Jabra Vega: Der große OverEar-Bruder des Revo mit ANC & innovativer Mithör-Funktion

Die Kopfhörer-Kollektion von Jabra wurde kürzlich um ein weiteres Modell, den Jabra Vega, erweitert.

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Jabra ist uns bereits seit längerem als hochwertige Audio-Marke mit hervorragend verarbeiteten und ansprechend klingenden Kopfhörern bekannt. Seit einigen Wochen konnten wir nun den Jabra Vega, das erste OverEar-Kopfhörer-Modell des dänischen Herstellers mit ANC (Active Noise Cancelling)-Funktion, genauer unter die Lupe nehmen. Obwohl der Jabra Vega bereits seit einigen Monaten auf dem Markt ist, war es selbst für die beteiligte Marketing-Agentur verhältnismäßig schwer, an Testexemplare zu gelangen.

Mittlerweile ist der Jabra Vega allerdings auch in Deutschland angekommen und kann aktuell bei Amazon zum Preis von 190,51 Euro inklusive Prime-Option bestellt werden. Vor einigen Wochen wurden sogar noch Preise von über 250 Euro für das Modell veranschlagt – man merkt also, dass sich der Markt bezüglich Angebot und Nachfrage langsam einpendelt.

  • Jabra Vega OverEar-ANC-Kopfhörer für 190,51 Euro (Amazon-Link)

Der Jabra Vega wird in einem hochwertig wirkenden Karton geliefert, in dem sich neben dem Kopfhörer selbst auch noch das separate, textilummantelte Kopfhörerkabel von etwa 1,2 m Länge samt 3,5 mm Klinkenanschluss und One-Button-Fernbedienung, ein Flugzeugadapter sowie eine Transporttasche aus dickem, weichen Nylonstoff befindet. Schade, dass der Hersteller hier kein Hardcase mitgeliefert hat, wie es bei Kopfhörern dieser Preisklasse durchaus üblich ist.

Eine AAA-Batterie sorgt für bis zu 35 Stunden aktiver Geräuschunterdrückung

Verarbeitungstechnisch spielt der Jabra Vega in der ersten Liga mit: Neben verhältnismäßig großen Ohrpolstern aus Kunstleder kommt ein stabil wirkender und stufenlos verstellbarer Metallbügel für die Aufhängung der Ohrmuscheln zum Einsatz. Der Kopf selbst wird von einem breiten, gummierten Polster geschützt, das für einen rutschfesten Sitz sorgt. Viele Bedienelemente finden sich am Jabra Vega allerdings nicht – neben den wahlweise am linken oder rechten Ohr einzustöpselnden Kopfhörerkabel gibt es nur einen kleinen Schieberegler an der Außenseite der rechten Ohrmuschel, um die ANC-Funktion ein- oder ausschalten zu können. Letztere wird über eine in den Ohrhörerl einzusetzende AAA-Batterie realisiert, mit der laut Hersteller-Angabe bis zu 35 Stunden ungestörter Musikgenuss möglich ist.

Allein schon durch die großen Ohrpolster wirkt der Jabra Vega, vor allem im Vergleich zum dagegen klapprig anmutenden Bose QuietComfort 25 (Amazon-Link), sehr massiv. Dieser Eindruck macht sich auch beim Blick auf die Waage bemerkbar: Mit etwa 325 Gramm ist der OverEar-Kopfhörer keinesfalls ein Leichtgewicht. Beim Tragen kommt dieses aber kaum mehr zur Geltung – der Jabra Vega ist definitiv einer der bequemsten Kopfhörer im ohrumschließenden Bereich, die ich bisher getestet habe. Gerade bei der ersten Nutzung hat man jedoch noch das Gefühl, der Kopfhörer sitze zu eng am Kopf, doch nach einigen Versuchen und längerem Tragen verfliegt dieses Gefühl. Auch Menschen mit großen Ohren sollten keine Platzprobleme mit dem Jabra Vega bekommen, da die Aussparungen der Polster wirklich ausreichend groß bemessen sind.

Jabra Vega erzielt gute Abschirmung bei monotonen Geräuschen

Aufgrund dieser Ausmaße muss allerdings auch auf eine platzsparende Aufbewahrungs-Möglichkeit verzichtet werden. Einzig die beiden Ohrmuscheln können flach zur Seite geklappt werden, um so in der mitgelieferten Tasche verstaut zu werden. Besonders praktisch: Registriert das Gerät die zur Seite gedrehten Ohrmuscheln, wird die ANC-Funktion automatisch deaktiviert, um die Batterie zu schonen.

Mit den fast schon überdimensional gestalteten Ohrmuscheln wird schon vorab suggeriert: Alltagsgeräusche sollen draußen bleiben, volle Abschirmung heißt die Devise. Und auch ohne aktivierten ANC-Schalter macht sich die ohrumschließende Charakteristik bemerkbar, Geräusche werden nur noch gedämpft wahrgenommen. Betätigt man dann den ANC-Schalter, wird nochmals eine ganz neue Stufe der Ruhe eingeleitet. Anders als auf der Jabra-Website vollmundig angegeben filtert der Kopfhörer allerdings nicht „bis zu 99%“ der Umgebungsgeräusche heraus, sondern stellt sie, je nach Typ des Geräusches, leiser in den Hintergrund.

Wie bei jedem Active Noise Cancelling-Kopfhörer darf man sich auch beim Jabra Vega nichts vormachen: Eine komplette Geräuschisolierung wird so gut wie nie erreicht, selbst der Flaggschiff-Modell auf diesem Gebiet, der BOSE QuietComfort 25, vermag dieses nicht zu leisten. Gute Ergebnisse lassen sich vor allem dort erzielen, wo monotone, dumpfe Geräusche für Ablenkung sorgen, beispielsweise bei Flügen im Flugzeug, bei Bahnreisen oder beim Gebrumme der Waschmaschine. Gespräche oder Baustellenlärm sind als solche noch wahrnehmbar, aber rücken mit dem Jabra Vega deutlich angenehmer in den Hintergrund, da ihnen die tiefe und damit oft als störend empfundene Grundlage entzogen wird.

Revo-ähnlicher Sound und abschließendes Fazit

Von der aktivierten oder deaktivierten Geräuschunterdrückung ist auch letztendlich das gesamte Klangbild des Jabra Vega abhängig. Im direkten Vergleich mit dem drahtlosen OnEar-Kopfhörer des Unternehmens, dem Jabra Revo Wireless (Amazon-Link), konnte ich bei aktiviertem ANC sehr ähnliche Klangeigenschaften entnehmen. Beide Kopfhörer verfügen über eine leichte Bass-Akzentuierung und eine Mittenbetonung bei gleichzeitiger geringer Abschwächung der Höhen. Aufgrund dieser Eigenschaften sind vor allem musikalische Genres, die diesem Profil entgegen kommen, besonders ausdrucksstark und hochwertig zu genießen, darunter Deep House, Reggae oder Funk. Aber auch bei Tracks aus den Bereichen Singer-Songwriter, Klassik, Jazz oder Blues weiß der Jabra Vega durchaus zu überzeugen. Interessant zu erwähnen: Dort, wo es auf klare Höhen und weniger Bass ankommt, bringt eine Deaktivierung der ANC-Funktion ebenfalls die gewünschten Ergebnisse. Wird die ANC-Option daher nicht unbedingt benötigt, kann mit einer einfachen Schalterbewegung ein anderes Musikerlebnis, je nach persönlichen Vorlieben geschaffen werden – Bass-Fans werden jedoch den ANC-Off-Modus wohl nicht beanspruchen.

Neben dem wertigen Design und einem Consumer-orientierten Klangprofil haben die Produktentwickler von Jabra allerdings noch ein weiteres kleines Gimmick in ihrem neuen Top-Modell verbaut, die sogenannte „Eavesdrop“-Funktion. Sie erlaubt es dem Nutzer durch ein kurzes Antippen der rechten äußeren Ohrmuschel, eine Mithör-Umgebung zu schaffen und so beispielsweise im Flugzeug wichtige Ansagen zu vernehmen, ohne den Kopfhörer abnehmen zu müssen. Dieses Feature wird über ein Mikrofon an der linken Ohrmuschel realisiert, das die Umgebungsgeräusche aufnimmt und sie nach dem Tastendruck bei gleichzeitiger Deaktivierung des ANC verstärkt abgibt. Bei meinen Tests war diese Mithör-Funktion wirklich beeindruckend zu erfahren – trotz massiver, abschirmender Kopfhörer auf den Ohren konnte ich Gespräche problemlos mit verfolgen oder Nachrichten im Fernseher ohne Einschränkungen anhören. Man merkt: Hier hat sich ein Team wirklich Gedanken um einen Mehrwert im Alltag gemacht.

Das Fazit für den Jabra Vega fällt daher auch überwiegend positiv aus: Neben der von Jabra gewohnt sehr guten Verarbeitung kann die ANC-Funktion bei typischen monotonen Geräuschen überzeugen – eine vollständige Abschirmung wird aber nicht geboten, wie es die Website von Jabra Glauben schenken mag. Wer sich schon mit dem Klangprofil des kleinen Bruders, dem Jabra Revo Wireless, anfreunden konnte, wird sicher vom neuen OverEar-Modell des Herstellers auch nicht enttäuscht werden. BOSE-Verweigerern, die eine ähnlich gute ANC-Funktion suchen, aber dabei gleichzeitig Wert auf ein stabiles, hochwertiges Design legen und auch ohne aktive Geräuschunterdrückung noch Musik hören wollen, sei der Jabra Vega ebenfalls ans Herz gelegt.

Kommentare 5 Antworten

  1. Schöner Artikel. Macht doch mal einen Bericht darüber, dass im Programmcode von iOS 9 Hinweise zu einer 2732×2048 Pixel-Auflösung für das iPad Pro sind, was zu einem Bericht eines Displayspezialisten letzten Jahres passt.

  2. Da bleibe ich doch lieber bei meinem Plantronics BackBeat Pro. Kostet etwa genau so viel, kann mehr (Bluetooth, Sensoren, NFC), benötigt keine AAA-Batterie und hat bei ANC eine Laufzeit von ca. 60 Stunden (über Kabel, über BT 24 Std.).

      1. Auch wenn der Kommentar ein wenig spät kommt: auch der Backbeat Pro hat diese Funktion, mit der man auf Tastendruck die äußeren Geräusche per Mikrofon durchschalten kann.

        Ist vielleicht für den ein ooder anderen Hilfreich, der sich noch mehr verwirren lassen möchte was er denn jetzt kaufen soll 😉

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