Zubehör-Hersteller im Interview: Apples Produktzyklus ist optimal

Kategorie appWare, iPad, iPhone, Top-Thema - von Fabian am 28. Okt '13 um 19:22 Uhr

Kurz vor dem Start des Apple iPad Air haben wir mit Stefan Dutta, dem Geschäftsführer der Hüllen-Manufaktur Waterkant, gesprochen. Welche Auswirkungen hat ein neues Apple-Produkt für die Zubehör-Hersteller?

Waterkant iPad Huelle

Mit welchen neuen Produkten werdet ihr zum Launch des iPad Air aufwarten können?
Stefan Dutta: Zum Launch des iPad Air werden wir als Hersteller mit einer Produktion in Deutschland natürlich bereits ab dem ersten Tag Produkte unserer Marke Waterkant verfügbar haben. Speziell die Deichkönigserie aus echtem Wollfilz befindet sich bereits jetzt schon in der Produktion und wurde natürlich schon perfekt auf die Abmaße des iPad Air abgestimmt. Bei Waterkant werden wir uns zum Start speziell auf die Deichkönig Zip Serie mit Reißverschluss konzentrieren, da wir hier denken dass es gerade mit dem neuen Formfaktor des iPad Air die perfekte Schutzhülle ist.

Aufgrund der abgerundeten Kanten und des deutlich reduzierten Gewichts, finden wir, dass man das iPad nicht in einem Folio verstecken sollte. Man will das Leichtgewicht und den Handschmeichler nun ja auch in der Hand spüren und das Tablet nicht in einem klobigen und zudem schweren Folio Case verstecken. Dadurch macht man sich die Vorteile des neuen iPads sonst ja gleich wieder zu Nichte. So sehen wir es jedenfalls bei Waterkant und schätzen die Kunden unserer Marke auch so ein. Somit benutzt man das Gerät pur und verstaut es nur zum Transport in einer Hülle, wo es gegen Beschädigungen wie zum Beispiel Stöße, Kratzer und auch Feuchtigkeit stilvoll verpackt ist.

Die Filzhüllen von Waterkant werden ja bei euch direkt gefertigt. Wie schnell könnt ihr auf neue Geräte reagieren?
Stefan Dutta: Eine eigene Produktion vor Ort zu haben hat sehr viele Vorteile. Zum einen kann man sehr schnell neue Taschenideen oder auch Größenveränderungen, wie jetzt beim iPad Air, oft innerhalb eines Tages als grobes Muster erstellen und schauen, ob sie in der Praxis genauso gut funktionieren oder so aussehen, wie man es sich in der Theorie vorgestellt hat. Zum anderen sind wir sehr flexibel, was die eigentliche Produktion angeht. Wir können innerhalb weniger Stunden den Schnitt unserer Taschen auf ein Wunschgerät anpassen. Das bedeutet, dass wir die Taschen im Prinzip von heute auf morgen in angepasster Form liefern können.

Hierbei sind wir durch die Wahl des Materials und unserer Produktionsmethoden jedoch nicht auf große Mindestabnahmemengen festgelegt. Sollte ein Kunde beispielsweise nur 10 Taschen für ein Gerät haben wollen, erstellen wir den Schnitt und liefern ihm eine perfekt sitzende Tasche innerhalb weniger Tage. Normalerweise rechnet sich solch ein Vorgang mit Produktion in Asien beispielsweise erst ab einer Abnahmemenge von 500 bis 1000 Taschen. Das bietet uns die Möglichkeit einem Kunden etwa eine Tasche mit Maß nach Wunsch, oder eventuell auch einfach nur eine bestehende Tasche aus dem Sortiment mit seinem eigenen Firmenlogo kurzfristig liefern zu können. Sei es für ausgewählte Kunden als Geschenk, oder einfach auch als hochwertiges Werbemittel. Sehr gerne setzen wir solche Wünsche sowohl für Privatleute als auch Geschäftskunden schnell und ohne große Mindestabnahmemengen um.

Mit Cool Bananas habt ihr eine weitere Marke am Start. Habt ihr dort auch die Möglichkeit, so schnell zu reagieren?
Stefan Dutta: Cool Bananas ist die klassische Marke, wenn man einen guten Schutz in ansprechendem Design zu einem relativ guten Preis möchte. Es ist unsere Lifestylemarke, bei der wir denken, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Auch hier sind wir trotz Produktionsstandort Asien immer sehr schnell was die Verfügbarkeit neuer Produkte zum Verkaufsstart angeht. Meist können wir an unsere Vertriebspartner noch vor dem offiziellen Verkaufsstart einiges an Produkten ausliefern. Je nachdem, was für Werkzeuge für ein Produkt erstellt werden müssen, brauchen wir oft nur zwei bis drei Wochen vom Erstellen des ersten Musters bis zum Abschluss der Massenproduktion.

Beim iPad mini der zweiten Generation sieht die Sache anders aus, hier ist die Bauform unverändert. Ärgert man sich da als Hersteller vielleicht auch ein bisschen, weil man keine neuen Hüllen verkaufen kann?
Stefan Dutta: Das kann man von zwei Seiten betrachten. Zum Einen ist es immer schöner für einen Hersteller, wenn sich der Formfaktor ändert. Es entsteht ein erhöhter Bedarf an Taschen oder Backcovern mit veränderter Form im Fachhandel und natürlich gleichermaßen beim Endkunden. Dieses bringt einem natürlich aufgrund der ganzen Neubestückungen in den Läden einen guten Absatz. Jedoch verlieren Produkte mit vorher gutem Absatz somit Ihre Verkaufspositionen und erreichen eventuell nach Neulistung des Nachfolgeproduktes nicht mehr den gleichen Rang im Fachhandel wie vorher. Aufgrund neuer Artikelnummern muss sich jedes bewährte Produkt erstmal wieder aufs neue behaupten. Zudem muss man als Hersteller schauen, dass man seinen Restbestand an Produkten mit altem Formfaktor rechtzeitig abverkauft hat.

Generell würde ich sagen, dass ein Wechsel der Form alle ein bis zwei Jahre sicherlich sehr angenehm für einen Hersteller ist, weil man von Beginn an größere Stückzahlen produzieren kann und es sich auch lohnt diese zu bewerben. Bei Größenveränderungen nach sechs Monaten lohnt sich die hohe Investition in neue Produkte und Werbungen oft nicht. Kaum sind die Produkte entwickelt, produziert und haben gerade erst den Weg in die Läden gefunden, wird sechs Wochen später wieder bereits über ein Nachfolgeprodukt spekuliert. Bei längeren Produktzyklen, wie sie beispielsweise Apple bietet, weiß man woran man ist, und die neu entwickelten Produkte haben somit Zeit sich zu etablieren und somit auch die Möglichkeit sich erfolgreich über einen längeren Zeitraum von ein oder zwei Jahren zu verkaufen. Dadurch lohnen sich erst die Entwicklungskosten und Investitionen und es entsteht ein deutlich besser planbarer Absatz.

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Kommentare1 Antwort

  1. Martin sagt:

    Denkt Ihr Euch die Interview Fragen für solche Product Placements eigentlich selbst aus oder werden die vom beworbenen Unternehmen direkt mitgeliefert?

    [Antwort]

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