Telegram: Ab sofort werden Werbeanzeigen im Messenger angezeigt

Telegram Ads gestartet

Der Messenger Telegram (App Store-Link) hat seit den letzten Eskapaden von WhatsApp so einige neue Nutzer und Nutzerinnen generieren können. Als komplett gratis nutzbarer Dienst war es allerdings nur eine Frage der Zeit, bis das Entwicklerteam um Gründer Pawel Durow auch Werbeanzeigen für sich entdecken würden. Die Basis des privat entwickelten Messengers Telegram befindet sich nach eigenen Angaben in Dubai, ein Impressum gibt es aber auch auf der offiziellen Website nicht.

Was nun jedoch auf der eigenen Website kommuniziert wird, ist die Einbindung von Werbung über entsprechende Werbepartner in Telegram. Bei dieser handelt es sich um sogenannte „gesponsorte Nachrichten“, die Werbetreibende in One-to-Many-Kanälen posten können.


Werbung vorerst in größeren Telegram-Kanälen

Die Werbeanzeigen werden vorerst in Gruppen und Kanälen eingeblendet, die mehr als 1.000 Abonnenten haben. Auch die Länge der Anzeigen wird von Telegram vorgeschrieben: Maximal 160 Zeichen dürfen es sein, zudem soll die Werbung kontextabhängig vom Thema der Kanäle angezeigt werden. Werbetreibende können die Sprache und ungefähren Themen ihrer Anzeigen festlegen, und auch definieren, in welchen Kanälen diese angezeigt – oder nicht angezeigt – werden sollen. Laut Telegram sollen beim Öffnen von Werbeanzeigen keine Nutzerdaten übermittelt werden.

„Das bedeutet, dass keine Nutzerdaten gesammelt oder analysiert werden, um Werbung anzuzeigen, und jeder User, der einen bestimmten Kanal auf Telegram besucht, sieht die gleichen gesponserten Nachrichten. […] Telegram verfolgt nicht, ob Nutzer oder Nutzerinnen auf eine gesponserte Nachricht tippen und erstellt keine Profile auf Grundlage ihrer Aktivitäten. Wir verhindern auch externe Links in gesponserten Nachrichten, um sicherzustellen, dass Dritte unsere User nicht ausspionieren können.“

Die neue Ad-Kampagne von Telegram befindet sich derzeit noch in einer großangelegten Testphase, interessierte Werbetreibende können sich schon jetzt auf der Telegram-Website dafür anmelden.

‎Telegram Messenger
‎Telegram Messenger
Entwickler: Telegram FZ-LLC
Preis: Kostenlos

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Kommentare 16 Antworten

  1. Aha, dann gibt‘s zwischen den Schwurbelposts noch Werbung für vegane Kochbücher, Nahrungsergänzungsmittel und germanische Energiekristalle. 🥳🤪

    1. Das ist eine ziemlich pauschale Aussage, die zwar oft stimmt, aber eben nicht immer. Open Source ist das Beispiel… gilt gerade für Signal und andere OS Kommunikationslösungen.

      1. @gerti: Pauschale Aussagen sind immer richtig 😉
        Nein, hast schon Recht. Open Source ist ein wichtiges Kriterium. Aber solange Du Dir die App nicht selbst kompilierst, die Du nutzt, weißt Du das auch nicht 100%. Ein weiteres Kriterium ist die Anonymität. Die ist nur bei Threema gegeben und auch nur solange man nicht so blöd ist die Handynummer einzugeben. Aber weder Open Source noch Anonymität verhindern Werbung. Aber sie können, in Kombination, verhindern, dass sich Werbung rentiert. Denn die Werbetreibenden wollen ihre Werbung nicht per Gießkanne an Anonymlinge verteilen. Ganz im Gegenteil, die wollen alles über die Zielgruppe wissen, Interessen, Konsumgewohnheiten, alles. Das macht einen Datensatz wertvoller und somit kann interessenbasierte Werbung zielgerichtet platziert werden.

    2. Dein Nickname macht bzgl. deines IQs alle Ehre. 😉

      Diese Behauptung stimmt oft, aber nicht immer. Gerade bei Signal gibt es ein bekanntes Beispiel, der aus gutem Grund dies „empfohlen“ hat. Ja, Anführungszeichen, weil es nicht perfekt ist bzgl. Privatsphärenschutz, aber ziemlich sicher ist.

      Signal und Threema sind OpenSource. Du kannst sie kompilieren und in den Store stellen, damit es mit dem entsprechenden Apple AppStore/Google Market/Play Zertifikat ausgestattet wird. Durch ein Binärvergleich sieht man, dass die Kompilate ähnlich sind (100%ig kann man dies zwar nicht beweisen, weil man sonst deren private Zertifikate besitzen müsste, aber dies zeigt, dass die App nicht großartig modifiziert sein kann).

      Das FBI unterstützt finanziell den Betrieb der Signal-Server, aber da es laut mehreren Tests vertrauenswürdiger Quellen kein Fehler in der Implementation der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bekannt geworden ist, kann das FBI nicht den Inhalt abhören/mitlesen. Evtl. hoffen die dadurch, dass diesen Dienst deshalb keine Kriminellen nutzen.

      Von Altruismus hast du offenbar nichts gehört, oder? Ich selbst bin ein Beispiel dafür (leider, weil ich leider von einigen ausgenutzt werde bis ich einen Schnitt mache). Unter kostenlosen Apps gibt es inzwischen viele schwarze Schafe, aber nicht alle sind dies und manche geben es offen zu, wodurch sie sich finanzieren (kannst du unter signalPUNKTorg für das werbefreie Signal auch nachlesen).

      1. Oha, sorry, ich bin aus Versehen beim Artikel über Telegram gelandet. Telegram ist sehr dubios. Die haben per Default keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (man muss dies erst aktivieren, aber für jeden einzeln und dann mit vielen Komfortnachteilen wie früher bei Signal/Whatsapp seit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung). Also praktisch können sie fast alles mitlesen, falls bei Implementation der „privaten Chats“ nicht (absichtlich) ein Fehler eingefügt wurde.

        Deshalb stimmt mein Kommentar zum Teil nicht, da ich dachte, das sei ein Signal Artikel. Jedoch: Altruismus existiert. Evtl. ist dies bei Durov teilweise der Fall, wobei er sicherlich von Russland unterstützt wird, da es mehrere gibt, die darüber versuchen die europäischen Systeme indirekt zum Wackeln oder sogar Absturz bringen wollen. Somit ist Durov zu einem guten Teil auch rücksichtslos und egoistisch.

  2. Natürlich wird erstmal kostenlos eine große Basis geschaffen, um dann nach und nach zu monetarisieren. Wir haben die sich denn bisher finanziert? Der Betrieb muss doch einen Haufen Kohle verschlingen.

    1. Ja Frechheit, wenn Firmen erstmal Millionen in Vorleistung gehen und dann versuchen aus den roten Zahlen zu kommen.
      Willkommen in der Geiz ist geil Gesellschaft.

    2. Daten. Einfach Daten. Verschlüsselung wurde ja erst nachgeliefert ist aber in Gruppen und Kanälen gar nicht möglich. Daher kann man serverseitig alles analysieren und diese Datensätze dann eben verscherbeln.

    3. Erstmal? Du weißt, dass es Signal schon lange gibt? Offenbar nicht. Auf signalPUNKTorg kannst du nachlesen, wie sie sich finanzieren (oh Gott, die Community auf Appgefahren, die sich auf dem Blog äußert, scheint inzwischen ziemlich durch zu sein).

      1. Sorry, mein Kommentar bezog sich auf Signal. Wie sie sich bisher finanziert hatten? Kann man überall nachlesen … und damit wird klar, dass dies nicht endlos so weiter gehen kann.

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