Gerraldo stellt vor: Das Deckbauspiel Ascension

Unser Nutzer Gerraldo hat ins „Ascension: Chronicles of the Godslayer“ empfohlen. Da wird selbst keine Ahnung von den Deckbauspielen haben, hat er dankenswerterweise die Vorstellung gleich selbst übernommen!

Umsetzungen von Brett- und Kartenspielen erfreuen sich wachsender Beliebtheit auf den iDevices. Viele Klassiker (wie Monopoly, Risiko oder Uno) und beliebte Spiele-Hits (Carcassonne, Zug um Zug, Siedler von Catan) sind im App Store vertreten. Aber auch der eine oder andere exotischere Titel wurde bereits „verappt“.

„Ascension: Chronicles of the Godslayer“ (App Store-Link) – das erste offiziell lizensierte Deckbauspiel unter iOS – wurde von drei erfahrenen „Magic: The Gathering“-Meisterschaftsspielern entwickelt. Und ähnlich dem großen Vorbild, muss der Spieler auch hier seinen Kartenstapel (genannt „Deck“) aufbauen und verbessern. Anders als bei „Magic“ geschieht dies aber bei „Ascension“ während (und nicht vor) dem Spiel.

Jeder der 2-4 Spieler beginnt mit denselben 10 Karten (8 Runenmagier und 2 Kämpfer), die je einer Ressource ihrer Sorte zur Verfügung stellen. Die Karten werden gemischt und jeder Spieler bekommt jede Runde fünf seiner Karten ausgeteilt. Zusätzlich gibt es noch einen allgemeinen Stapel voller Helden (bringen Ressourcen und/oder Aktionen), Konstrukte (werden dauerhaft vor dem Spieler aufgelegt und wirken so jede Runde) bzw. Monster (können von den Spielern besiegt werden und bringen Ruhmespunkte und oft auch Ressourcen und/oder Aktionen).

Vom allgemeinen Stapel liegen immer sechs Karten offen in der Mitte und werden sofort ergänzt, wenn ein Spieler in seiner Runde welche davon erobert bzw. besiegt. Die eroberten Karten kommen dabei auf den eigenen Ablagestapel (der später wieder zum Zugstapel wird), die besiegten Monster wandern ins Nichts (und werden endgültig abgelegt).

Das Spielende wird durch einen Punktepool gesteuert (bei 2 Spielern 60) aus dem sich die Spieler immer dann bedienen, wenn sie ein Monster besiegen bzw. dies eine Kartenaktion ermöglicht. Bei Spielende zählen aber nicht nur diese Punkte, sondern auch die Ruhmespunkte der eroberten Karten im Deck und nur, wer insgesamt die größte Menge Ruhm anhäufen konnte, gewinnt.

Auch wenn sich das vielleicht etwas kompliziert anhören sollte, spielt sich „Ascension“ wirklich locker-flockig. Der Einstieg ist leicht (nicht zuletzt wegen des hervorragenden Tutorials, der Karten-Gallerie und der enthaltenen Regel zum nachlesen), der Ablauf flüssig und eine Runde dauert nur ca. 15-20 Minuten (bei 2 Spielern). Man kann gegen Computergegner antreten und per „Pass ’n Play“ oder online mit Freunden/Fremden spielen (dabei wird man zwar vom GameCenter begrüßt und das Spiel ist dort auch gelistet, aber es gibt noch keine Errungenschaften oder Bestenlisten). Auch eine Chat-Funktion im Spiel habe ich schmerzlich vermisst…

Davon abgesehen ist „Ascension“ ein wirklicher Hit mit Suchtpotential! Da immer auch das Kartenglück bzw. der/die Mitspieler ein Wörtchen mitzureden haben und das Spiel eher taktisches Geschick, als Langzeitstrategie erfordert, gewinnt nicht automatisch immer der erfahrenste Spieler. Und während sich der Sieger noch seines taktischen Könnens rühmt, beklagt der Verlierer das Kartenpech und fordert sogleich Revanche.

„Ascension: Chronicles of the Godslayer“ ist als Universal-App für iPhone und iPad für einen Preis von 3,99 Euro erhältlich. Leider gibt es derzeit nur eine englische Umsetzung, gewisse Kenntnisse der Sprache sollte man also beherrschen.

Kommentare 27 Antworten

  1. Da ich ja generell gegen gerraldo sein muss, seit er behauptet hat ich würde bei Aldi arbeiten, kann ich euch nur wärmstens empfehlen: „Shadow Era“! Ein Klasse Spiel:)

    1. Also um genau zu sein, ich sagte: „… bei Aldi oder im Baumarkt …“. ;0)

      Und ja „Shadow Era“ ist gut, aber nicht so zugänglich und einsteigerfreundlich. Ist halt mehr CCG als Deckbauspiel (Ascension ist eher wie Dominion das Spiel-des-Jahres 2009, SE mehr wie Magic). Aber gut sind sie alle!

      1. Hab mir die lite version von ascension geholt. Macht wirklich spaß, aber obs mir auch 3,99 € wert wäre online zu spielen … Oder schaltet man da andere features frei? Bleibt einem dann das deck was man am ende eines duells hat erhalten oder wie? Thx im vorraus 😉

        1. Also…
          – Nein, im Online-Spiel kann man nur gegen seine Freunde aus dem GameCenter bzw. Fremde antreten (dazu erstellt man ein Spiel und lädt ein bzw. nimmt eine Einladung an). Da fehlen (ich hoffe stark das kommt noch) dzt. Errungenschaften, Hitlisten usw. Auch eine Chat-Funktion fehlt mir sehr (ich hab‘ aber den Entwicklern schon geschrieben).
          – Anders als ein CCG (wie z.B. Magic: The Gathering) ist Ascension mehr wie ein traditionelles Kartenspiel. Die Karten gehören zum allgemeinen Vorrat und sein persönliches Deck baut man sich nur für die jeweilige Partie. Beim nächsten Mal startet man wieder mit denselben 10 Basiskarten.

          BTW: Für das Kartenspiel Ascension ist vor kurzem eine (StandAlone-) Erweiterung erschienen. Die kann man für sich genommen spielen oder mit dem Grundspiel mischen. Ich hoffe, da kommt auch bald was für die iOS-Version… ;0)

          1. Ah oke danke. Dann hol ich mir wahrscheinlich nich die vollversion, sindmir zu wenig features:/ aber was auch sowas ähnliches ist: Soulcard Masters. Ein langer storymode mit vielen karten(die man sogar kombinieren kann). Ist im retrostyle gemacht und macht spaß wenn man es einmal verstanden hat. Kostet 2,39 gabs aber auch schonmal kostenlos und denke es gibt demnächst mal wieder so eine aktion.

          2. Allerdings: am meisten Spaß macht es doch immernoch in wirklicher realer Gesellschaft zu spielen. Ich bleibe auf jeden Fall bei MTG. Hotz die Schotten freue ich mich auf M12:)

  2. Danke für die interessante Vorstellung dieses Spiels.

    Ich denke jedoch, dass für bestimmte Spiele das iDevice (genau so wie andere Computer) das falsche Medium ist: ich brauche bei Monopoli, Uno und anderen Brett- oder Kartenspielen die hassverzehrte Fratze meines Gegners, wenn er verliert, auch das höhnische Grinsen, wenn er mal gewinnt, und natürlich möchte ich den Angstschweiss sehen, wenn ich wieder mal jemanden zu sehr in die Mangel nehmen kann. Ein iDevice aus Verärgerung über seine Fehler anzuschreien, ist halt nicht dasselbe – und bewirkt nicht wirklich eine Verhaltensänderung. Das dürfte auch bei diesem Spiel so sein.

    Es gibt Spiele, für die brauchst einfach lebende, einem direkt gegenüber sitzende Gegner. Da sollte man keine Kompromisse eingehen!

    1. Wobei Monopoly auf dem iPad mit mehreren Leuten schon echt Spass macht und auch extrem gut umgesetzt ist. Habe zwar selbst leider noch keins, aber im Media Markt im die Ecke haben wir schon so manche partie gespielt. 😉

    2. Nun ja… Computer und Brett-/Kartenspiele das beisst sich oft (aber mehr vom Handling – etwa so, wie 3D-Shooter am besten mit Tastatur und Maus funktionieren), aber das iPad ist IMHO wirklich ein ideales Medium für die Umsetzung dieser Spiele.

      Die Vorteile sind klar:
      – Die Erklärung kann mit einem Tutorial erfolgen (umständliches Regellesen entfällt).
      – Man hat auf engstem Raum Ersatz für einen Schrank voller Spiele (super auch auf Reisen).
      – Die Preise sind (trotz Mehrwert) viel geringer als beim Schachtelspiel.
      – Man kann alleine spielen bzw. uben.
      – Man kann mit Freunden an einem iPad spielen (PnP oder sogar mit iPhone-Zusatz!)
      – Man kann gegen Leute aus aller Herren Länder spielen (wenn online spielbar).
      – Man kann mit Freunden und/oder Familie spielen, auch wenn man mal keine Zei für ein Treffen hat.

      Du bemängelst die Interaktion, das Drumherum beim spielen. Solange das nettes plaudern, mal einen Witz reissen, einen Mitspieler aufziehen o.ä. beinhaltet, OK, das fehlt (wenn man nicht im selben Raum sitzt, was aber auch mit iPad geht s.o.). Aber die von dir gebrachten Bilder mit „Angstschweiß“, „hassverzerrtem Grinsen“ und „hönischem Gelächter“ vermisse ich sicher nicht am Spieltisch… Ich will mich entspannen und Spaß haben und nicht meine Mitspieler „vernichten“. Da halte ich es ganz mit dem Motto: „Der Weg ist das Ziel.“. ;0)

      1. Ich gebe zu, dass ich einen Hauch (?) überzeichnet habe 😉 . Mir geht es vor allem darum, dass bei dieser Art von Spielen auch andere Kanäle der Sinneswahrnehmung angesprochen werden.

        Nicht nur das haptische, eine Spielkarte oder eine Figur fühlt sich einfach anders an, auch das optische und auditive Erleben fallen mit dem iDevice anders aus. Und zusammen mit olphaktorischen und manchmal auch gustatorischen Reizen entsteht eine interindividuelle Kommunikation, die für mich den besonderen Reiz dieser Spiele ausmacht.

        Oder einfach ausgedrückt: trotz aller von Dir skizzierter Vorteile bitte das Original im direkten Miteinander nicht vergessen!

        PS: Deine skizzierten Pro’s der iDevice-Variante sind eine gute Ergänzung zu Deiner gelungenen Rezension. Danke auch dafür!

        1. Ich dachte mir ja schon, dass du da etwas überzeichnet hast (zumindest hab‘ ich es auch für deine Spielpartner gehofft)… Aber mich würde trotzdem interessieren was und mit wem du da spielst, weil da kommen jetzt auch noch Geruch und Geschmack dazu!? ;0)

          Und klar, die Schachtel-Originale sollte man dabei nicht vergessen (davon hab‘ ich 4.000+ in meinem Spielearchiv) – ich komm‘ ja aus der Ecke… Ein gepflegter Spielenachmittag oder -abend ist durch nichts zu ersetzen!

          P.S.: Schönen Dank für’s Lob! Ich hänge das mal hier aus gegebenem Anlass an – ist aber bitte an ALLE Gratulanten gerichtet. *DANKE* ;0)

          1. Olphaktorisch nimmt man viel mehr Reize auf, als man sich dessen bewusst wird! Riechen spielt nicht nur bei der Partnerwahl eine entscheidende Rolle (wissenschaftlich belegt!), sondern auch bei anderen interindividuellen Aktionen und Reaktionen. Alle Sinnesreize zusammen erst ergeben die ‚Gewissheit‘ „der blöfft“ oder „jetzt angreifen“.

            Und zu einem guten Brett- oder Kartenspiel gehört doch auch ’ne Tasse Kaffee, ein Glas Wein oder ’ne Buddel Bier, oder?

    1. Also am iPhone/iPad leider nicht. Da bleibt dir dzt. nur der Gang in den nächsten gut sortierten Spieleladen. Dort solltest du verschiedene Sammelkarten-, Deckbau- und strategisch/taktische Kartenspiele in deutscher Sprache finden (z.B. Magic: The Gathering, Dominion, Race for the Galaxy).

  3. Klasse gerraldo! Am besten wäre gewesen, du hättest das Spiel gleich im Artikel mit Dominion verglichen und von Magic abgegrenzt.
    Kennst du zufällig die BSW?
    Würde mich freuen noch mehr Artikel dieser Art von dir zu lesen!

    1. Klar kenne ich die Brettspiel-Welt. Da war ich ganz zu Anfang sehr rege unterwegs (dann ist mir das zu sehr in Richtung Speed-Play in der Art „wer kann schneller eine Partie XY spielen“ abgedriftet).

      Den Dominion-Vergleich hatte ich zu Anfang noch drinnen. Ist aber dann einer meiner Kürzungen erlegen… Ascension gefällt mir übrigens einen Tick besser, weil man da einfach flott mal eine (od. auch zwei) Partie(n) runterklopfen kann (besonders am iPad)! ;0)

      P.S.: Auch dir und ALLEN anderen nochmal *Danke* für’s Lob.

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