Offtime: Neue App analysiert die eigene iPhone-Nutzung und regt zu Handy-freier Zeit an

Die Smartphone-Nutzung nimmt in vielen Fällen Überhand. Damit es nicht so weit kommt, wurde nun Offtime entwickelt.

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Auch ich habe es schon gehäuft auf den Straßen meiner Stadt erleben dürfen: Als Fahrradfahrer hätte ich fast einen Fußgänger übergefahren, der mit seiner Nase auf dem Smartphone-Display plötzlich die Straße kreuzte. Nur dank guter Bremsen konnte ein Zusammenstoß gerade noch vermieden werden. In solchem Momenten bietet sich eine sogenannte Offtime an – eine Zeit, in der das Smartphone einfach mal in der Tasche bleibt und vom Besitzer ignoriert wird. Gleiches gilt auch für Kino- oder Theaterbesuche, den Elternsprechtag in der Schule oder das gemeinsame Essen mit Freunden oder der Familie.

Viele Menschen wissen gar nicht, wie viel Zeit sie jeden Tag damit verbinden, auf ihr Smartphone zu starren, E-Mails zu lesen, die Facebook-Timeline zu checken oder per Messenger zu chatten. Die iPhone-App Offtime (App Store-Link), die für 2,99 Euro im App Store zu haben ist und aus deutscher Entwicklung stammt, zeichnet die iPhone-Nutzung auf und analysiert sie. Die 10,1 MB große App kann in deutscher Sprache sowie ab iOS 7.0 oder neuer genutzt werden.

Um Offtime allerdings fleißig im Hintergrund arbeiten zu lassen, ist es notwendig, dass die App Zugriff auf die Ortungsdienste und auch auf die Nachrichten bekommt. Warum insbesondere letzterer Schritt notwendig ist, erschließt sich mir nicht ganz, aber ohne die Zustimmung zu diesen Zugriffen lässt sich Offtime nicht nutzen.

Die Anwendung zeigt in einem Übersichts-Bildschirm an, wie viele Minuten und Stunden man am heutigen Tag bereits mit dem iPhone verbracht hat. Zudem kann ein Tageslimit, beispielsweise maximal 120 Minuten, eingerichtet werden, um so einen übermäßigen Smartphone-Konsum zu vermeiden. Auch die Zugriffe auf das iPhone werden gezählt – einige Nutzer erreichen problemlos dreistellige Zahlen pro Tag. In einem weiteren Bereich wird die Handy-Nutzung dann auch grafisch nach Tagen, Wochen, Monaten oder insgesamt angezeigt.

Ziel von Offtime: Häufigere digitale Auszeiten

Ein großer Teil von Offtime ist allerdings gelegentlichen digitalen Auszeiten, den sogenannten Offtimes, gewidmet. „Finde deine Balance und halte digitale Ablenkungen draußen – mit einer digitalen Auszeit konzentrierst du dich besser auf deine Arbeit, kannst dich ganz Freunden und Familie widmet oder einfach mal abschalten“, heißt es seitens der Entwickler von Offtime. „Wissenschaftlich nachweisbar hat die Nutzung von Offtime positive Auswirkungen auf dein Wohlbefinden und deine Produktivität“.

Dazu muss man in der App allerdings auch eine Auszeit einrichten, die ein bestimmtes, frei festlegbares Zeitfenster umfasst. Paradoxerweise kann diese Auszeit vorab bei Facebook oder Twitter mit einer Nachricht „Ich nehme eine digitale ( #OFFTIME ) für x Stunden.“ geteilt werden. Und auch den Flugzeugmodus des iPhones muss der User vor der digitalen Auszeit selbst betätigen.

Als größtes Manko von Offtime erscheint aber die Tatsache, dass die Anwendung permanent auf die Ortungsdienste zugreifen will. Dies beeinträchtigt nicht nur den Akku, sondern teilt der Anwendung auch ständig mit, an welchen Orten ich mich aufhalte. Sicher, keine Analyse ohne Daten – aber benötigt es dazu wirklich eine App, die man dann anstelle von Facebook, WhatsApp und Co. öffnet? Wer seine Smartphone-Nutzung wirklich einschränken will, findet ein sicheres Plätzchen für das iPhone und den Flugzeugmodus auch ohne Offtime.

Kommentare 21 Antworten

  1. Einen einstellbaren Flugmodus würde ich mir von Apple wünschen. Dann könnte ich endlich den Flugmodus automatisch so einstellen das ich ohne Strahlung zu Bett gehen kann.

    1. Genau das war auch mein erster Gedanke. Wenn man es dem Suchtvolk nicht verbal vermitteln kann, dann schreibt man denen eben ein App. Klingt krank … ist es auch … aber bringt bestimmt mehr als es auszudiskutieren.

  2. Das Thema der häufigen Nutzung des Smartphones scheint in den letzten Tagen sehr präsent zu sein. Wie denn auch sei. Die Zeiten haben sich halt geändert. Ich nutze das iPhone weniger, dafür das iPad etwas mehr. Für mich haben diese Geräte einen großen Mehrwert – Onlinebanking, einkaufen, Fax2Mail bzw. Mail2Fax, Nachrichten, Zeitschriften, Musik, Videos, Lernen usw. Kurzum: Ich stehe zu der häufigen Nutzung und bin stolz so fortschrittlich zu sein. 🙂 Natürlich haben diese Geräte im Straßenverkehr nichts zu suchen aber auch Kopfhörer stellen vermehrt Gefahren dar. Das ist aber schon lange so.

    1. Zu deiner Aufzählung: Das tue ich auch, aber aus deinem Text ist weder die Häufigkeit noch der Zweck erkennbar.
      Erst neulich war ich in einem Zug quer durch Deutschland gefangen und musste mir stundenlang bescheuerte Telefonate aus der Reihe vor mir anhören – via Lautsprecher versteht sich. Jeder dieser qualvollen Telefonate war inhaltlich absolut ohne Wert und beiden Usern hätte ein Blick aus dem Fenster mehr gebracht.
      Oder reden wir von der jungen Mutter, die mit dem Frischling auf dem Spielplatz hockt und Gespräche mit ihrer Gangtussi führt? Aber ja, aber nein, aber ja, aber nein. – anstatt sich um das Schreifleisch im Sandkasten zu kümmern.

      Will sagen: Es gibt für alles Gründe und auch Grenzen. Aber Typen wie z.B. Schwiegervater, der grundsätzlich im Cafe sein Flachi zückt, nur weil es chic und in ist, gehen mir schwer auf die Nüsse.

      Meine Zugfahrt endete am Frankfurter Hauptbahnhof, wo Penner stink besoffen mit einem S6 am Ohr Fahrgäste anbetteln.

      1. Huhu, was möchtest du eigentlich sagen Apper? Ich finde Monkeys Thief hat alles gesagt was er sagen wollte, was Zweck und Häufigkeit angeht. Scheinbar hältst du dich ja öfters auf Spielplätzen und in Zügen auf wie ich, denn ich habe noch nie anderen Leuten beim Telefonieren zugehört!

      2. Na ja, aber ohne Handy würden die „bescheuerten und sinnfreien“ Telefonate vor oder nach der Reise stehend einer engen Telefonzelle unter ständigem Münzeinwurf getätigt werden. Was für eine Verschwendung von Lebenszeit (oder bei Dienstreisen Arbeitszeit). Dann doch lieber während einer langweiligen Zugfahrt, die ohnehin stattfindet. Der Mehrwert von „aus dem Fenster gucken“ erschließt sich mir nicht – zumindest bei den meisten innerdeutschen Strecken.

  3. Da man sein iPhone sowieso jeden Tag lädt, kann man einfach unter Einstellungen/Battery nachgucken, wieviele Minuten (ein Klick auf die Uhr) man mit jeder App verbracht hat…

  4. Unabhängig davon, dass ich diese App für so überflüssig wie einen Kropf halte, hättet ihr, bevor ihr den Bericht verfasst, den Entwicklern mal eure Fragen stellen können.

  5. Zugriff auf die Nachrichten und ständiges Tracking? Geht’s noch? Wozu frage ich mich! Braucht keine App, um die Zeiten der benutzten Apps zu listen! Es hört sich für mich verdammt danach an, dass hier doppelt verdient wird! ??

    1. Du musst die Berechtigungen doch nicht geben. Das ist doch das tolle an iOS. Selbst Kamera Apps muss man den Zugriff auf die Kamera erlauben

      Edit: Ok, gerade nochmal bis unten gelesen… Das ist ja unschön.

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