StoryToys-Entwickler im Interview: Bücher sterben nicht aus

Kategorie , , - von Fabian am 06. Jan '13 um 13:15 Uhr

Eltern und Kinder kennen die interaktiven Aufklappbücher von StoryToys sicherlich schon. Wir haben die Chance genutzt und uns mit den Entwicklern unterhalten.

Wann seid ihr auf die Idee gekommen, bekannte Märchen in eine App zu packen?
StoryToys: Die Gründer Aidan und Kevin Doolan sind auf die Idee gekommen, nachdem sie 2009 eine 3D-Engine für Bücher entwickelt haben. Eigentlich haben sie das für die Spiele-Industrie gemacht, mit dem Wachstum von iPhone, iPad und dem App Store haben sie aber schnell gemerkt, dass ihre Software perfekt für interaktive Aufklappbücher geeignet ist. Sie wussten auch, dass Märchen bei Kindern aus verschiedenen Altersgruppen gut ankommen. Die Geschichten sind sehr abwechslungsreich und lassen den Entwicklern viel Raum für eine eindrucksvolle Fantasie-Welt. Man muss nicht einmal lesen können, um Spaß mit den Märchen zu haben. Kinder in jedem Alter sollten traditionelle Bücher lesen können und zusätzlich noch Spaß mit den interaktiven Funktionen haben. Wir wollen, dass Kinder Spaß am Lesen haben.

Die Geschichte der Märchen ist vorgegeben. Worauf kommt es an, wenn man eine App zusammenstellt?
StoryToys: Wir haben ein großes und motiviertes Team, das aus Autoren, Designern, Programmierern und selbst Musikern besteht. Wir fangen mit dem Storyboard an und verteilen den Text auf mehreren Seiten, passend dazu suchen wir die interaktiven Szenen aus. Die Story ist wirklich vorgegeben, aber es ist viel Aufwand, sie für unsere Leser neu zu schreiben. Wir grübeln sehr oft, wie man die Geschichte jungen Lesern am besten präsentieren kann. Wenn Übersetzungen, Animationen und die Programmierung abgeschlossen sind, muss die Musik und der Sprecher für jede einzelne Sprache eingefügt werden. Wir nutzen nur Profis für die Stimmen und achten darauf, dass die Qualität in jeder Sprache gleichbleibend hoch ist. Wenn alles perfekt läuft, reichen wir die App im App Store ein.

Mit der Zeit bieten die Geräte von Apple immer mehr Funktionen, wie etwa den Gyroskop-Sensor oder Retina-Displays. Wie beeinflusst das eure Arbeit?
StoryToys: Wir achten natürlich immer darauf, dass wir die neuesten Geräte und deren Technologie unterstützen, wir wollen sie komplett ausreizen. Trotzdem sind wir stets darauf bedacht, in unseren Apps nur Technologien zu verwenden, bei denen wir uns sicher sind, dass sie Qualität und Leistung bringen und unsere jungen Leser davon profitieren.

Momentan konzentriert ihr euch auf Märchen von den Gebrüdern Grimm. Habt ihr bereits Pläne, ein eigenes Buch auf die Beine zu stellen?
StoryToys: Wir haben mit Farm 123 bereits eine eigene Lern-App für Kinder und Eltern veröffentlicht. Momentan konzentrieren wir uns aber wieder darauf, unsere Liste der Grimm-Märchen weiter auszubauen. Im Jahr 2013 haben wir für unsere Nutzer auf jeden Fall einige Überraschungen auf Lager.

Vor einigen Jahren hatten wir noch echte, dicke Bücher. Nun gibt es selbst für klassische Märchen eine App. Wie seht ihr diese Entwicklung?
StoryToys: Es ist unmöglich, diesen Prozess aufzuhalten. Digitale Plattformen werden uns erhalten bleiben. Tablets und mobile Geräte sind mittlerweile nicht mehr aus unserem täglichen Leben wegzudenken und es gibt keinen Grund dafür, warum Bücher kein Teil der neuen Möglichkeiten werden können. Die Herausforderung ist es, diese Entwicklung zu nutzen und die Literatur zu erhalten. Genau so muss man es auch sehen: Die klassischen Bücher entwickeln sich, sie sterben nicht aus. Sie können nebeneinander existieren und tun das auch. Verschiedene Leute sagen das Ende der Bücher ja schon seit zehn Jahren voraus, aber Kinderbücher sind immer noch sehr beliebt. Und auch Apps können Bücher nicht ersetzen, sondern sie höchstens um interaktive und digitale Inhalte ergänzen. Es ist sogar so, dass Apps wie unsere dabei helfen können, Literatur und Bücher am Leben zu halten, indem sie Kindern Spaß an den Geschichten und am Lesen bereiten. Wir bauen eine Brücke zu den klassischen Büchern.

Auf welche StoryToys-Apps können sich Kinder und Eltern in den kommenden Monaten freuen?
StoryToys: Wir haben in den kommenden Monaten wirklich viel zu tun. Unsere Leser können sich in diesem Jahr auf jeden Fall auf zwei sehr bekannte Märchen freuen. Außerdem arbeiten wir an einigen großen Partnerschaften, die wirklich aufregende Resultate liefern sollten.

Bekannte Märchen von StoryToys für iPhone und iPad:

Kommentare1 Antwort

  1. Siasiu sagt:

    Großes Lob an die Entwickler! Unser Sohn (2 Jahre) liebt die Bücher und meistert alle Aufgaben aus dem ff. Sie bieten tolle Unterhaltung und Übungen für die Kleinen. Danke!!!!

    [Antwort]

Kommentare schreiben