man zusätzlich festlegen, dass der Alarm nur dann losgeht, wenn es nicht regnet und/oder die Temperatur mehr als XY Grad Celsius beträgt – und der Nutzer stattdessen dezenter durch die Gelbfärbung der Philips Hue auf die Schritte-Aufgabe hingewiesen werden möchte.

Wem das Erstellen von diesen „Projekten“ selbst zu aufwändig ist, kann außerdem auf eine Community zurückgreifen, in der technikversierte User ihre eigenen Projekte hochladen und anderen Nutzern zur Verfügung stellen können. Auch Rankings für die beliebtesten smarten Projekte der Community sind vorhanden. Sicherheitstechnisch setzt Conrad auf Server mit Standorten in Westeuropa sowie einen Datentransfer mit aktuellster SSL-Verschlüsselung. Auch wie Weitergabe von Nutzerdaten an Dritte erfolgt nicht. Wer sich für den Conrad Connect-Dienst interessiert, kann sich auf der Website des Unternehmens anmelden.

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Kommentare6 Antworten

  1. icarus sagt:

    Was heißt „vorerst“ kostenlos? Sind Abo kosten geplant?

  2. spaggi sagt:

    Lieber einem Anbieter, dem man Zugriff auf sein Zuhause gibt ein bisschen was zahlen oder? Hört sich ja wirklich äußerst vielversprechend an!

    • zeroG sagt:

      Ich würde gar keinem Hersteller Zugriff auf meine Haussteuerung geben. Erst recht nicht solange es Lösungen gibt, die ohne eine Conrad*-Cloud auskommen.
      (Conrad ist hier als Platzhalter für irgendeinen Hersteller zu verstehen)

  3. Wickie sagt:

    Nette Idee von Conrad, bisher kann man aber zu wenig implementieren. Bis es annähernd an fhem ran kommt, müssen die noch viel machen. Die Idee einen pi einzubinden fand ich erst vielversprechend, wenn ich es richtig sehe, dann können da nur weitere Bauteile von Conrad für den pi implementiert werden. Irgend was is ja immer 😉
    Und ja, alternativ könnte ich Conrad auch eine Inventarliste meiner Hue‘s&Co‘s senden. Da halte ich die Funktionalität für‘s Haus lieber im Haus.

    • zeroG sagt:

      Genauso sehe ich das auch. Zumal, wenn man sich eh schon einen Pi hinstellt, braucht man keine Cloud. Da kommt dann Raspbian, Homegear und OpenHAB drauf und fertig. Von unterwegs kommt man per VPN ran. Nix mit proprietärer Cloud.

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