Mutti und die E-Scooter: Wie eine Kooperation nicht aussehen sollte

Nahverkehr macht Werbung für Circ

Die berühmt berüchtigten E-Scooter sind ja mittlerweile in aller Munde. In immer mehr Städten sind die aus meiner Sicht ziemlich praktischen Verkehrsmittel zu finden. Zwar kann längst noch nicht jeder damit umgehen und selbst einfache Aufgaben wie ein ordentliches Abstellen der Gefährte klappt nicht immer, sie können aber dennoch eine Erleichterung des Alltags darstellen.

Das hat sich wohl auch die Stadt Bochum gedacht und ist zusammen mit dem örtlichen Nahverkehrsunternehmen, der Bogestra, eine Kooperation mit dem Anbieter Circ eingegangen. Und weil die Bogestra tatsächlich eine hervorragende App hat – Mutti haben wir euch schon mehrfach vorgestellt – sollten die E-Scooter natürlich auch in die App integriert werden.

Kooperation mit viel Potential wird zur schlechten Werbung

Genau das ist mit dem jüngst veröffentlichten Update geschehen und zeigt mir einmal mehr, dass dort oben auf den hohen Stühlen von Politik und Verwaltung Menschen sitzen, die vom wahren Leben kaum eine Ahnung haben. Da werden Ideen mit viel Potenzial mal eben schnell umgesetzt, so dass jegliche Innovation auf der Strecke bleibt. Und am Beispiel unserer Stadt kann man es kaum besser erklären.

Wie es aktuell aussieht: Im Innenstadtbereich, dem ohnehin am besten vernetzten Gebiet unserer Stadt, stellt Circ mehrere hundert E-Scooter auf. Diese lassen sich ab sofort auch in einer Karte der Mutti-App finden. Klickt man dort auf einen Roller, wird man in die Circ-App weitergeleitet oder muss diese gegebenenfalls erst installieren und sich installieren, bevor man dort den E-Scooter zum regulären Tarif nutzen kann.

So sollte es aussehen: Die E-Scooter sollten sich direkt in der App des Nahverkehrsunternehmen ohne zusätzlichen Account beim Roller-Vermieter buchen lassen. Zudem sollten Nahverkehrskunden, die ein digitales Ticket gekauft haben, im Anschluss an ihre Fahrt mit Bus oder Bahn einen Preisvorteil genießen dürfen, etwa durch den Wegfall der Entsperrgebühr. Außerdem müssen die E-Scooter auch außerhalb des Innenstadtgebiets an abgelegeneren Haltestellen platziert werden, denn genau dort werden sie für die letzten hundert Meter nach Hause benötigt.

Das, was aktuell in der Mutti-App passiert, ist nicht viel mehr als ein bisschen Werbung für Circ, die mit ihrer Präsenz in der Stadt ohnehin schon viel Aufmerksamkeit bekommen. Glücklicherweise lässt sich die Karte in der App filtern und ich habe die zahlreichen E-Scooter-Icons erst einmal verbannt. Schließlich habe ich als Kunde dadurch ohnehin keinen Vorteil.

Mutti
Mutti
Entwickler: GeoMobile GmbH
Preis: Kostenlos

Kommentare 18 Antworten

  1. E-Scooter sind ein spaßiges Fortbewegungsmittel (für die Freizeit) – mehr aber auch nicht.
    Umwelttechnisch leider eine Katastrophe:
    1. Nach durchschnittlich 29 Tagen sind diese Elektroschrott.
    2. Ersetzen sie bei den meisten Leuten umweltfreundliche Fortbewegungsmittel wie laufen, radfahren oder Bus & Bahn.
    Fazit: Je mehr E-Scooter desto schlechter für die Umwelt!

    1. Sie sind umweltfreundlicher als Autos aber in punkto Radfahren natürlich umweltschädlicher. Ganz ehrlich mir macht es Spaß ab und zu durch Berlin damit zu heizen aber ich wäre auch lieber umweltfreundlicher unterwegs auch wenn ich darauf verzichten müsste.

    2. Normalerweise finde ich es schön wenn man die öffentlichen rechtlichen Verteidigt aber die Aussagen gehen mir zu weit, welcher Roller hält nur 29 Tage und wenn dann sollte man die Leute die mit denen unterwegs waren dafür haften lassen. Ich würde mich sehr freuen wenn die Roller ihren Weg Richtung etwas größeren Dörfer finden, zu meiner Uni fährt nur ein Bus hin und einer zurück und wenn dort Roller wären wär ich sofort dabei immerhin hat man nicht immer nach Plan Vorlesung.
      Umso mehr Leute auf der Welt umso schlechter für die Umwelt deshalb plane ich trotzdem nicht die Population zu verkleinern

          1. @Nathanel: Also ca. 2 km?
            Gibt es einen vernünftigen Grund, da nicht mit dem ganz normalen Fahrrad da hinzufahren? (Ernst gemeinte Frage)

          2. In so manchen Unigegenden, halten die Fahrräder nicht so lange durch 😉

            Im ernst gibt es Probleme sein halbwegs gutes Fahrrad vor Diebstahl zu schützen und ist dadurch umständlich.

            Selbst lokaler E-Rad Verleih in der Gegend (wurde nicht lange her berichtet), hatte trotz Tracking mit Verlusten zu kämpfen.

          3. @Reg: Alles eine Frage der Wahl des richtigen Fahrrads 😉
            Meine Uni-Zeit fing vor 22 Jahren an. Ich schaffte mir für 20 Mark ein damals schon altes Fahrrad mit 3 Gängen an, welches so hässlich war, dass bis heute offenbar niemand versucht war es zu klauen. Dafür fährt es nach wie vor sehr gut. Ursprünglich mal braun, sah es damals schon von weitem verrostet aus, ohne es zu sein. Seitdem habe ich es für sämtliche Stadtfahrten genutzt und (mit einem ebenfalls über 20 Jahre alten Abus-Bügelschloss gesichert) überall abgestellt.
            Ich habe es vor 2 Monaten gegen ein neues Fahrrad mit Riemen-, jedoch OHNE E-Antrieb ersetzt.

          4. Das stimm ich ein 😁. Nichts schützt so gut wie scheinbare Wertlosigkeit.^^

            Trotzdem sollte man anfangen den Schmuggel von Fahrrädern etwas härter anzugehen. Heute werden Verlustanzeigen kaum noch ernst genommen.
            Die Fahndung ist wahrscheinlich für sowas stark unterbesetzt…

          5. Ja es sind 2km und ja ich hab ein Rad das ich nicht mit zur Uni nehmen möchte und ein Rad für die Uni anzuschaffen ist nicht mein Verhalten. Außerdem muss ich um zur Uni zu kommen erst die U-Bahn und dann die Regionalbahn nehmen weshalb der Transport des Fahrrads sehr umständlich ist nur um 4km damit zu fahren

          6. @Nathanel: Wäre mir persönlich auch viel zu umständlich mit der Umsteigerei. Außerdem finde ich (persönlich!) es lächerlich, das Fahrrad für derart kurze Strecken mit in die Öffis zu nehmen.

            Ein gutes Fahrrad für sportliche Betätigung und für Fahrten, wo ich es nicht zwischendurch aus den Augen lassen muss, plus ein wertloses Rad für Stadtfahrten zum Abstellen, das war schon immer mein Konzept. Das gute Fahrrad je nach Wohnsituation oben in der Wohnung oder auf dem Dachboden, das schlechte Fahrrad im Fahrradkeller oder draußen auf der Straße. Irgendeinen Tod muss man ja sterben. 😉
            Ich habe seit mehreren Jahren zwei Langfrist-Kunden und bei beiden bin ich jeweils mehrere Tage die Woche. Einer ist 2 km entfernt, da gehe ich immer zu Fuß hin. Der andere ist knapp 17 km entfernt, da fahre ich an 9 von 12 Monaten mit dem Fahrrad hin. Ja, bis vor Kurzem mit dem 3-Gang-Schrottrad 😉 Nur im Winter und bei ganz schlechtem Wetter tu ich (als Anzugträger) mir das nicht an, da nehme ich dann die U-Bahn.
            Es geht also, wenn man will. Elektro-Unterstützung jeglicher Art wird mir jedenfalls nicht so schnell ins Haus kommen.

          7. Ja, ich hatte tatsächlich vor dem Hype sowie so gedacht meinen alten Tretroller ohne E Unterstützung aus dem Keller zu holen aber der war leider nicht mehr da. Deshalb wenn man die sich je nach Situation mieten kann um die Bahn zukriegen. Bin den Weg schon mehr als einmal auch gerannt um innerhalb von 15 Minuten am Gleis zu sein aber wenn die Bahn es nicht schafft pünktlich zu sein hilft das leider auch nichts, die kommen leider Gottes auch mal zu früh und warten nicht auf ihren Termin. Außerdem empfinde ich den Preis zu hoch, egal ob beim Mieten oder kaufen, ich kann mich daran erinnern das ein Schul Kumpel in der 5 oder 6 klasse schon so ein Teil hatte aber da fuhren die Teile mit Not 6 Km/h, 2005 eben. Und haben nicht so viel gekostet wer gibt den 600-1000€ für so einen Spaß aus

  2. Diesen ganzen E-Scooter-Hype kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. So ein Schwachsinn 🤦🏻‍♂️
    Aber dass man in nahezu allen Nachrichten mit diesen Thema belästigt wird und sich sämtliche Medien auf irgendwelche unwichtigen Informationen stürzten und sie verbreiten, als würde gleich die Welt untergehen, ist fast noch das schlimmere Übel.

  3. Der Effekt, dass Autofahrer auf E-Scooter umsteigen und somit unsere Umwelt geschonen, tritt leider nicht oder nur zu einen zu geringem Teil ein. Es sind jene User, die zuvor schon mit dem Rad oder anderen U-freundlichen Geräten unterwegs waren, die nun auch mal den E-Scooter nutzen. In Paris werden E-Bikes und Scooter von genervten Anwohnern in die Seine versenkt. Bin gespannt wann diese Nummer auch bei uns umgesetzt wird. In Hamburg, Berlin, Frankfurt und Köln gibt es ja genug Möglichkeiten dafür. Wenn Vater Staat tatsächlich möchte, dass wir die Karren bei Kurzfahrten stehen lassen sollen, dann sollen sie die Fördermittel einsparen und den öffentlichen Nahverkehr kostenfrei machen. ich kennen das z.B. aus dem Wintersport und habe oft mein Auto stehen lassen, weils ok ist.

  4. Die Dinger sind komplett sinnlos. Ein E Fahrrad Verleih ist wesentlich sinnvoller. Das Fahrrad kann alles, was der Scooter kann, nur besser.
    Die Hauptverleih Zeit für Scooter ist Samstag von 14-16 Uhr. Ein reines Fun Fahrzeug.
    Nix mit letzter Meile von der Wohnung zur Bahn. Da stehen die Dinger nicht. Im Winter sowieso völlig untauglich.

    1. Stimmen von dem Gedanken her zu, aber muss beim Fahrrad dann doch widersprechen: Es gibt tatsächlich Menschen, die kein Fahrrad fahren können. Und dann noch eine Menge mit einer Mobilitäts-einschränkenden Behinderung, für die das Aufsteigen auf den Roller zwar kein Problem wäre, aber ein Fahrrad nicht mehr in Frage käme.

      Als Massenprodukt ist es jedoch fraglich. Es wäre wahrscheinlich sinnvoller, Leute mit konkretem Interesse daran mit günstigen Verträgen zu versorgen, sodass sie ein persönliches Fahrzeug haben (welches sie dann auch nicht herumstehen lassen würden).

      Ansonsten hoffe ich, dass es nicht mehr weit bis zu den Cloudsharing Fahrzeugen ist, die grundlegend autonom funktionieren 🤗. Dann wären wir auch dieses Problem los.

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