Berliner Mobilfunkgipfel: Können wir schon bald ohne Funklöcher telefonieren und surfen?

Auch wenn der Netzausbau der großen Mobilfunk-Provider stetig vorangetrieben wird, sieht es gerade in ländlichen Gebieten schlecht aus. Das soll sich schon bald ändern.

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Wer mit dem Auto, Fahrrad oder der Bahn über Land fährt, wird vor allem eines bemerken: Die Mobilfunkverbindung ist oft stark verbesserungswürdig. In diesem Punkt hinkt Deutschland nach wie vor im europäischen Vergleich stark hinterher, trotz entsprechender Versprechen der großen Mobilfunk-Anbieter, den Netzausbau kontinuierlich voranzutreiben. 

Auch ich als Kundin im O2/ePlus-Netz merke vor allem beim Verlassen meiner Stadt schnell die Grenzen des Netzausbaus: Im Umland der Stadt heißt es oft nach wie vor, mit schneckenlangsamen Edge-Verbindungen Vorlieb nehmen zu müssen. Zwar sind die Mobilfunk-Betreiber derzeit verpflichtet, 98 Prozent der deutschen Haushalte zu versorgen, allerdings reicht dies langfristig nicht. Bis zum Jahr 2021 sollen so aus 98 Prozent Netzabdeckung nun 99 Prozent werden. 

Wie das Magazin Spiegel Online berichtet, sind damit erhebliche Kosten verbunden. „Dieses zusätzliche Prozent gilt als sehr teuer, da es sich um abgelegene Gebiete handelt. Bis 2021 soll es hundert neue 4G-Standorte an bislang unversorgten Verkehrs-Hotspots und tausend neue 4G-Standorte in den ‚weißen Flecken‘ geben, kündigte [Bundesinfrastrukturminister] Scheuer an. Geplant seien zudem zehntausend neu aufgerüstete 4G-Standorte.“

Nationales Roaming wird von Mobilfunk-Betreibern abgelehnt

Im Zuge dessen wurden den drei Mobilfunk-Providern der Telekom, Vodafone und Télefonica (O2) Zugeständnisse bei der kommenden Auktion von 5G-Frequenzen eingeräumt. Die Unternehmen werden nicht sofort für die Lizenzen zahlen müssen, um mehr finanzielle Mittel für Investitionen zur Verfügung zu haben. Außerdem wollen sie möglichst wenige Auflagen, beispielsweise eine Pflicht, 5G auch in ländlichen Gebieten anzubieten, verpasst bekommen. „Auch das ‚nationale Roaming‘, bei dem alle Unternehmen zusammen für die Abdeckung sorgen, lehnen die Mobilfunkbetreiber ab“, heißt es bei Spiegel Online.

Eigentlich war die komplette Schließung bestehender Funklöcher durch den ehemaligen Verkehrs- und Infrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU) bereits für dieses Jahr versprochen worden – daraus wird offenbar nichts, denn der Ausbau der Mobilfunkstruktur soll nun noch bis 2021 Zeit bekommen. Immerhin: Der Bund einigte sich während des Gipfels in Berlin mit den Mobilfunk-Unternehmen auf die Einrichtung einer Funkloch-Melde-App bis Ende Oktober dieses Jahres, mit der unterversorgte Gebiete besser identifiziert werden können. Die gemeinsame Erklärung des Mobilfunkgipfels kann hier von der Website des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur als pdf heruntergeladen werden. Man darf gespannt sein, wie sich die Netzabdeckung vor allem in ländlichen Gebieten in den nächsten zwei bis drei Jahren entwickelt. 

Wie sieht es an eurem Wohnort mit der Netzabdeckung aus? Seid ihr zufrieden mit eurem Empfang, oder gibt es häufig Anlass für Ärger? Bei welchem Provider seid ihr, und wo seid ihr von Funklöchern betroffen? Würdet ihr eine neue Funkloch-Melde-App nutzen? Wir sind gespannt auf eure Meinungen zu diesem Thema.

Kommentare 29 Antworten

  1. Die Telekommunikationsbranche ist bezeichnend dafür, wie Deutschland allgemein abgehängt wird. Sollen Sie an ihrer Gier ersticken. Wir werden noch in der nächsten Generation für den UMTS-Wahnsinn bezahlen.

      1. Nun, unter dem Strich ist es aber leider so. Vor zwanzig Jahren waren wir der Innovationszug und heute…? Aber hey, den Deutschen geht es so gut wie nie. Alles in Butter. Sorry, fürs Aufwecken. ?

        1. Wir waren auch vor 20 Jahren kein Innovationszug. Die Skandinavier und Britannien waren da um Längen vorne weg.

          Nur weil man „Erster“ ist bzw. schreit bedeutet das nicht das im Rest der Welt kein Licht brennt.

          Verbessern kann man vieles, „E-Netz“ und seine Funktechnik z.B. kannst Du den Hasen geben. Hoch gelobt und modern kann es selbst heute keinem D Netz das Wasser reichen.

    1. Ich bin genau der gleichen Meinung, dass wir den restlichen europäischen Ländern in moderner Technologie extrem nachstehen. In meinem letzten Kommentar, als es darum ging, dass Deutschland auch bei Apple Pay hinterher hinkt, weil die Regierung, bzw. die Unternehmen, die die Regierung steuern, Angst um ihre Einkünfte haben, wurde ich sträflich angefeindet, was mir einfiele, den ehemaligen technologischen Vorreiter anzuzweifeln.

      Also liebe Hater, los geht’s!

      1. Du solltest dir das Internet nicht so zu Herzen nehmen. Weder bei Pro, schon gar nicht bei Contra. Am Ende hat eh niemand was von dem Gequatsche, denn das ändert rein gar nichts.

  2. Das die Politiker sich schon wieder verarschen lassen hätte ich nicht gedacht. Schon die Vorgaben für den 4G-Ausbau in ländlichen Gegenden wurden sträflich missachtet. Da helfen eigentlich nur Milliarden-Strafen.Deutschland hat mit Abstand das schlechteste Mobilfunk-Netz in Europa, aber dafür die teuersten Tarife.

  3. Hallo,

    Ja das ist so eine Sache. Je nach Anbieter, Lebt man da oder da und so sollte man schauen welcher da besser ist, ja dass Nervt. Bin bei D1 und bleibe da auch, habe die besten Erfahrung. Egal ob ich an der Nordsee oder wie jetzt bei Berlin Lebe. Mit O2 habe ich nur Negatives zu schreiben, egal ob Service oder Verbindung, Sprachqualität usw. meine Freunde die O2 haben die Stören sich nicht daran aber mir ist das nun wichtig. Wenn ich mit Freunden Tel die O2 haben, meistens immer sehr mies das Telen, egal ob von D1 zu O2 oder vom Festnetz zu O2. Und Sie sind meistens in Berlin und da ist O2 angeblich gut ausgebaut aber Sie senden mit wenig Power, D1 dagegen mehr usw. von D2 ganz zu schweigen.
    Ja Deutschland ist sehr, sehr weit hinten, warum gibt es kein open end in Sachen Daten? Ja, gibt es aber viel zu teuer, sollte es in jedem Vertrag geben No Data Limit.
    Muss Jeder selber Wissen wo Er ist um bissel zu Sparen aber auch D1 könnte besser sein, es gibt auch hier wo LTE nicht geht.

    Netten Gruß
    Sven

    1. In einem gebe ich dir recht.
      O2 ist Momenten grotte.
      Denke auch nach 18 Jahren daran den Verein zu wechseln.
      Seit dem Zusammenschluss mit ePlus nur Probleme.
      Vorher war es bei mir in der Region sehr gut und zu guten Preisen, aber jetzt können nicht mal die locken…
      Aber weder D1 (hat meine Partnerin) noch Vodafone (hat mein Vater) sind momentan bei uns besser dran.
      Und wir wohnen nicht auf dem Land und dann noch weiter …
      Alle Netzanbieter sind momentan mit ihren Netzen total überfordert.
      Sollten erst mal LTE richtig auf spur bringen bevor das nächste gemurxe kommt ?
      Also der Wechsel wird mir momentan nicht leicht gemacht …

      1. Hast Du eigentlich auch irgendetwas konstruktives beizutragen oder wirst Du fürs trollen bezahlt?
        Ein Schwachsinnsbeitrag reiht sich an den nächsten.

  4. Deutschland ist zwar nicht Top was LTE Netz angeht… aber ich bin zufrieden… bin sei Telekom und hier im Stuttgarter Raum hab ich immer sehr schnelles LTE… und mit StreamOn hab ich auch kein Daten Problem… kommt halt immer drauf an wo man Wohnt… die Schwaben sind halt einfach fleißiger シ

  5. SteamOn ist ne feine Sache nutze ich fast Täglich, Update usw eh alles über WLAN vom Festnetz aus. Nutze mein 8GB mobil eh nicht aber doch gut wenn man Sie mal benötigt, hatte ich auch schon. Ja, leider gibt es hier stellen wo LTE nicht geht. Wunderte mich nur warum Musik weg ist und siehe da kein LTE. Großen ganze bin ich sehr zufrieden mit D1 Sprich Telekom auch was den Service usw angeht, man muss nur was tun dann bekommt man auch was, von nix passiert nix.

  6. Ich war vor ein paar Tagen für eine Rundreise erstmalig in der Türkei. Erst Istanbul, dann übers Land runter an die Südküste. Am Flughafen original Vodafone Karte mit 10 GB Allnetflat innerhalb des Landes und 500 min nach Europa für 60 Lira gekauft. (knapp 10 Euro als prepaid)
    Überall voller LTE Empfang. Da fühlt man sich schon ganz schön verschauckelt wenn man an Deutschland denkt.

    1. Gabs schon mal von O2.
      Die hat den Standort gespeichert wo es kein Netz gab und den gesendet wenn wieder Empfang da war.
      Haben die aber eingestellt.
      Gab wohl zu viele Löcher und zu viele die gemeldet haben ????

  7. 1) der Staat entzieht mit seiner Gier bei dem Verkauf der Frequenzlizenzen den Providern die notwendigen Mittel aus der Tasche.Er ist damit direkt für den nicht stattfindenden Ausbau im ländlichen Bereich verantwortlich.
    2) die Provider müssen gezwungen werden die Infrastruktur gemeinsam aufzubauen, obwohl das besser eine Aufgabe für den Staat wäre. Warum soll jeder Provider seinen eigenen Funkmast aufstellen?
    3) Fest steht, das unsere Politiker Ihre Pflicht für eine Infrastruktur in jedem Bereich versuchen abzugeben um damit einmalig Geld zu bekommen anstatt Ihre Verantwortung wahrzunehmen und dann die Infrastruktur an mehrere Parteien zu verteilen.

    1. Die Wirtschaft selbst will doch das sie Lizenzen erwerben können, auch um Wettbewerber abzuwehren.

      Würde in Deutschland tatsächlich jemand „freie Märkte“ haben wollen … dann gäbe es ein nationales staatliches Funknetz in welchem Provider entsprechend Frequenzen buchen, das Netz und deren Entwicklung in der Hand der Öffentlichkeit bleibt – Lizenz sind für Unternehmen faktisch billiger und Schränken den Wettbewerb ein – denn. Ich jeder kann Milliarden aufbringen, lokale Anbieter sind so chancenlos.

      In anderen Ländern nennt man das Korruption und Bananenrepublik, hier Postengeschacher, Klüngel etc …

  8. Eine App um Funklöcher zu melden die die Provider eh schon kennen, die sind nicht blöd und können die Funkabdeckung sehr gut planen. Die App sind nur verbrannte Steuergelder und ein feigenblatt für die Versäumnisse der Politik.

  9. Also ich bin Telekom Kunde und bin viel in Berlin und Brandenburg unterwegs. In Berlin habe ich, bis auf die U-Bahn, überall LTE. In Brandenburg ist das hingegen unterschiedlich, wobei im letzten Jahr sich in Sachen LTE viel getan hat. Hier hab ich teilweise im tiefsten Wald immer noch vernünftigen LTE Empfang. Aber es gibt auch Abschnitte, zum Beispiel Richtung Frankfurt/Oder oder in Richtung Lausitz, wo tlw. gar kein Netz vorhanden ist. Da ist auf jeden Fall noch Bedarf da. Aber meine Partnerin ist bei O2 und da ist schon oft an der Stadtgrenze Schluss mit Netz, tlw. nicht mal EDGE.
    Natürlich hat man im Ausland Objekt immer LTE verfügbar, das hängt zum Teil auch mit dem Vorteil zusammen, dass man immer das schnellste Netz nutzen kann und dort die Auswahl von mehreren Providern hat.
    Ein Problem ist leider aber auch die Geiz ist Geil Mentalität, wenn dann investieren doch eh nur die drei großen, Telekom, Vodafone und O2. Die Provider sind das Problem, die machen nur auf billig, lagern den Service ins Ausland aus oder zu Dienstleistern und investieren tuen die doch nix. Vielleicht sollte man denen mal eine Pflichtabgabe zum Netzausbau aufbrummen.

  10. Sollte die App schlecht programmiert sein, also im Funkloch nicht melden können, glaube ich nicht mehr daran, dass Deutschland Ahnung von Digitalem hat

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