Fitbit Ionic: Diese Fitness-Smartwatch ist in einem Apple-Blog ein echter David

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Fabian 08. November 2017, 15:58 Uhr

Vor einigen Wochen haben wir die Fitbit Ionic zu einem Test erhalten. Die Bewertung fällt uns in diesem Fall richtig schwer.

Product line up of all Ionic bands

So schwer ist mir eine Bewertung eines Produkts wohl noch nie gefallen. Denn immerhin tritt die neue Fitbit Ionic gegen einen schier übermächtigen Gegner an: Die Apple Watch. Dass die meistverkaufte Uhr der Welt gerade in einem Apple-Blog so etwas wie eine Vormachtstellung genießt, sollte wohl klar sein. Und dass ich hier nicht unbedingt eine Empfehlung für Android-Nutzer schreibe, für die die Fitbit Ionic definitiv gut genug wäre, dürfte auch klar sein.

Und zumindest aus Sicht eines Apple-Nutzers ist es am Ende ein ungleiches Duell, soviel kann ich bereits vorwegnehmen. Immerhin bekommt man die Apple Watch Series 2 bereits für weniger Geld und auch die neue Series 3 ohne Mobilfunkoption kostet ähnlich viel wie die Fitbit Ionic.

Fitbit Ionic gegen Apple Watch: Ein ungleiches Duell

Auch in Sachen App-Auswahl hat die Apple Watch mit ihrem riesigen Ökosystem natürlich klar die Nase vorn. Egal ob ich mein Türschloss öffnen, meine Lampen steuern, eine Verbindung im Nahverkehr nachschlagen oder die neusten Tweets abrufen möchte - all das und noch viel mehr ist mit der Apple Watch möglich. Die Fitbit Ionic bietet dagegen nur einige ausgewählte Apps an, wie etwa eine Wetter-Anwendung oder eine App zur Musiksteuerung.

Und ich könnte noch einen Schritt weiter gehen: Während man auf der Apple Watch eingehende Nachrichten beantworten kann, sei es per Spracheingabe, Textvorlage oder eine manuelle Texteingabe per Finger, kann man auf der Fitbit Ionic keine Nachrichten beantworten, ganz egal ob Facebook Messenger, iMessage oder WhatsApp.

Fitbit Ionic 2

So sehr ich die Produkte von Fitbit auch mag: Während die bisherigen, kleinen und günstigen Fitness-Tracker vor allem aufgrund von Preis und Formfaktor eine echte Alternative zur Apple Watch waren, ist die Fitbit Ionic wohl nur für Fitness-Freaks eine echte Alternative zur Apple-Uhr.

Denn genau auf diesem Segment kann die Uhr punkten: Selbst wenn man per Bluetooth Musik hört, die GPS-Aufzeichnung nutzt und den Puls überwacht, kann man mit der Fitbit Ionic locker einen Marathon laufen. Um das mit der Apple Watch zu schaffen, muss man schon wirklich flott unterwegs sein - und die meisten appgefahren-Leser dürften wohl mehr als drei Stunden für die gut 42 Kilometer benötigen. Mit der Fitbit Ionic können Aktivitäten über einen Zeitraum von bis zu 10 Stunden aufgezeichnet werden - das ist ein wirklich toller Wert.

Neben der Akkulaufzeit von mehr als vier Tagen sind es vor allem die Fitness-Funktionen, mit der die Fitbit Ionic punkten kann. Wie mittlerweile verschiedene Testberichte gezeigt haben, ist die Pulsmessung etwas genauer als bei der Apple Watch, vor allem unter Belastung in höheren Pulsregionen. Den Unterschied macht hier die verwendete Technik, Fitbit setzt zur Pulsmessung rotes Licht mit Infratot-LEDs ein, die genauer arbeiten als das grüne Licht der Apple-Smartwatch.

Fitbit Ionic 1

Im Alltag hat die Fitbit Ionic in den letzten Tagen übrigens eine sehr gute Figur gemacht, ich habe die Uhr ans Handgelenk meiner Schwiegermutter geschnallt. Sie hatte bereits zuvor einen Fitness-Tracker von Fitbit, was die Einrichtung erheblich erleichtert hat. Wichtig in diesem Zusammenhang ist nur: Alle Apps, die Benachrichtigungen auf der Fitbit Ionic anzeigen sollen, müssen in den Einstellungen der Fitbit-App ausgewählt werden - das kann man schon einmal übersehen.

In Sachen Tragekomfort hatte das Versuchskaninchen übrigens nichts einzuwenden, obwohl es die Fitbit Ionic ja nur in einer universellen Größe gibt und nicht in einer kleineren Version, wie es bei der Apple Watch der Fall ist. Am Handgelenk wird die smarte Uhr von Fitbit nicht ganz so klobig, was vor allem auf das flachere Design zurückzuführen ist.

Am Ende ist die Ionic wohl der beste Fitness-Tracker von Fitbit, der es bisher auf den Markt geschafft hat. Zumindest im Apple-Umfeld hat sich der Hersteller aber einen schier übermächtigen Konkurrenten ausgesucht, der deutlich mehr Funktionen bietet, so dass die Fitbit Ionic nur bei den Fitness-Funktionen die Nase vorn hat.

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Kommentare12 Antworten

  1. robb sagt:

    Nach der Apple Watch 1 und der Series 2 bin ich nun bei der Garmin Fenix 3 HR Saphire gelandet und muss sagen, dass mir keine der Funktionen der Apple Watch fehlen, wie ich zuerst befürchtet habe. Ich bekomme Benachrichtigungen und kann Anrufe stumm schalten oder ablehnen und viel mehr brauch ich an smarten Funktionen nicht. Dafür habe ich ein richtig geiles Design im Vergleich zur Apple Watch (meine persönliche Meinung natürlich nur), geniale Watchfaces die ich runterladen und anpassen kann, wesentlich bessere Möglichkeiten für Sporttracking und muss sie vielleicht zwei mal im Monat laden. Und kostet auch nicht viel mehr als die Apple Watch.

  2. Phranckb sagt:

    Sehe ich auch so. Ich bin zu Hause komplett ver-appelt. Die Apple-Watch hat aber schlichtweg eine zu geringe Akkuleistung um an einem sportlichen Tag nutzbar zu sein. Ich habe nun zur Garmin Vivoactive HR gegriffen und bin sehr zufrieden

  3. Racon55 sagt:

    Wenn Sie den Apple Watch nicht auf mindestens 45 mm vergrößern , suche ich was anderes z.B. Der Samsung Gear S3 war mein Favorit bis sich was besseres findet. Ihr könnt ruhig mir Vorschläge machen nehme ich gerne entgegen.

  4. Gollum-Allein sagt:

    Ich habe schon des öfteren mit der Apple Watch 5-8hLäufe oder Radtouren
    aufgenommen und begleitet. Danach ist der Akku aber noch lange nicht leer. Ich lade die Uhr über die Nacht da mir die Watch als Wecker dient der absolut zuverlässig ist.

  5. iPhibse sagt:

    Ich habe die Ionic seit Anfang September an meinem Handgelenk und mag deren Design – abgesehen vom viel zu prominenten Fitbit-Schriftzug unter dem Display (weshalb nicht ins Gehäuse eingravieren und den so gewonnenen Platz für ein grösseres Display nutzen, Fitbit?) – sehr gut. Auch der Tragekomfort ist sehr gut, obwohl das mitgelieferte Armband doch schon ziemlich steif ist. Die Uhr habe ich eigentlich bloss wg. der Watchfaces, die man installieren/erstellen kann. Die Smartwatch-Funktionen lassen in der jetzigen Firmware-Version doch schon sehr zu wünschen übrig und auch das RaiseToWake-Feature hat noch massig Luft nach oben, wie ich finde. Oftmals kriege ich eine Pushnotification, die Ionic vibriert, aber das Display schaltet sich nicht an, wenn ich meinen Arm anhebe. Ziemlich frustrierend, muss ich sagen. Der Kampf gegen Goliath ist aber auch mehr als unfair, kann die Apple Watch natürlich sehr viel tiefer in iOS eingreifen, was allen anderen Smartwatches verwehrt bleibt. Schon die Pebble konnte bspw. nicht auf Notifications antworten, weil Apple dies schlichtweg untersagt. Meine perfekte Smartwatch wäre noch immer die Apple Watch Series 3 mit eigenen Watchfaces. Ein Traum der unverständlicherweise vermutlich nie Realität werden wird.

  6. AndrewBiz sagt:

    Schließe mich dem Artikel voll und ganz an. Apple könnte ruhig die Größe der Uhr verändern – das weltweit bekannte Design dürfte darunter nicht leiden und es könnte definitiv mehr Kunden anwerben ( ziemlich feminines Design bislang..)
    Bei Fitbit ist der Preis schon etwas arg hoch,für den bisher geleisteten Funktionsumfang.

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