LG UltraFine Display mit USB-C ausprobiert: Leider ein viel zu teures Vergnügen

Fabian Portrait
Fabian 17. Mai 2017, 11:26 Uhr

Ende des vergangenen Jahres sind die LG UltraFine Displays exklusiv im Apple Store erschienen. Nun haben wir die Gelegenheit gehabt, ein Display selbst auszuprobieren.

LG UltraFine 5K Display 1

Monitore und LG, das passt wirklich zusammen. Wir sind hier bei uns im Büro bereits vor einigen Jahren von Apple Thunderbolt Displays auf 34 Zoll große Widescreen-Monitore von LG umgestiegen und bereuen diesen Wechsel nicht. Auf dem riesigen Bildschirm hat man unglaublich viel Platz und kann problemlos mehrere Dokumente in voller Größe nebeneinander öffnen. So macht arbeiten Spaß, auch wenn einige Details sicherlich besser gelöst sein könnten.

Neben der fehlenden Retina-Auflösung, die mich bisher eigentlich nicht gestört hat, gibt es vor allem einen nervigen Punkt: Um das MacBook und entsprechende Peripherie anzuschließen, ist ein entsprechendes Dock oder ein Multi-Adapter notwendig. Über die HDMI-Schnittstelle kann das Display aber keine Befehle erhalten, so lassen sich Lautstärke und Helligkeit beispielsweise nicht mehr über die Sondertasten auf der Tastatur steuern.

LG UltraFine 4K Display ist eine abgespeckte Variante

Umso gespannter war ich, wie sich das LG UltraFine Display schlägt, das es ja in zwei verschiedenen Größen gibt: 21,5 Zoll mit einer 4K-Auflösung und 27 Zoll mit einer 5K-Auflösung. Ich könnte euch jetzt noch mit weiteren technischen Daten rund um die beiden Geräte bombardieren, aber dass die beiden Monitore eine Helligkeit von 500 cd/m² aufweisen und 5,6 respektive 8,5 Kilogramm wiegen, könnt ihr auch einfach in den technischen Daten nachlesen.

Neben der Auflösung, der Größe und dem Preis gibt es dann aber doch einige Unterschiede, die in der Praxis wohl nicht nur Profi-Anwendern auffallen dürften: Das kleine LG UltraFine 4K Display liefert über den USB-C-Anschluss für das MacBook nur 60 Watt und bis zu 480 Mbit/s, das 5K Display schafft 5K und schnelle 5 Gbit/s. Beim kleinen Modell fehlen zudem FaceTime-Kamera und Mikrofon.

LG UltraFine 5K Display 2

Ich möchte euch viel mehr mitteilen, wie sich das LG UltraFine Display in der Praxis schlägt. Zu diesem Zweck habe ich von LG ein Testgerät mit 21,5 Zoll Bildschirm erhalten. Das wäre normalerweise nicht meine erste Wahl, trotzdem war ich von der Handhabung beeindruckt. Eigentlich fehlt nur noch ein Karton im Apple-Design und ein entsprechendes Logo, und dieses Display könnte direkt aus Cupertino stammen.

Die Installation? Mehr als einfach: Nachdem das Stromkabel angeschlossen wurde, muss man das MacBook einfach nur mit dem mitgelieferten USB-C-Kabel mit dem Monitor verbinden und Sekunden später erstrahlt der eigene Desktop in wirklich brillanter Retina-Auflösung. Ich dachte ja eigentlich, dass ich so etwas am Schreibtisch nicht benötigt, aber schon nach wenigen Sekunden möchte ich darauf nicht verzichten.

Wohl nur beiläufig muss ich erwähnen, dass natürlich auch alle von der Tastatur bekannten Funktionen, also insbesondere die Steuerung der Helligkeit und der Lautstärke der integrierten Lautsprecher des Displays, mit dem LG UltraFine Display einwandfrei funktionieren.

LG Ultrafine Seite

Die wohl größten Pluspunkte sammelt das Display aber mit seinem Design: Ausgestattet mit einem soliden Standfuß lässt sich der komplett schwarz gehaltene Monitor stufenlos in der Höhe verstellen, bei der 21,5 Zoll kleinen Variante kann die Höhe, gemessen an der Unterkante des Bildschirms, mit nur einer Hand von 9,5 auf bis zu 20 Zentimeter verstellt werden. Ebenso lässt sich die Neigung des Bildschirms in einem Bereich von rund 30 Grad frei verstellen.

LG UltraFine Displays sind eine teure Angelegenheit

Für mich persönlich wäre wohl nur das große Modell richtig interessant, denn wenn man von einem 34 Zoll Monitor kommt, ist das LG UltraFine 4K Display trotz der Retina-Auflösung wirklich winzig. Leider gibt es am Ende nur ein Problem: Der Preis. Bisher sind die LG UltraFine Displays nur im Apple Store erhältlich, das 27 Zoll Modell kostet dort 1.399 Euro. Ein Preis, für den man im freien Handel bereits ein gut ausgestattetes MacBook bekommt. Und auch das 4K-Modell ist mit 749 Euro alles andere als günstig.

Bis vor ein paar Wochen hat Apple die beiden Displays zur Einführung für 561 und 1.049 Euro verkauft. Meiner Meinung nach waren selbst das noch wirklich stolze Preise. Meine Fazit und meine Empfehlung fallen daher eindeutig aus: Wer ein großes Display für sein MacBook sucht, sollte aktuell den Umweg über ein USB-C-Adapter mit HDMI-Anschluss gehen und sich lieber einen der vielen verfügbaren "normalen" Monitore aussuchen. Dabei geht zwar etwas Komfort verloren, der Geldbeutel wird aber bedeutend geschont.

Einen persönlichen Eindruck konnte ich durch den Test ebenfalls gewinnen: Der nächste Monitor, der auf meinem Schreibtisch landet, ist definitiv mit einer Retina-Auslösung ausgestattet.

Teilen

Kommentare7 Antworten

  1. Plebejer sagt:

    Dann schreibe ich jetzt mal nicht, was mein 30″ Cinema Display gekostet hat. Dagegen sind diese Preise aus der Portokasse zu zahlen.

    • TheBrother sagt:

      Das musste ich mir auch so denken. Und für 1.399 EUR bekommt man auch kein gut ausgerüstetes MacBook … eventuel ein überholtes aber mehr auch nicht.

  2. suicide27survivor sagt:

    Waaaaaas??? Zu teuer gibt es für User nicht!;)

  3. v8Triebwerk sagt:

    Die Frage, die sich mir jedesmal stellt, sobald Monitore mit neuer Technik vorgestellt werden: weshalb schaffen es die Hersteller nur selten oder gar nicht, den großteil des RGB-Spektrums aufzubringen. Außer, dass ich beruflich genau hierauf achten muss, kalibriere ich meine Monitore in zeitlich festgelegten Abständen und das lässt nicht jeder Monitor mit sich machen. Z.Z. arbeite ich u.a. mit einem Eizo ColorEdge CG248-4K.

  4. Bigboffer sagt:

    Die Verarbeitung von dem Ding is miserabel für den Preis sollte nicht nur das Panel top sein 🤔

  5. Despo sagt:

    Klitzekleiner Fehler: Im Abschnitt über die Ausstattung beider Monitore schreibt ihr, wie viel Watt das 21,5″ Display liefert und beim 5K nur, dass es 5K schafft 😉

  6. hillspills sagt:

    Ich habe den grossen 5K und bin sehr zufrieden. Habe ich in der Angebotsphase gekauft und ich kann mich nicht beklagen. Mur gefaellt auch die Verarbeitung, welche Probleme soll es denn geben? Und den Preis finde ich auch ok, auch die TB-Displays kosteten schon knapp 1000€, ohne 5K nur halt im anderen Design. Schaut eich mal Monitore von Eizo an da wirds auch nicht billiger…

Kommentar schreiben