Runtastic Speed & Cadence Sensor: Zusätzliche Messungen für eure Radtouren

Kategorie: appWare, iPhone - von Mel am 02. Okt '13 um 20:10 Uhr

Wenn es mit dem Mountain Bike oder dem Rennrad mal wieder auf Tour geht, möchte man so viele Daten sammeln wie nur möglich – mit dem runtastic Speed & Cadence Sensor ergeben sich weitere Möglichkeiten.

runtastic Speed Sensor 1 runtastic Speed Sensor 2 runtastic Speed Sensor 3 runtastic Speed Sensor 4

Wir haben vor nicht allzu langer Zeit ein Testmodell des Speed & Cadence Sensors von runtastic zur Verfügung gestellt bekommen. Da in meinem Stall sowohl ein Rennrad als auch ein MTB darauf warten, ausgefahren zu werden, habe ich den runtastic-Sensor für diesen Test kurzerhand an mein MTB geschnallt.

Im runtastic-Shop kann der Speed & Cadence-Sensor zum Preis von 59,99 Euro erstanden werden, auf der deutschen Amazon-Website (Amazon-Link) ist das Produkt derzeit für 56,75 Euro zu haben. Wichtig vor der Installation zu wissen ist, dass der Sensor aufgrund seiner Konnektivität nur ab dem iPhone 4S kompatibel ist – ältere Geräte verfügen nicht über den notwendigen Bluetooth-Standard, der im Gerät verwendet wird. 

Außerdem sollte man sich dessen bewusst sein, dass nicht die normale runtastic-App, sondern nur die Roadbike- oder Mountain Bike-App mit dem Sensor kompatibel sind. Wer diese noch nicht aufs iPhone geladen hat, findet im Lieferumfang des Produktes zwei Codes, die man auf der runtastic-Website einlösen kann.

Liest man sich die Rezensionen von Amazon durch, stellt man größtenteils vernichtende Kritik fest. Bemängelt wurde neben der komplizierten Montage auch die mangelnde Funktionstüchtigkeit, insbesondere bei Touren, die mit zwischenzeitlichen Pausen verbunden waren. Was die anspruchsvolle Installation angeht, so muss ich den Rezensenten beipflichten. Dem Speed & Cadence-Sensor liegt neben dem Sensor selbst, zwei Kabelbindern, einem optionalen Gummiband zur Befestigung des Geräts an der unteren Hinterradstrebe, einem Pedalsensor und dem Speichenmagnet nur ein kleines Heftchen bei, das den Aufbau des Sensors und seiner weiteren Bestandteile nur dürftig beschreibt.

Verzweiflung bei der Installation

Das Anbringen des Hauptsensors an der Unterstrebe des Hinterrads mittels der beiden mitgelieferten Kabelbinder verlief komplikationslos. Zum Anbringen des Pedalmagnets muss selbiges allerdings abgeschraubt werden – wer kein passendes Werkzeug hat, hat Pech gehabt. Weitaus schwieriger gestaltete sich die Abstimmung bzw. Harmonie aller Sensoren an meinem Mountain Bike (ein 29er von Ghost), das scheinbar nicht über die optimale Ergonomik für dieses Produkt verfügt. Alle Magnete dürfen laut runtastic-Anleitung nicht weiter als 4 bis 5 mm vom Hauptsensor entfernt liegen. Bis ich diese Information in einem pdf auf der Website von runtastic fand, hatte ich bereits eine erste frustrierende, da nicht funktionierende Installation hinter mir – in meinem beigelegten Heftchen fand sich dieser Hinweis nämlich nicht, ebensowenig wie das Kapitel zur Aktivierung der Sensoren bei der ersten Benutzung.

Hat man es nämlich geschafft, sowohl Pedal-, als auch Speichenmagnet möglichst nah am Sensor zu platzieren, muss man die Verbindung des Sensors mit dem iPhone herstellen. Dies geschieht bei aktivierter Bluetooth-Funktion auf dem iPhone und dem Start der Mountain Bike- oder Roadbike-App von runtastic über ein mehrmaliges Betätigen des Pedalsensors am Hauptmessgerät. Es reicht im Normalfall, bei der ersten Benutzung das Pedal ein paar Mal am Hauptsensor vorbei zu bewegen, dann sollte das Gerät komplett gekoppelt und im Menü der App mit zwei grün unterlegten Buttons angezeigt werden. Normalerweise ist es ab dann nicht mehr notwendig, diese Schritte nochmals auszuführen, da sich das Gerät die bereits vorhandene Verbindung merkt. Nachdem meine Installation optimiert wurde, klappte diese erste Kopplung ohne Probleme.

Bei einer kleinen Testfahrt von ca. 2 km in der Nachbarschaft wurden dann auch gleich entsprechende Trittfrequenzen in der Mountain Bike-App angezeigt. Positiv gestimmt habe ich dann am letzten Wochenende eine etwas längere Tour von ca. 1,5 Stunden unternommen. Die Verbindung zwischen iPhone und Sensor klappte auch dort schnell und komplikationslos, das iPhone wurde in der Satteltasche verstaut und die Tour absolviert.

Aufzeichnung nicht zuverlässig

Nach der Rückkehr dann eine herbe Enttäuschung: Der Sensor hatte nur etwa während der ersten 20 Minuten der Fahrt Daten aufgezeichnet, danach endet die Kurve. Wichtig zu wissen: Ich habe zwischendurch keine Pause gemacht und war nur einmal gezwungen, für ca. 1 Minute an einer Bahnschranke anzuhalten. Durch die fehlenden Werte entstanden aber in der Auswertung der gesamten Tour aberwitzige Durchschnittsgeschwindigkeiten von 75 km/h, die so für eine Weiterverwendung nicht zu gebrauchen waren. Ob es an meinem schwindenden Akku lag, der nach Beendigung der Tour bei etwa 12% lag, vermag ich nicht zu sagen. Normalerweise schaltet sich die runtastic-App erst bei Akkuwerten von unter 10% ab, um selbigen zu schonen. Aber selbst dann sollte meiner Ansicht nach ein unabhängiger Bluetooth-Sensor eigentlich seine Arbeit weiter verrichten – zumal das iPhone während der gesamten Fahrt mit ausgeschaltetem Screen in der Satteltasche lag.

Ich werde dem runtastic Speed & Cadence Sensor bei der nächsten Ausfahrt sicher noch eine weitere Chance geben, allerdings werde ich das Gefühl nicht los, dass nach der komplizierten Installation und der unzureichenden Messung hier kein wirklich ausgereiftes Produkt vorliegt. Sensoren wie diese sollten einfach einzurichten sein und vor allem zuverlässig Werte aufzeichnen, um diese für ambitionierte Sportler auswertbar zu machen. Anscheinend bin ich mit meinem Problem aber auch nicht allein: Auch bei Amazon wird der runtastic Speed & Cadence Sensor von den Käufern derzeit nur mit 3 von 5 Sternen bewertet.

Insgesamt fällt das Fazit für den runtastic-Sensor daher auch bei mir nur durchwachsen aus. Die Idee, einen externen Sensor am Rad anzubringen und diese Werte mit denen der runtastic-Apps zu kombinieren, ist sicherlich eine löbliche Überlegung seitens der Hersteller. Wenn selbiger Sensor aber nur unter erschwerten Bedingungen zu installieren ist und keine zuverlässige Messung bietet, sollte man derzeit wirklich schwer überlegen, ob man dem runtastic Speed & Cadence Sensor eine Chance am eigenen Rad gibt.

Kommentare13 Antworten

  1. Luhpo79 sagt:

    Kann die Kritik nicht im Geringsten nachvollziehen. Habe das Teil (den baugleichen von Wahoo) in Kombination mit der Mountainbike Pro App von Runtastic seit ca. 9 Monaten im regelmäßigen Einsatz und bin vollkommen zufrieden. Die Aufzeichnung funktioniert (nach etwas Feinjustierung der Sensoren) einwandfrei und zuverlässig. Die Montage ist natürlich nicht in 10 Sekunden erledigt. Allerdings bekommt man hier einen Trittfrequenz UND Geschwindigkeitssensor in EINEM Gerät. Und wer nicht gerade zwei linke Hände hat, sollte die Montage auch recht fix hinbekommen. Bei mir hat es damals jedenfalls keine 10 Minuten gedauert.

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    Mel Antwort vom Oktober 2nd, 2013 22:08:

    Ich kann im Artikel auch nur meine eigenen Erfahrungen schildern, so wie ich sie mit dem Sensor gemacht habe. Dass ich mit meiner Kritik allerdings nicht allein bin, zeigen die Rezensionen zum Produkt bei Amazon. Die dürftige Bedienungsanleitung, in der wichtige Informationen fehlten, tat dann ihr übriges bei der Installation.
    Werde den Sensor aber am MTB montiert lassen und weitere Touren damit fahren – vielleicht läuft es dann ja zuverlässiger.

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    Luhpo79 Antwort vom Oktober 3rd, 2013 10:01:

    Was mir allerdings aufgefallen ist:
    Die Sensoren müssen relativ nah am Magneten sein, damit alles perfekt läuft. Bei mir max. 3 bis 4 mm. Und das meinte ich mit “anfänglicher Feinjustierung”. Hatte nämlich am Anfang auch Aussetzer sowohl bei Trittfrequenz, als auch bei der Geschwindigkeit. Seit ich die Sensoren so nah an den Magneten habe, gabs keine Aussetzer mehr.

    [Antwort]

    iwama Antwort vom Oktober 3rd, 2013 09:44:

    Das wäre meine Frage gewesen!
    Wie sieht das mit dem Wahoo-Sensor aus?! Beim Brustgurt bin ich sehr zufrieden in Zusammenhang mit Runtastic!

    [Antwort]

    Luhpo79 Antwort vom Oktober 3rd, 2013 09:56:

    Wie oben schon geschrieben: bin mit dem Wahoo-Gerät vollkommen zufrieden.
    Zumindest optisch scheinen die beiden baugleich zu sein. Mag jedoch sein, dass Runtastic da günstigere Hardware verbaut hat und das zu den Problemen führt.

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  2. telin2011 sagt:

    Runtastic wurde doch von Axel Springer übernommen! :D

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    Jotter Antwort vom Oktober 3rd, 2013 07:36:

    Bild dir deine Meinung. Deine Fahrt ist dann ja in der Bild:-))

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  3. axeld sagt:

    Wann werden die Apps für den M7-Coprozessor optimiert?

    [Antwort]

    ThePaw Antwort vom Oktober 3rd, 2013 11:01:

    Gute Frage .. da warte ich auch schon drauf!

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  4. Herr P. sagt:

    Ich versuch gerade meine eigenen Trittfrequenzdaten in ein gpx zu packen und auf Runtastic zu importieren. Könnte mir wer eine Einheit mit Cadence als gpx Exportieren und zur verfügungstellen um mir den Aufbau der Datei anzuschauen.

    Mit

    121
    102

    sieht man nur die HR aber nicht die TF.

    [Antwort]

    Herr P. Antwort vom Dezember 16th, 2013 12:11:

    121
    75

    [Antwort]

    Herr P. Antwort vom Dezember 16th, 2013 12:12:

    gpxtpx:TrackPointExtension
    gpxtpx:hr>12175

    [Antwort]

    Herr P. Antwort vom Dezember 16th, 2013 12:14:

    Sorry die Kommentarfunktion löscht mir die xml tags immer

    {gpxtpx:TrackPointExtension}
    {gpxtpx:hr}121{/gpxtpx:hr}
    {gpxtpx:cad}75{/gpxtpx:cad}
    {/gpxtpx:TrackPointExtension}

    die { stehen für die spitzen klammern <

    [Antwort]

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