Google Home im Test: Das sind die ersten Eindrücke aus dem Alltag

Fabian Portrait
Fabian 21. August 2017, 20:02 Uhr

Vor gut zwei Wochen ist Google Home in Deutschland gestartet. Heute möchte ich euch meine ganz eigenen Eindrücke schildern.

Google Home

Nach Amazon Echo und Amazon Echo Dot hat es mit Google Home der nächste smarte Sprachassistent auf den deutschen Markt geschafft. Seit dem 8. August lässt sich die durchaus schick gestaltete kleine Box des Internet-Giganten bestellen - für 149 Euro. Ich habe freundlicherweise ein Exemplar von den Smarthome-Experten tink.de für unseren Test zur Verfügung gestellt bekommen und war von vornherein gespannt, wie sich Google Home wohl im Alltag schlagen würde. Dabei möchte ich mich nicht unbedingt auf Datenschutzbedenken konzentrieren, denn hier sollte jeder für sich wissen, ob es ein solches Gerät im Haushalt sein muss. Denn genau wie der Echo von Amazon hört auch Google Home immer mit und wartet auf den entsprechenden Sprachbefehl zur Aktivierung.

Bevor man zum ersten Mal "OK Google" oder "Hey Google" gefolgt von einem Befehl sagen darf, ist zunächst aber die Einrichtung notwendig. Diese gestaltet sich glücklicherweise als sehr komfortabel: Auspacken, anschließen, Google Home auf dem iPhone oder iPad installieren und den Anweisungen auf dem Bildschirm befolgen. Die einzige Herausforderung, wenn man es überhaupt so nennen darf: Es ist ein Google-Account notwendig. Die einzige Unverständlichkeit: Warum wird auf ein eigenes Netzteil gesetzt, wenn es doch sicher auch ein herkömmliches USB-Kabel getan hätte?

Google Home App

Nach der Einrichtung kann es direkt mit den ersten Befehlen losgehen, einige davon werden praktischerweise direkt auf der Verpackung und in einem kleinen Handbuch mitgeliefert. "Spiele Musik von Sia", "Timer für Spaghetti auf 10 Minuten stellen", "Was heißt 'Hallo' auf Italienisch" oder "Wer ist der Präsident von Mexiko" sind nur einige der vielen Beispiele.

Dank der Anbindung an die Google-Suche ist es für Google Home ein Leichtes, Fragen aller Art zu beantworten. Egal ob es um die Fahrzeit bis zum Arbeitsplatz oder Angela Merkel geht, hier macht der kleinen Box so schnell keiner etwas vor. Ebenfalls praktisch: In weiteren Sprachbefehlen kann Bezug zur vorherigen Frage genommen werden. Fragt man beispielsweise zunächst nach dem heutigen Wetter an einem Ort und nach der Antwort noch ein "und am Wochenende?" hinterher, liefert Google Home auch dazu das passende Ergebnis.

Google Home kommuniziert nicht mit jedem Lautsprecher

Verknüpft mit Spotify, was seit heute auch mit Basis-Konten möglich ist, liefert Google Home auch einen Zugriff auf Musik, was in meinem Test ohne große Probleme funktioniert. Andere Musik-Dienste sind dagegen schon fest integriert: Wünscht man den Start eines Radioprogramms, reicht dazu ein einfacher Sprachbefehl. Google Home greift in diesem Fall auf genbekannten Online-Dienst TuneIn Radio zurück.

Die Klangqualität ist im Vergleich zum etwas schlankeren Amazon Echo etwas satter, aufgrund der Größe aber natürlich nicht mit Lautsprecher in einer ähnlichen oder höheren Preisklasse vergleichbar. Schade: Google Home lässt sich weder per Kabel noch per Bluetooth mit anderen Lautsprechern verbinden. Lediglich Speaker, die bereits mit der Google Chromecast Technik ausgestattet sind, können mit Google Home erreicht werden.

Ganz ähnlich verhält sich die Geschichte mit Smart Home Anbietern, bisher sind noch längst nicht alle bekannten Namen dabei. Neben Philips Hue, Tado, Nanoleaf, Netatmo oder WeMo findet man in den Einstellungen der Google Home App sehr viele unbekanntere Anbieter aus dem US-Markt. Die Integration von Philips Hue funktionierte zumindest bei mir problemlos, aber nicht zufriedenstellend: Es gibt aktuell keine Möglichkeit, die bereits in der Hue-App konfigurierten Räume zu übernehmen. Wer nur ein paar Hue-Lampen in ein oder zwei Räumen hat, den stört das nicht unbedingt - bei einer komplett ausgestatteten Wohnung sieht es schon anders aus.

Google Home Lifestyle

Oftmals sind es aber auch andere Kleinigkeiten, bei denen Google nicht ganz zu Ende gedacht zu haben scheint. Mit Google Home lassen sich beispielsweise mehrere Timer gleichzeitig stellen, die man auch einzeln benennen kann. Mit Ablauf der Uhr sendet der Lautsprecher aber nur ein Standard-Signal, welcher Timer genau abgelaufen ist, erfährt man nicht. Und das, obwohl sich die Sprachassistenten sonst sehr redselig gibt und jeden Befehl ausführlich quittiert, wo manchmal auch nur ein einfaches "alles klar" genügen würde.

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Insgesamt fällt das Fazit daher durchwachsen aus: Google Home sieht schick aus und punktet etwa mit einer tollen Touch-Oberfläche. Die Ersteinrichtung ist einfach, danach wirkt die App allerdings zum Teil etwas unübersichtlich. Fragen beantwortet der Sprachassistent gerne, sogar Übersetzungen sind von Haus aus möglich. Auf der anderen Seite lässt sich Google Home nur mit einigen wenigen Lautsprechern koppeln, obwohl die notwendige Technik schon integriert ist. Es ist definitiv noch ein Hauch Luft nach oben.

Google Home
Entwickler: Google, Inc.
Preis: Kostenlos

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Kommentare11 Antworten

  1. Daensch sagt:

    Vorab: ich hab sowas nicht und brauche es auch nicht. Siri benutze ich lediglich ab und an für Timer, ansonsten kein Bedarf.

    Ich finde es faszinierend das Amazon doch echt recht weit ist was hard und software betrifft, im Gegensatz zum Platzhirsch Google oder das vernachlässigte Apple Pendant – und da hilft auch keine Werbung mit the Rock.

  2. P4nd4 sagt:

    Hi,

    Hab mal ne Frage…
    Hab mir den Home geholt und mal so gelesen welche „Skills“ man nutzen kann. U.a. stand da, dass da „Der Aktionär“ mitmacht. Aber ich find nirgends mit welchem Sprachbefehl man das aktivieren können soll.
    Weiß da einer Bescheid?
    Danke im Vorraus 🙂

  3. iDau sagt:

    „Dabei möchte ich mich nicht unbedingt auf Datenschutzbedenken konzentrieren“

    Ich finde, das solltet ihr aber – je mehr es von den Dingen gibt, desto dringender!

    • Jan Paul sagt:

      Ein großer Minuspunkt dieser Webseite/Blog ist, dass es hier nur ums verkaufen geht und nicht um Aufklärung. So werden sie dir immer erzählen wie toll eine völlig überteuerte Philips-Glühlampe mit App-Steuerung ist oder wie klasse sich eine Tür mit einem Smartphone öffnen lässt. Der Unsinn oder die Gefahren dahinter spielen erstmal keine Rolle. Appgefahren hat keine Zeit für’s Nachdenken. Hier zählen Klicks. Ich glaube die merken schon selber nicht mehr, dass sie immer und immer wieder den selben langweiligen Käse anbieten und jeder Hampel bei YT interessanter ist. Aber solange deren App-Äffchen ohne Unterlass den Mist feiern, fühlen Sie sich bestätigt.

  4. AppleBastian sagt:

    Was für ein sinnloser Testbericht. Ich hab hier nichts Neues erfahren. Stattdessen entspricht das weitestgehend der Beschreibung des Herstellers.

    Wem wollt ihr denn mit diesen lieblos heruntergeschriebenen Zeilen etwas mitteilen? Denjenigen, die die Webseite des Herstellers nicht finden?

    Ganz schön dünn, das Ganze hier…

    • Fabian sagt:

      Auf der Hersteller-Seite erfährst du also, wie schwach die Hue-Integration ist oder dass mehrere Timer absolut sinnlos sind?

      Wenn du konkrete Fragen hast, immer her damit, ich beantworte sie gerne.

      • AppleBastian sagt:

        Du hast Recht, soetwas erfährt man auf der Herstellerseite natürlich nicht, aber für diese Informationen hätten auch zwei Zeilen im Newsticker gereicht.

        Bitte versteh mich nicht falsch – ich schätze Eure Arbeit sehr. Aber die Qualität nimmt seit einiger Zeit stetig ab. Noch vor zwei Jahren wäre das ein Artikel mit echtem Informationsgehalt gewesen. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, hier kommen nur noch halbgare Tests, schnell etwas Niedergeschriebenes oder Auflistungen von Informationen, die man im Prinzip überall im Internet bekommt.
        Sehr schade, das war mal besser.

  5. SkyWombat sagt:

    Ein Netzteil soll es nicht geben, aber ein USB-Kabel? Gut, und wie schließe ich das dann an meine 230V Steckdose an? 😉

    • Fabian sagt:

      Mit einem USB-Kabel hätte man deutlich mehr Möglichkeiten. Man kann es einfach verlängern oder ein kürzeres nehmen. Man kann es an USB-Netzteile stecken, die nicht so klobig sind. Oder an ein Ladegerät mit mehreren USB-Steckplätze, das möglicherweise ohnehin schon auf dem Schrank steht.

  6. Der-Pimp sagt:

    Da ich überraschend viel negatives hier in den Kommentaren gelesen habe muss ich mal Lob los werden.
    Ich bin froh das ihr euch hier nicht über mehrere Seiten mit Datenschutz auseinander setzt und ich fand auch diesen ersten Testbericht von euch vollkommen ausreichend. Bin mir auch sicher wenn sich was wichtiges neues ergibt werdet ihr nochmal ein Update verfassen oder einen Langzeittestbericht.

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