Omnia: Notfall-App fordert im Ernstfall schnell Helfer aus der näheren Umgebung an

Einen Notruf abzusetzen ist nicht immer möglich oder erforderlich. Wenn es trotzdem einen Ernstfall gibt, will die App Omnia mittels eines Community-basierten Konzeptes helfen.

OmniaOmnia (App Store-Link) ist eine kostenlose iPhone-App, die etwa 16 MB groß ist und ab iOS 9.3 oder neuer auf dem Smartphone installiert werden kann. Alle Inhalte der Notfall-App stehen in deutscher Sprache bereit.

Das Prinzip von Omnia ist einfach, aber umso effektiver: Hilfst du mir, helfe ich dir. Das Entwicklerteam der App möchte mit der Anwendung die Zivilcourage in Deutschland wieder stärken und baut daher auf ein von einer helfenden Community unterstütztes Konzept. In der App heißt es allerdings zunächst, ein Nutzerkonto mit E-Mail-Adresse, Vor- und Nachname, Passwort und Telefonnummer anzulegen, damit Helfer in der Umgebung kontaktiert werden können.

Ist man selbst in einer Notlage – Omnia unterscheidet in dieser Hinsicht zwischen einem medizinischen Notfall, einer Belästigung, einem gewaltsamen Verbrechen oder einem sonstigen Ernstfall – kann über das längere Gedrückthalten eines Buttons ein Alarm ausgelöst werden. Befinden sich andere Omnia-Nutzer in der Nähe, werden sie per Push-Mitteilung benachrichtigt, dass ein Community-Mitglied Hilfe benötigt.

Mit Hilfe einer In-App-Navigation wird der oder die Helfer unmittelbar zum Auslöser geleitet und kann anschließend direkt vor Ort konkrete Hilfe leisten. Vorab kann der Auslöser entsprechende Checklisten und eine Beschreibung zum Notfall eingeben, um nähere Informationen an die Helfer mitzuteilen. Ebenfalls vorhanden ist eine Chat-Option, mit der sich die Beteiligten austauschen können.

Nutzerdaten werden mit Partnern von Omnia geteilt

Für die Nutzung von Omnia ist es daher zwingend erforderlich, der App Zugriff auf die Ortungsdienste zu gestatten und auch die Push-Mitteilungen zu aktivieren. Im Ernstfall kann man auch selbst als Helfer herangerufen werden und den eingehenden Alarm mit einem Fingertipp auf „Jetzt helfen“ annehmen. Omnia lässt sich sowohl präventiv, beispielsweise bei einem unguten Gefühl, wenn man abends allein auf dem Heimweg ist, nutzen, als auch bei einem bereits geschehenen Ernstfall – ein Ersatz für den Standard-Notruf soll die App nicht sein, lediglich eine schnelle Unterstützung durch hilfsbereite Menschen in der Umgebung.

Fragt man sich nun, wie sich eine vollkommen kostenlose und ohne Werbung, In-App-Käufe oder Abo-Modelle auskommende Anwendung finanziert, lohnt ein Blick in die Datenschutzbestimmungen von Omnia. Dort wird klar kommuniziert, dass gesammelte Daten der Nutzer mit Dritten geteilt werden. „Soweit es für die Vertragsabwicklung erforderlich sein sollte, kann Omnia Daten von Ihnen auch an Partner von Omnia übermitteln. Dies geschieht stets nur in dem gesetzlich zulässigen Rahmen. Selbstverständlich achtet Omnia darauf, dass bei diesen Partnern die datenschutzrechtlichen Vorgaben eingehalten werden. Omnia garantiert – soweit in dieser Datenschutzerklärung nicht ausdrücklich abweichend geregelt -, darüber hinaus lediglich anonymisierte, statistisch verdichtete Daten mittels eigener, von Omnia bereitgestellter Auswertungswerkzeuge an Dritte weiter zu geben.“ Wer sich mit dieser Vorgehensweise nicht anfreunden kann, sollte daher auf einen Download der App verzichten.

Kommentare 16 Antworten

  1. Na, dann verzichte ich doch mal. Sehr schöner Ansatz zwar, der sich allerdings spätestens bei der Weitergabe meiner Daten an mir unbekannte Personen/Unternehmen in Wohlgefallen auflöst.

  2. Hallo zusammen,

    tolle Idee! Ich als Jurist kann sagen, dass die angegebene Klausel völlig unbedenklich ist – eine Standard-Formulierung. Meist haben Apps dieser Art zu Beginn einfach kein fertig ausgefeiltes Monetarisierungssystem.

    @appgefahren Immer wieder schön, wenn Jura-Laien meinen, Ihr juristisches Know-How preisgeben zu müssen 😉

    1. Was für ein Schw….inn!

      Du stehst also für die Unbedenklichkeit dieser AGB!?!

      Interessant! Sie ist also nicht ernst gemeint?

      Wer hat denn hier, außer, dass appgefahren auf die AGB hingewiesen hat, sich als Jura-Laien aufgespielt und woher willst DU, Herr (angeblicher) Jurist, wissen, welchen Beruf die Leser hier ausüben?

      Schön, das Du uns allen erklärt hast, dass Du anscheinend keinem handwerkerklichen Beruf nachgehst!

    2. @Welt
      Ach, nein. @MarkusT

      Immer wieder lustig, zu sehen, dass vermeintliche Fach..oten ihren AmThemavorbeiSenf zu Kommentaren abgeben, die sie augenscheinlich entweder nicht gelesen oder verstanden haben.

      So, …und jetzt kannst Du zu Mami petzen gehen.

  3. Was soll so eine App wirklich bringen? Wenn es ein Fall für den Notruf ist, hilft mir so eine App auch nicht viel weiter, als es hilfsbereite Nachbarn könnten. Irgendwelche Checklisten werde ich da sowieso nicht mehr ausfüllen können, sondern lieber auf Feuerwehr und – oder Polizei warten.

    1. Also Ich finde die Idee gut. Gerade nachts als junge Frau fühle ich mich oft nicht wirklich sicher auf dem Weg nach Hause … in so einer Situation will Ich aber natürlich nicht gleich die Polizei rufen. Daumen hoch von mir!

        1. Ich denke genau deshalb muss man seine Daten angeben, damit niemand anonym die App nutzen kann 🙂 Vermutlich haben die sich schon was überlegt wie man solche „Missbrauchs-Szenarien“ präventiv verhindern kann.. ist ja ein sehr naheliegendes Problem

  4. Schon mal darüber nachgedacht dass niemand weiß WEN man da in dieser App zu Hilfe ruft?? Es kann keiner nachvollziehen welche Nutzer den Notruf bekommen /sehen /ignorieren / annehmen…. nicht auf Hilfe leisten drücken aber sich trotzdem auf den Weg machen….
    Schön die Checkliste: junge Frau in abgelegener Gegend muss allein nach Hause und ist unsicher -> beste Opferbeschreibung!!!
    Tja und die Daten werden laut AGB hübsch in der Gegend verteilt…. ach nein das ist ja schon juristisch geklärt… ?
    Also alles Safe???
    Mensch sei wachsam!!!

  5. Diese App geht gar nicht. Wenn jemand Hilfe braucht soll er die 112 anrufen. Nur von dort kommen wirklich Profis, die wissen was sie tun. Ansonsten reicht auch der Gang zum Arzt. Für alles andere sind die Leute von der 110 da. Alles andere ist wirklich Schwachsinn.

    1. Aber genau das ist doch im Artikel erklärt ?! Die App soll die 112 nicht ersetzen. Aber manchmal gibt es eben Fälle wo man nicht gleich einen „echten“ Notruf absetzen will aber trotzdem auf Hilfe angewiesen ist 🙂

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