Pläne für ein kleines Android-Phone: Kommt Pebble zurück?

Community-Projekt von Pebble-Alumni

Erinnert ihr euch noch an eine der ersten Smartwatches, die Pebble? Auch ich habe das kleine Gadget der ersten Generation, damals noch mit E-Ink-Display, lange am Handgelenk getragen und war begeistert von den Möglichkeiten, die sich seinerzeit boten. Mittlerweile haben fortschrittlichere Modelle wie die Apple Watch oder Geräte von Garmin, FitBit oder Amazfit das Ruder übernommen, und die Pebble ist in der Versenkung verschwunden.

Nun meldet sich der Gründer von Pebble, Eric Migicovsky, mit einem neuen Projekt zurück. Zuvor schon hatte Migicovsky in einer Petition fast schon darum gefleht, dass irgendjemand bitte ein kleines Android-Smartphone kreieren solle, das mit dem iPhone mini konkurrieren könne. Nun scheint es, als wenn er die Dinge in die eigenen Hände nimmt.


Apple stellt mittlerweile kein iPhone mini-Modell mehr her, und Migicovskys Petition hat sich zu einem „gemeinschaftsbasierten Projekt“ entwickelt. Laut The Verge arbeitet ein Team daran, ein Android-Telefon zu entwerfen und zu produzieren, das von Migicovsky und Unterzeichnern der Petition gewünscht wird. Letztere hat bisher 38.700 Unterschriften erhalten.

„Das Small Android Phone Team – es ist noch kein Unternehmen – hat direkt vor unserer Nase eine Menge geplant. In einem kleinen Discord verrieten sie im Stillen ihre Bemühungen, ein Display zu beschaffen, einen Chip auszuwählen und das Gehäuse des Telefons zu entwerfen. Sie haben sogar darüber gesprochen, wie sie das alles finanzieren wollen. Eingefleischte Liebhaber kleiner Telefone sind eingeladen, bei jedem Schritt des Prozesses Feedback zu geben, während das Team versucht, den Telefonmarkt nach seinem Willen zu formen.“

Zu den Beteiligten gehören einige frühere Pebble-Angestellte, darunter Ben Bryant, der schon an der Pebble Smartwatch arbeitete, Alex De Stasio, früherer Industriedesigner bei Pebble, Pebble-Projektmanager Chris Hendel und Susan Holcomb, eine Datenwissenschaftlerin. Das Pebble-Smartphone soll klein sein und über eine markante Kamera verfügen. „Ein großer Teil meiner Skizzen konzentriert sich auf den Kamerabuckel“, erklärt Alex De Stasio. „Das hat einen großen Einfluss auf die visuelle Ikone des Telefons, also wollte ich etwas mehr Zeit darauf verwenden, um sicherzustellen, dass es eindeutig erkennbar und sehr ikonisch ist.“ Mit der Kamera sollen „gute Fotos“ gemacht werden können, „was aber auch bedeutet, dass es keinen 100-Megapixel-Sensor gibt“. Stattdessen wäre ein Kameramodul mit rund 50 Megapixeln denkbar.

Weiter heißt es zum Material des Smartphones bei The Verge:

„Bislang hat sich das Team noch nicht entschieden, woraus das Smartphone bestehen soll. Sie denken an einen Metallrahmen, der mit einem Glasverbundwerkstoff oder keramikbeschichtetem Aluminium oder ähnlichem überzogen ist, mit einigen technischen Maßnahmen, um die Mobilfunksignale und das kabellose Aufladen durchzulassen. Das Team nennt auch geschmiedeten Kohlenstoff, Bioharz und keramische Verbundwerkstoffe, aber Bryant sagt voraus, dass das Team nicht zu abenteuerlich sein wird.“

Einen Namen für das Smartphone gibt es bisher noch nicht, der interne Codename lautet bisher „Marvin“. Ben Bryant nennt aber bereits erste Kandidaten, darunter „Pico“ und „Pip“, um die Größe des Geräts hervorzuheben, ungewöhnliche Titel wie „Howdy“ oder „Atlas“, oder auch „Pebble“ als Modellbezeichnung mit dem wohl größten Wiedererkennungswert. Das Smartphone soll sich vor allem an Personen richten, für die die Größe des Geräts die größte Priorität hat.

„Das Team will zwar ein Premium-Flaggschiff entwickeln, aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass es eine erstklassige Leistung hat. Bryant sagte, dass sie derzeit zwei potenzielle Chipsätze im Auge haben, den Snapdragon 8 Plus Gen 1 (ein Flaggschiff-Chip, der fast ein Jahr alt ist) und ‚einen noch nicht veröffentlichten Qualcomm-Chip der Mittelklasse‘, obwohl sich die Pläne noch ändern könnten. Das Team hofft außerdem, mindestens zwei Jahre lang Software-Updates bereitstellen zu können – vor ein paar Jahren wäre das noch ein Versprechen auf Flaggschiff-Niveau gewesen, aber Google, Samsung und andere haben diesen Aspekt mittlerweile verbessert.“

Laut The Verge plant Ben Bryant mit Kaufpreisen von rund 850 USD. Bedenkt man, dass Android-Phones namhafter Hersteller mit vergleichbaren Spezifikationen der Mittelklasse für rund 600 bis 700 Euro zu haben sind, ist diese Einschätzung zunächst sehr hoch angesetzt. Bryant gibt gegenüber The Verge allerdings auch an, dass der finale Preis von zahlreichen Faktoren und Verhandlungen mit Produzenten abhängen werde. „Wir zahlen im Voraus höhere [nicht wiederkehrende technische] Gebühren, um das Risiko des Projekts für sie [die Produzenten, Anm.d.Red.] zu verringern. Deshalb wird das Telefon wahrscheinlich teurer sein, als wir es anderswo bekommen könnten.“ Zudem will man auf hochwertige Fertigungspartner setzen, die zu den größten der Welt gehören.

Schwierigkeiten könnte es angesichts der wirtschaftlichen Lage mit der geplanten Crowdfunding-Kampagne geben. Ben Bryant sieht jedoch auch die Loyalität der Unterstützer und Unterstützerinnen als positiven Aspekt, der zum Erfolg beitragen könne. „Wir verkaufen auch die Teilnahme an einem Projekt. Und das, was die Leute wirklich anspricht, ist diese Beteiligung. Dieses Telefon ist ihr Telefon.“ Es bleibt abzuwarten, wie ein kleines Android-Smartphone vom Pebble-Team auf dem Markt ankommen wird – auch die „mini“-Modelle von Apple verkauften sich trotz anfänglicher Forderungen nach einer kleinen Smartphone-Variante deutlich schlechter als ihre größeren Geschwister.

Fotos: Apple/Small Android Phone Project.
Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Bei Käufen über diese Links erhalten wir eine Provision, mit dem wir diesen Blog finanzieren. Der Kaufpreis bleibt für euch unverändert.

Anzeige

Kommentare 4 Antworten

  1. Ich hatte eine pebble Watch, habe dann einen iPod nano 6 mit Armband versehen und danach kam irgendwann die Apple Watch auf den Markt

  2. Naja, Pebble ist nicht unbedingt in der Versenkung verschwunden. Vielmehr wurde das Unternehmen aufgekauft von FitBit und dadurch wurde Pebble mehr oder weniger getötet. Ich muss sagen, ich fand es damals nicht gut, wie man vorgegangen ist! Teilweise waren die Pebble Uhren ein Jahr nach der Veröffentlichung ohne Server und damit eher nutzlos!

  3. Meine Güte,
    da gibt’s wieder Leute die endlich endlich ein kompaktes Smartphone herstellen wollen und dann wieder so ein überteuerter Müll.

    Ist es denn so schwer ein kompaktes Smartphone um die 300,- € anzubieten?

    Vielleicht auch ein Lite Modell o. ä.?

    VH weiß nicht warum dieser Markt einfach völlig und gänzlich ignoriert wird?

    Unihertz hat ein 3 Zoll mit einigermaßen guter Hardware, aber halt schon ziemlich klein.

    Cubot zwar größentechnisch gut, aber die Hardware ist miserabel und die Smartphones haben keinen Fingerabdrucksensor.

    Also leider nichts dabei.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Copyright © 2024 appgefahren.de