Nitehero: Neues App-Projekt will Berlins Straßen sicherer für Frauen machen

Hinter dem Projekt stecken die Macher der früheren Omnia-App

Auch wir haben seinerzeit über die Sicherheits- und Notfall-App Omnia berichtet, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, über eine Community im Ernstfall Hilfe zu leisten. Wenn man selbst in eine Notlage gerät, beispielsweise einen medizinischen Notfall, einer Belästigung oder einem gewaltsamen Verbrechen, ließ sich über einen Button in der App ein Alarm auslösen, der andere Omnia-Nutzer in der Nähe per Push-Mitteilung benachrichtigt und so für konkrete Hilfe vor Ort sorgte. 

Mittlerweile ist Omnia nicht mehr im deutschen App Store vertreten – und der Grund findet sich wohl in einer E-Mail, die unserem Redaktionsteam in den letzten Tagen ins Postfach flatterte. Die Macher von Omnia arbeiten gegenwärtig nämlich an einem neuen Projekt, das schon bald unter dem Namen Nitehero veröffentlicht werden soll.

„Unser Ziel ist es, persönliche Sicherheit für alle Frauen in Berlin zugänglich zu machen“, heißt es zu Nitehero auf der Website des Projekts. „Lebe dein Leben ohne Einschränkungen. Wir kümmern uns mit der nitehero App um deine Sicherheit.“ Der vorerst für Berlin geltende Service basiert auf einem Zusammenschluss mit lokalen Unternehmen, die Frauen in ganz Berlin sogenannte Safe Spots zur Verfügung stellen. An diese sowie an lokale Helfer vor Ort können sich Nutzer der App wenden, wenn sie sich unterwegs unwohl fühlen. Ebenfalls möglich ist es, in der App Freunde und Familienmitglieder zum eigenen Netzwerk hinzuzufügen, um sie wissen zu lassen, dass man in Sicherheit ist. 

Nach Berlin sollen weitere Städte weltweit folgen

Warum ausgerechnet ein Dienst für Frauen, und warum in Berlin? Auf der Website von Nitehero finden sich einige erschreckende Zahlen, die eine App wie Nitehero auch heute noch notwendig erscheinen lassen. Laut den Vereinten Nationen haben 35 Prozent aller Frauen weltweit bereits körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt – laut offiziell gemeldeten Zahlen. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen. Eine Studie der Cornell University gibt zudem an, dass 71 Prozent aller Frauen berichten, dass sie bereits in der Öffentlichkeit verfolgt wurden. Ganze 80 Prozent der deutschen Frauen haben laut der Studie aus Angst vor einer möglichen Belästigung bereits alternative Wege nach Hause genommen.

„Nitehero wurde aus dem Bedürfnis heraus geboren, Frauen das Gefühl von Sicherheit und Schutz und vor allem ein uneingeschränktes Leben zu ermöglichen“ – so heißt es vom Nitehero-Team. Nach Berlin soll der Notfall-Dienst auch weltweit in anderen Städten Einzug halten, um Frauen auf allen Kontinenten ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Schon jetzt kann man sich auf der Website registrieren, um Nitehero in Berlin vorab zu testen und den Entwicklern damit Feedback und Verbesserungsvorschläge zukommen zu lassen. Zum späteren Finanzmodell ist noch nichts bekannt, auf der Website ist bisher von einer kostenlosen Nutzung die Rede.

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