Tolino Epos: So schlägt sich der neue XXL-Reader in der Praxis

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Fabian 25. Oktober 2017, 10:44 Uhr

Vor rund zwei Wochen haben wir euch den neuen Tolino Epos kurz vorgestellt, nun lassen wir persönliche Eindrücke folgen.

Tolino Epos Lifestyle

Kurz nachdem Amazon den neuen Kindle Oasis mit einem 7 Zoll großen Display vorgestellt hat, wurde er auch schon wieder übertrumpft: Die Tolino-Allianz hat mit dem Epos einen noch größeren eBook-Reader vorgestellt, stolze 7,8 Zoll Bildschirmdiagonale bietet das neueste Modell. Ausgeliefert wird der neue Tolino Epos ab der kommenden Woche, ich durfte ihn dank freundlicher Unterstützung von Thalia.de bereits vorab testen.

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Bevor ich auf meine persönlichen Erfahrungen mit dem Gerät eingehe, kurz ein Blick auf die wichtigsten Daten des Geräts. Der Tolino Epos ist 140 x 209 x 8,2 Millimeter groß und damit natürlich deutlich größer als die bisherigen Modelle, auch das Gewicht ist mit 260 Gramm spürbar höher. Weitere technische Zahlen schlagt ihr am besten direkt auf der Produktseite nach, hier bedarf es sicherlich keiner einfachen Auflistung im Artikel.

Optisch keine großen Neuerungen

Als ich den Tolino Epos vorgestellt habe, gab es zunächst keine große Überraschung. Der neue eBook-Reader ähnelt seinen kleineren Geschwistern auf den ersten Blick bis ins letzte Detail, es ist einfach nur eine XXL-Variante. Anders als Amazon hat Tolino nicht auf ein asymmetrisches Design gesetzt, was das halten mit einer Hand sicherlich noch etwas erleichtern würde.

Und am Ende gibt es sie dann doch, die kleinen, aber feinen Unterschiede zwischen dem Tolino Epos und älteren Modellen wie dem Vision 4 HD: Der Power-Button liegt jetzt direkt neben dem Button zur Steuerung der Beleuchtung. Zwar fallen die Knöpfe doppelt so groß aus, trotzdem muss man bei den ersten Malen besonders hinschauen - ich habe den Reader einige Male ausgeschaltet, obwohl ich eigentlich nur die Beleuchtung anpassen wollte.

Tolino Epos

Weggefallen ist übrigens auch die Tap2Flip-Funktion, bei der man über einen Fingertipp auf die Rückseite umblättern konnte. Ganz ehrlich: Ich hatte diese Funktion ohnehin deaktiviert, da sie nicht immer so funktionierte, wie ich mir das vorgestellt habe. Und ich kann mir vorstellen, dass es beim großen Tolino Epos noch etwas unpraktischer gewesen wäre.

Positiv erwähnen muss ich dagegen eine andere Funktion, die mit dem Tolino Epos eingeführt und per Software-Update auch auf die anderen Tolino-Modelle gebracht wird: In den Einstellungen kann ab sofort festgelegt werden, dass der Home-Button zwei Sekunden lang gedrückt werden muss, um ein Buch zu verlassen. Wie oft ist es mir schon passiert, dass ich den Button unbeabsichtigt berührt und auf dem Startbildschirm gelandet bin? Daher empfinde ich diese kleine Neuerung als echte Verbesserung.

Deutlich weniger blättern mit dem Tolino Epos

Wegen solcher kleinen Details entscheidet sich aber wohl niemand für den Tolino Epos. Am Ende ist es das erneut scharfe, toll beleuchtete und natürlich in diesem Fall deutlich größere Display, auf das deutlich mehr Inhalt passt. Wie groß der Unterschied wirklich ist, könnt ihr sehr gut auf dem folgenden Bild sehen.

Tolino Epos Vergleich

Bei einer ungefähr gleichen Schriftgröße zeigt der Tolino Epos deutlich mehr Buch an. Der Hersteller verspricht 69 Prozent mehr Lesefläche, in der Praxis zeigt der Tolino Epos auf einer Seite ungefähr die Inhalte an, die sich auf den kleineren Modellen auf eineinhalb bis zwei Seiten verteilen. In der Praxis bedeutet das: Man muss deutlich weniger blättern.

Positiv dürfte das vor allem bei Nutzern ankommen, die bisher auf eine sehr große Schriftart gesetzt haben. Beim Tolino Epos profitiert man dabei vor allem durch die größere Breite des Geräts, denn so kommt es einfach nicht so schnell zu Zeilenumbrüchen. Und am Ende heißt es auch in diesem Fall: Es muss weniger geblättert werden.

Der Preis dafür ist ein nicht mehr ganz so handliches und leichtes Gerät - und die Frage, ob man beim Tolino Epos zuschlagen sollte. Eine Frage, die ich nicht so einfach beantworten kann, denn auch der Einführungspreis von 229 Euro ist sicherlich kein Schnäppchen mehr - auf der anderen Seite kostet aber auch die Konkurrenz nicht weniger. Als Fazit lässt sich daher vielleicht festhalten: Der Tolino Epos verzichtet auf Innovationen und liefert vertraute sowie bewährte Technik im XXL-Format.

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Kommentare14 Antworten

  1. SleepingSunBln 1 sagt:

    Tolino ist zwar nett, mein Favorit ist jedoch Kobo. Bin gespannt, ob die dieses Jahr noch etwas neues präsentieren 😉

    • Philipp sagt:

      Tolino und Kobo ist doch quasi das gleiche.
      Immerhin hat Rakuten-Kobo die Tolino-Sparte übernommen.

      Der Tolino Epos ist ja auch nichts anderes als ein Kobo Aura One mit anderem Gehäuse.

      • SleepingSunBln 1 sagt:

        Das mag sein, gefällt mir aber nicht. Sähe der Tolino aus wie ein richtiger Kobo, dann wäre es etwas anderes. Ich weiß, daß Rakuten-Kobo federführend ist beim Tolino

  2. Freddi sagt:

    Wie schätzt ihr die Nutzererfahrung im alltäglichen Gebrauch bei der Größe und dem Gewicht ein? Das stelle ich mir viel unangenehmer vor als mit den bisherigen Geräten.

    • Fabian sagt:

      Es ist auf jeden Fall eine Umstellung. Ich würde sagen, man kann es ungefähr mit dem Wechsel zwischen iPad mini und dem normalen iPad vergleichen.

      Insbesondere, wenn man den Reader in einer Hand hält ohne ihn abzulegen, also beispielsweise stehend in der Bahn (sehe ich immer mal wieder), würde ich den großen Epos nicht empfehlen.

      • Freddi sagt:

        Ok, danke. Aber auch auf der Couch oder im Bett lege ich den Tolino oder auch das iPad mini (das ja von den Abmessungen her mit dem Epos vergleichbar ist, allerdings nochmals 100 g mehr wiegt) nie so richtig ab. Insofern schreckt mich das doch schon etwas vom Kauf ab.

        • Fabian sagt:

          Das ist wirklich eine Sache, die ich sehr schlecht verallgemeinert beurteilen kann. Im Zweifel selbst mal in die Hand nehmen, ist ja dank Rückgaberecht kein Problem.

  3. beedaddy sagt:

    Eine der wichtigsten Fragen wäre für mich, wie sich der kleinere (!) Akku von nur 1200mAh (anstatt 1500mAh z. B. beim Vision 4 HD) in der Praxis auswirkt.

  4. L.U.Cypher sagt:

    Hallo Fabian. Wie lesbar wäre eine eingescannte Taschenbuchseite (z.B. PDF, 300 dpi, DIN A5, ggf. noch zugeschnitten wg. der weißen Ränder) oder Romanheftseite (z.B. PDF, 300 dpi, DIN A4, ebenfalls noch zugeschnitten) auf dem Reader. Auf dem Kindle Paperwhite ist es unlesbar, der alte Kindle machte es zwar besser, trotzdem wäre ein größeres Display von Vorteil. Wäre für mich ein Kaufgrund. 🙂

  5. Rudi sagt:

    Ich behalte meinen kleinen Tolino. Ist handlicher und leichter.

  6. Grammaticus sagt:

    Die (einstellbare) Verzögerung der Home-Taste gibt es schon wesentlich länger. Das hat nichts mit dem Epos zu tun.

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