Houseparty: Video-Gruppenchat-Anwendung ist eine große Datenkrake

Mel Portrait
Mel 13. Januar 2017, 14:00 Uhr

Wenn iOS-Apps völlig kostenlos im App Store zu haben sind und dabei über keinerlei In-App-Käufe oder Werbung verfügen, wird man als Nutzer hellhörig. Bei Houseparty auch zurecht.

Houseparty

Houseparty (App Store-Link) ist eine reine iPhone-App, die sich gratis herunterladen lässt und zu diesem Zweck mindestens 89 MB an freiem Speicherplatz sowie iOS 9.0 oder neuer auf dem Gerät einfordert. Eine deutsche Lokalisierung ist bis dato noch nicht vorhanden. Vor kurzem hat auch Apple die Anwendung in den eigenen Empfehlungen im App Store aufgelistet.

Mit Houseparty soll es dem Nutzer möglich sein, auf verschiedene Freundesprofile zugreifen zu können, um dann zusammen Video-Gruppenchats führen zu können. Dazu ist es aber vorab notwendig, sich einen eigenen Nutzeraccount zu erstellen, in dem nicht nur die E-Mail-Adresse, sondern auch der Name, ein Nutzername und ein Passwort eingegeben werden muss.

Im Anschluss verlangt Houseparty Zugriff auf viele Funktionen des iPhones, unter anderem die Kamera, das Mikrofon und auch die Kontaktliste sowie die eigene Telefonnummer. Letztere wird dafür verwendet, die eigenen Details mit Freunden abzugleichen, um so eine Freundesliste aufzubauen. Diesen Punkt kann man aber glücklicherweise überspringen. Um allerdings Houseparty-Nutzer in die App zu integrieren, ist es zwangsläufig notwendig, Zugriff auf das Adressbuch zu gestatten, oder manuell eigene Freunde einzuladen.

Hoher Akkuverbrauch bei der Nutzung von Houseparty

Hat man eine Freundesliste aufgebaut, lassen sich mit einem Fingertipp Video-Gruppenchats starten, in denen zusätzliche Funktionen wie das Stummschalten des eigenen Mikros, das Wechseln der Kamera oder das Sperren des Chatraums zur Verfügung stehen. Verzichtet werden muss allerdings auf das optionale Hinzuschalten des Blitzlichtes, zudem berichten einige Nutzer in den App Store-Rezensionen von einem hohen Akkuverbrauch sowie zwischenzeitlichen Verbindungsabbrüchen.

Wirklich bedenklich wird es allerdings an einem anderen Punkt: Wie eingangs bereits erwähnt, sollte man Vorsicht walten lassen, wenn eine App kostenlos angeboten wird, und dabei keinerlei In-App-Käufe oder Werbung integriert worden sind, um die Finanzierung zu ermöglichen. Wie schon bei vielen anderen Apps dieser Art zahlt auch hier der Nutzer mit seinen Daten - allein die Zugriffe auf verschiedene iPhone-Funktionen sollten hellhörig machen. In der ellenlangen Datenschutzerklärung wird dann auch im Bereich „Information Sharing and Disclosure“ klar, dass hier private Daten gesammelt, für eigene Werbezwecke verwendet und auch an Dritte weitergegeben werden.

Videochats lassen sich auch mit anderen Apps, darunter Skype und dem Facebook Messenger, durchführen. Wer diese Anwendungen bereits installiert hat, sollte daher Abstand von einer zusätzlichen Datenkrake nehmen und auf den Download von Houseparty verzichten.

Houseparty
Entwickler: Alexander Herzick
Preis: Kostenlos

Teilen

Kommentare2 Antworten

  1. suicide27survivor sagt:

    Zahlen deren Entwickler nicht genug an appgefahren?
    Man könnte es fast meinen,nach dem Bericht,denn das hier negativ erwähnte trifft leider so auf bestimmt 80% aller vergleichbaren Apps zu.

  2. Mister Lustig sagt:

    lol, hier wird WhatsApp gefeiert, die schon immer nix anderes getan haben und bei dieser App macht ihr einen auf Datenschützer. Hab ihr mit facebook einen Deal um deren saubere Arbeitsweise zu schützen? Und hey, ihr verarmten iPhone-User steht doch auf kostenlose Apps und die macht nicht mal Werbung.

    Schiebt lieber noch ein paar Anker- oder Phillips-Werbungen nach. Da fällt eure Scheinheiligkeit weniger auf.

Kommentar schreiben