Catchr: Neue App lässt das eigene iPhone überwachen

Wer kein Vertrauen in seine Mitmenschen hat, bekommt mit der neuen iPhone-App Catchr einen kleinen Spionage-Helfer.

CatchrBei manchen Apps staunen wir wirklich, was sich die Entwickler wieder haben einfallen lassen und wer wohl etwas damit anfangen kann. Catchr (App Store-Link) ist genau so ein Fall. Auf der einen Seite finden wir es erstaunlich, wie die Entwickler die Restriktionen ausgereizt haben, auf der anderen Seite fragen wir uns, wie viel Misstrauen man in seine Mitmenschen haben muss, damit man eine App wie Catchr nutzt.

Die nur 17 MB große Neuerscheinung kann zum Einführungspreis von 1,79 Euro aus dem App Store geladen werden und zeichnet im Hintergrund auf, welche Apps auf dem iPhone gestartet oder beendet wurden. Die Bedienung ist dabei sehr einfach, allerdings muss man auch einige Bedingungen bei der Nutzung beachten.

Die englischsprachige App begrüßt nach dem ersten Start mit einem kleinen Tutorial, in dem zum Beispiel erwähnt wird, dass man vor der Aktivierung von Catchr alle Apps im Multitasking schließen sollte. Neben der Möglichkeit die App mit einem Passcode zu schützen, wird man auch darauf hingewiesen, dass Start der Mail- und Nachrichten-Applikation aufgrund von Apple-Restriktionen nicht immer genau erfasst werden könnten. Bei 95 Prozent der Apps sei das aber kein Problem.

Vorstellbar ist folgendes Szenario: Ihr aktiviert Catchr und lasst das iPhone auf dem Tisch liegen, während ihr euch auf das stille Örtchen verdrückt. Später könnt ihr dann problemlos überprüfen, ob auf dem iPhone zu dieser Zeit Apps gestartet oder gestoppt wurden und ob das iPhone bewegt wurde – letztes wird über die Bewegungssensoren im Gerät erkannt.

Das große Problem von Catchr: Wenn die App selbst beendet wird, können keine Aktivitäten mehr aufgezeichnet werden. Auch wenn die Entwickler keinen Einfluss darauf haben, ist der Nutzen der App so doch schon sehr eingeschränkt.

Letztlich fragen wir uns: Kann man so misstrauisch sein, dass man so eine App nutzt? Wenn das der Fall ist, sollte man lieber das iPhone selbst mit einem Passcode schützen oder es gar nicht erst offen liegen lassen. Ein mögliches Einsatzgebiet hätten wir dann aber doch: Auf dem iPad könnte man Catchr aktivieren, wenn man seinen Kindern das Apple-Tablet zum Spielen ausleiht und nicht dauerhaft einen Blick darauf werfen kann.

Kommentare 13 Antworten

  1. Naja ich würde so eine App nicht als Überwachung einsetzen… Allerdings vermisse ich (was bei Android problemlos, zumindest bei gerooteten Phones möglich ist) eine App die mir auflistet wie oft und wie lange ich welche Apps nutze. Aber sowas werden die Apple Einschränkungen nicht hergeben 🙁

    1. Bei Android Geräten gibt’s das nur mit Root, das ist genauso als würdest du auf deinem apple Gerät einen jailbreak installierst… Und mit jailbreak geht das auch auf apple Geräten. 😉

  2. Liebes appgefahren-Team!

    Die Aussage im letzten Absatz eures Artikels bereitet mir großes Unbehagen.

    Ich bin der Meinung, dass gerade Eltern und ihre Kinder einander vertrauen sollten.

    Eine „Überwachung“ meiner Kinder mit so einer App wäre für mich ein massiver Vertrauensbruch ebenso wie z. Bsp. die „Überwachung“ des Aufenthaltortes mit entsprechenden Apps.

    Vertrauen und Ehrlichkeit sind in meinen Augen menschliche Kernkompetenzen, die man seinen Kindern deshalb auch aktiv vorleben sollte.

    1. Prinzipiell stimme ich dir zu aber Tracking hat auch Vorteile, die unsere Familie nicht mehr missen will. Bei uns kann jeder jeden tracken. Und auch das ist ein Vertrauensbeweis. Wenn nötig fingen wir uns auf Jahrmärkten u. ä. schnell wieder. Oder im Notfall weiß ich wo mein Sohn ist.

    1. Hab das mal mit dem geführten Zugriff ausprobiert, weiß aber leider nicht was mir das bringt :S So wie ich das verstehe, kann ich Apps wenn ich sie öffne beschränken. Aber kann ich dann wenn ich sie einmal schließe, beschränkt lassen??

      zum Thema: finde es auch ein wenig übertrieben, wie man mittlerweile sein iPhone schützen kann! Früher habe ich einfach mein iPhone nicht in irgendwelche Handy gegeben, heutzutage nutze ich einfach die Passwortsperre und gut ist. Doch in ein paar Menschen im Umfeld kann man ja wenigstens vertrauen haben denke ich 🙂

  3. Habe die App mal runtergeladen um sie auszuprobieren. Ist keine schlechte app, einziger Kritikpunkt wäre halt, dass wie schon im Artikel erwähnt, die App im Hintergrund laufen muss. Allerdings wäre die App wohl noch besser wenn die Entwickler noch IFTTT/Pushover oder halt Notifications für pebble integrieren würden.

  4. Wie ausbruchssicher so eine App ist kann man erst in der Praxis feststellen – ich bin bestimmt nicht der Einzige, der die Kindersicherung am PC für die Zeitbegrenzung regelmäßig unbemerkt außer Kraft gesetzt hat.. Not macht erfinderisch

  5. Mich würde interessieren ob catchr auch aufzeichnet wenn das iphone an einen vertrauenswürdigen PC angeschlossen wurde und itools oder itunes gestartet wird.

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