Synology DS215j: Noch mehr NAS, dieses Mal für Fortgeschrittene

Gestern habe ich euch das Einsteiger-NAS-System My Cloud von Western Digital vorgestellt. Heute ist die DS215j von Synology an der Reihe.

Synology DS215j

Eigentlich ist gestern Abend genau das eingetreten, was ich erwartet habe. Unter dem Artikel über die Western Digital My Cloud wurde angeregt diskutiert, viele Nutzer schilderten ihre Erfahrungen und nannten vor allem eine Alternative: Synology. Als ordentlicher Technik-Blogger habe ich mich natürlich auch über diese Alternative informiert, wollte die beiden NAS-Hersteller aber nicht miteinander vermischen – weil es einfach ein Unterschied wie Tag und Nacht ist. Nach einer E-Mail, die mich am Morgen in meinem Postfach überrascht hat, möchte ich meine Erfahrungen mit Synology aber schon heute mit euch teilen.

Auch bei Synology und seinen NAS-Modellen der DiskStation-Reihe gilt: Es gibt viele verschiedene Modelle, die man gar nicht alle einzeln aufzählen kann. Unter den vielen Alternativen gibt es aber ein Modell, das sehr positiv aus der Masse heraussticht und seit einiger Zeit der unangefochtene Bestseller in der Amazon-Kategorie NAS-Systeme ist: Die Synology DS215j. Genau dieses Modell habe auch ich neben der My Cloud in den letzten Wochen getestet.

Synology DS215j ist der Bestseller auf Amazon

Im Gegensatz zu Western Digital bietet Synology seine NAS-Modelle normalerweise als Basis-Paket ohne Festplatten an. Die DS215j gibt es so zum Beispiel schon für 159 Euro, allerdings fehlen dann noch die zwei integrierten Speichermedien. Einfach irgendwelche alte Festplatten einzubauen ist in diesem Fall leider keine gute Lösung, denn in einem dauerhaft aktiven NAS sollten schon ordentliche Speichermedien verbaut werden. Wer nicht selbst schrauben möchte, bekommt die DS215j aber auch im Paket mit passenden Festplatten.

Auch bei Synology ist die Installation des NAS keine große Hürde, denn angeschlossen werden müssen nur Netzwerkkabel und Netzteil samt Verbindung zur nächsten Steckdose. Alles, was danach kommt, unterscheidet sich aber grundlegend von der gestern vorgestellten My Cloud. Das möchte ich weder als negativ noch als positiv bezeichnen, es ist einfach anders.

DiskStation Manager Synology

Während Western Digital auf ein rudimentäres Betriebssystem setzt, das dem Nutzer kaum Optionen und Möglichkeiten bietet, was gerade für Einsteiger eine tolle Sache ist, kann man den DiskStation Manager auf der DS215j und den vielen anderen Synology-Modellen schon fast als richtiges Computer-Betriebssystem bezeichnen. Der Zugriff auf die NAS erfolgt nicht nur mit dem Finder oder Explorer, sondern auch über den Browser. Einfach ausgedrückt: Dort findet man einen kleinen Mini-Computer samt Desktop und Anwendungen.

Es gibt zahlreiche vorinstallierte Anwendungen, zudem einen richtigen kleinen App Store mit vielen Erweiterungen, der bei Synology „Paket-Zentrum“ heißt. Eigene Mail- oder Web-Server sind überhaupt kein Problem, eigene Foto-Alben können im Handumdrehen erstellt werden. Es gibt einen eigenen Media Server als „Plex-Alternative“ mit eingeschränkten Möglichkeiten, Download-Manager oder sogar ein eigens Notiz-Buch. Verfügbare Programme aus dem Paket-Zentrum können hier eingesehen werden, außerdem gibt es Unmengen an Third-Party-Apps, die von freien Entwicklern für die DiskStation entwickelt wurden. Kurz gesagt: Selbst für spezielle Anforderungen gibt es bei Synology meist eine Lösung, man muss sich nur damit beschäftigen.

Dank QuickConnect uneingeschränkter Zugriff von außerhalb möglich

Eine Möglichkeit des DiskStation Managers finde ich besonders spannend: QuickConnect. Einfach gesagt handelt es sich um einen eigenen DDNS-Service von Synology, um auch von außerhalb des Netzwerks auf die Bedienoberfläche der DiskStation zugreifen zu können, um beispielsweise den Download-Manager zu füttern oder Dateien zu verschieben. Einmal in den Optionen aktiviert, kann man über www.quickconnect.to/MEINNAME auf den NAS-Server zugreifen. Ohne diese Option oder einen alternativen DDNS-Anbieter müsste man jedes Mal die alle 24 Stunden neu vergebene IP-Adresse im Browser angeben, was ziemlich unpraktikabel ist.

Synology Apps

Natürlich gibt es auch von Synology zahlreiche Apps, um den Zugriff mit iPhone oder iPad zu erleichtern. Aktuell werden im App Store elf verschiedene Apps angeboten, auch das zeigt die vielen Möglichkeiten, die man mit der DS215j oder anderen NAS-Modellen des Herstellers hat. Es gibt Apps für den Zugriff auf das Datei-System oder den Download-Manager. Es gibt einen Audio-Player mit Apple Watch-Unterstützung, eine Foto-App und eine Notiz-Anwendung. Was blutige Einsteiger völlig überfordert, zahlt sich für Nutzer, die sich etwas in das System einarbeiten, definitiv aus. Die Möglichkeiten mit Synology sind quasi unbegrenzt.

Genau das ist es auch, was mir persönlich an der Synology DS215j so gut gefällt. Ich habe das Modell mittlerweile vier Wochen in meinem Wohnzimmer stehen und habe längst nicht alle Möglichkeiten ausgereizt. Auf der anderen Seite bin ich aber weiterhin der Meinung, dass die kleine WD My Cloud für Einsteiger, die nur eine Netzwerkfestplatte mit den wichtigsten Funktionen suchen, die bessere Wahl ist. Am besten zusammenfassen kann man das wohl mit diesem Vergleich: Western Digital bietet den perfekten Familien-Van für den Wochenend-Einkauf beim Supermarkt, während Synology den hochentwickelten GT-Boliden für eine schnelle Runde auf der Nordschleife verkauft. Sicherlich kann man mit dem Sportwagen auch einkaufen und mit der Familienkutsche auch auf die Rennstrecke, das macht allen Beteiligten aber deutlich weniger Freude.

Synology DS215j
  • 8/10
    Design - 8/10
  • 8/10
    Handhabung - 8/10
  • 10/10
    Flexibilität - 10/10
  • 6/10
    Preis/Leistung - 6/10
8/10

Fazit

Die Synology DS215j ist so etwas wie der Porsche Boxster der NAS-Welt: Ein relativ günstiger Einstiegpreis, aber dennoch viel Fahrspaß. Fortgeschrittene Nutzer bekommen dank des DiskStation Managers alle Optionen, die sie für den Einsatz im Netzwerk benötigen.

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Kommentare 49 Antworten

  1. Ging ja schneller als erwartet und als gestern in den Kommentaren erwähnt ^^ aber was soll uns der Satz mit der Mail in deinen Postkasten sagen? Was gab es da interessantes, was sich dazu bewegt hat doch jetzt schon einen Artikels zu verfassen?

  2. Also ich habe beide Artikel gelesen, stehe auch kurz vor dem Kauf einer NAS.
    Ich möchte es für meine Film- und Fotosammlung als Server benutzen.
    Sollte von zuhause und auch von außerhalb immer erreichbar sein.
    Nur habe ich keine Ahnung was von beiden ich jetzt nehmen soll.
    Kapazität bräuchte ich 8TBx2 da ich die Daten zur Sicherheit Spiegel möchte.

    1. Prinzipiell läuft auf beiden, also auf My Cloud und auf der DiskStation Plex. Innerhalb des Netzwerkes ist der Zugriff frei. Außerhalb von deinem Netzwerk benötigst du für Plex allerdings einen Plex Pass. Dafür musst du dich aber auch um nichts mehr kümmern, es funktioniert einfach.

      Alternativ hast du auf der DiskStation den Media Server, quasi ein „Plex-Light“ von Synology. Das ist nicht ganz so schick und komfortabel wie Plex, dürfte aber auch von außerhalb über die Apps für iPhone und iPad bequem zu erreichen sein.

      Du musst dich halt zwischen Familien-Van, mit dem du vielleicht nicht alles machen kann, und dem Porsche, der alle Disziplinen beherrscht, aber auch etwas mehr kostet, entscheiden. Das ist nicht einfach, aber die Entscheidung kann dir auch niemand abnehmen.

  3. Vielleicht kann mir hier jemand den Vorteil des Medienservers oder Plex im Speziellen schildern.

    Den Zugriff auf alle (Multimedia-)Dateien ist doch auch ohne die Installation eines Medienservers sichergestellt. Was kann ein Multimediaserver mehr/besser? Was sind die Vorteile dessen?

    1. Plex stelle ich noch mal ausführlich vor die Tage, vielleicht schon am Wochenende.

      Plex oder Alternativen wie Kodi bieten folgende Vorteile:
      – eine schicke Oberfläche mit Serien-Infos und Film-Infos, nicht einfach nur eine einfache Auflistung der Dateien
      – Plex merkt sich, wenn du die Wiedergabe beendest, damit du sie später am gleichen oder einem anderen Gerät an der selben Stelle fortsetzen kannst
      – Apps für alle modernen Geräten, u.a. Apple TV und iOS. Auf dem Computer per Browser erreichbar

      Zusätzlich bietet der Premium Pass von Plex u.a. diese Vorteile:
      – Mediathek kann von überall auf der Welt erreicht werden (entsprechende Upload-Geschwindigkeit vorausgesetzt)
      – Zugang zur Mediathek mit Freunden teilen
      – Videos und Filme offline auf iPad oder iPhone sichern, um sie auch ohne Internet ansehen zu können

    2. Der Mediaserver erleichtert auf jeden Fall den Zugriff von vielen verschiedenen Geräten aus. Über meine Ps4 kann ich z.B. nur dank dem Mediaserver auf meine NAS zugreifen.

    1. Da kann ich auf jeden Fall die WD Red Serie empfehlen. Sind spezielle Festplatten die auf Serverbetrieb ausgelegt sind und auch bei Amazon sehr gut bewertet werden.

  4. Guter Beitrag.

    Allerdings ist Synology mitnichten der „Porsche unter den NAS“.

    Das ist eindeutig QNAP. Von denen Synology mächtig abgekupfert hat.

    Die leistungsfähigeren Produkte hat QNAP, zu vergleichbaren Preisen. Synology ist eher so die „Consumer bis Prosumer“.

    Hatte beide, kann beide auch empfehlen.

    Die mächtigeren und leistungsfähigeren NAS hat allerdings QNAP.

    Etwas erschreckend finde ich das Ihr als „Technik-Blog“ „die“ zwei Namen in der NAS Szene nicht kennt.

    1. @ Nemacx/Nemios

      wo ist denn jetzt Dein Problem?

      Du hast Du in einem Kommentar 3 x erwähnt, dass QNAP DEINE erste Wahl ist. Einmal sollte ausreichen, um das zu bekräftigen.

      Erschreckend finde ich andere Dinge im Leben, nicht aber das Fabian einen Vergleich anstellt, bei dem QNAP in keinster Weise eine Rolle spielt.

      Dein Kommentar liest sich, wie äußerst schlechte Werbung für QNAP.

      Ach, ja, außerdem schreibt Fabian vom Porsche Boxter, der ist nicht gerade das MacBook Pro unter den Porschemodellen.

        1. @ Nemios: Bitte, was???

          „Lies den letzten Satz, nach „erschrecken“, ist erhellend, wenn nicht auch gut“

          Hast Du irgendwelche Substanzen zu Dir genommen, die Dir nicht bekommen?

    1. Naja – Porsche Boxter IST „gehobene Mittelklasse“ und bei weitem nicht das Ende der Fahnenstange! 😉

      Nur weil man 2 Systeme im preisgünstigen Segment miteinander vergleicht und eine davon für umfangreicher hinstellt, heißt es noch lange nicht, dass es nicht noch die Oberklasse gibt.

      Ich finde die Vorstellung der beiden NAS-Systeme gut gemacht und für den Einsteiger hilfreich.

  5. Ein Freund hat inzwischen seine dritte Synology, da es anscheinend gerne zu Problemen mit den Netzteilen o.ä. Komponenten kommt. Synology hat die Geräte immerhin ohne Probleme getauscht (je ca. drei Wochen Versanddauer), allerdings ist auch in deren Foren von Problemen einiger Baureihen die Rede. Bei ihm ist sie inzwischen nicht mehr im Betrieb. Datenrettung ging, da die Platten nicht defekt waren.

  6. hab genau dieses Modell Anfang des Jahres gekauft

    die Einarbeitung ist nicht zu unterschätzen ! Wer sich wie ich vorher noch nie mit NAS beschäftigt hat, fühlt sich wie ein Kleinkind: man muss komplett von vorne anfangen bzw. umdenken

    ebenfalls nicht unterschätzen sollte man die Geschwindigkeit, oder besser: Langsamkeit !
    obwohl sonst hardwaremäßig auf der Höhe, und nur für einfache Anwendungen gedacht, ist das Einsteigermodell m.E. schon ziemlich langsam – deckt sich auch mit vielen Erfahrungen in den Synologyforen.

    aber, mehr Speed bedeutet – natürlich – auch höherer Preis

  7. Ich benutzte seit Jahren ein NAS von Qnap. Hatte auch alles darauf ausgelagert! Aber wegen zu langsamer Upload von meinem DSL Anbieter einfach zu langsam um von außerhalb darauf zuzugreifen. Im eigenen Netzwerk Top! Wobei die Fotomediatheken darauf zu legen macht auf Dauer auch keinen Spaß trotz 1000MBit Netzwerk! Einfach zu langsam! Als Datensicherheit mit Spiegelung aber top! Wobei man als Amazon Prime Kunde jetzt unbegrenzt Fotos speichern kann, überlege ich ob ich nicht darauf wechseln soll!

    1. Wobei man die Speicherung in irgendeiner Cloud nicht mit der Speicherung auf dem eigenen NAS vergleichen kann. Das ist eine Grundsatzentscheidung. Entweder links oder rechts.

        1. Gibt nen wizzard. Plex sollte man manuell installieren. Ggf. erst das Paket was Synology anbietet und dann über das Webfront gehen. Gibt dir hier den aktuellen Status aus und verlinkt direkt auf die aktuelle Version.

      1. A) Server virtualisieren
        B) Komplette Festplatten verschlüsseln und nicht nur Verzeichnisse

        Dafür verbrauchen Qnap immer etwas mehr Strom als Synologie

  8. Also, was der Porsche ist usw. Ist für mich zweitrangig. Wichtig ist nur was eigentlich geht. Filme, Musk, Cloud kann fast jeder. Ich habe bisher keine NAS gefunden, auf der der Calibre Server läuft. Also wofür NAS wenn es dann doch nur eine Netzwerkfestplatte ist und der PC trotzdem laufen muss!

  9. Kann Plex auch gesehene Video Dateien löschen? Das scheint wohl unter DLNA/Upnp nicht zu gehen. Ich habe einen Safe.tv Konto, da werden die gesehenen Dateien in der Regel nicht archiviert sondern nach dem sehen gelöscht. Alle Dateien sind auf einer Synology Play 214.

  10. Ich habe zurzeit auf mein Receiver vu plus Duo 2 eine WD purple 2TB der Umstieg auf Solo 4K bin ich gezwungen entweder neue Festplatte oder ein Synology DS215J zu kaufen. Lohnt es sich so ein zu holen welche genauen Vorteile habe ich dann? Im Schlafzimmer habe ich auch ein Receiver auf der ich sonst immer auf der Duo 2 zugegriffen habe.

  11. Geht doch einfach mal auf http://Qnap.de und man erkennt den Unterschied. Allein schon das man die 670pro pimpen kann mit einem i7 und 16gb RAM etc zeigt die Flexibilität des Produktes. Es ist für jedermann was dabei! Es ist vor allem kinderleicht zu installieren.

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