Bluesmart im Test: Hochgezüchteter Koffer mit Akku, Bluetooth, 3G und GPS

Für euch kann es nie genug Technik sein? Dann solltet ihr diesen Artikel genau lesen. Wir haben mit dem Bluesmart zum ersten Mal einen Koffer getestet.

Bluesmart 3

Ein Koffer mit GPS-Tracking, integriertem 3G-Modul, Bluetooth-Anbindung samt App-gesteuertem Schloss und Kofferwaage. Das sind die Highlights des Bluesmart. Der kleine Trolley ist ein ehemaliges Indiegogo-Projekt, damals haben knapp 11.000 Unterstützer über 2 Millionen US-Dollar gesammelt, um den Bluesmart zu verwirklichen. Seit Januar gibt es den smarten Koffer auch in Deutschland zu kaufen, uns wurde er freundlicherweise von Cyberport.de für den Test zur Verfügung gestellt.

Bei so viel Technik weiß man gar nicht, wo man überhaupt anfangen soll. Daher starten wir einfach mal mit den ganz gewöhnlichen Fakten: Mit einer Größe von 56 x 36 x 23 Zentimetern ist der Bluesmart als Handgepäck geeignet und lässt sich dank seinen vier Rollen ganz gemütlich schieben. Laut Hersteller beträgt das Fassungsvermögen des Koffers insgesamt 34 Liter. Das Gewicht liegt mit 4,26 Kilogramm etwas über dem Durchschnitt, das ist aber nicht verwunderlich, schließlich ist der Bluesmart mit Technik vollgepumpt.

Integrierter Akku mit zwei USB-Anschlüssen lädt iPhone & iPad auf

Bluesmart 1

Da wäre zum Beispiel der integrierte Akku mit einer Kapazität von 10.000 mAh, die man über zwei USB-Anschlüsse abrufen kann. Ein Anschluss befindet sich hinter dem Griff, der zweite USB-Port befindet sich im Frontfach, um beispielsweise ein dort transportiertes iPad aufzuladen. Direkt neben dem Griff, in den übrigens eine Kofferwaage integriert ist, findet man einen abschließbaren Verschluss, mit dem Hauptfach und Frontfach geschützt werden können.

Neben einem herkömmlichen Schlüssel kann das Schloss auch über Bluetooth und die App des Herstellers verschlossen werden, auf Wunsch sogar automatisch. Entfernt man sich vom Koffer, wird er verschlossen und man erhält eine Nachricht auf dem iPhone-Display, nähert man sich wieder an, öffnet sich das Schloss. Sämtliche Optionen und Möglichkeiten lassen sich in der Bluesmart-App nach Lust und Laune einstellen.

Tracking-Funktion des Bluesmart aktuell noch nicht aktiv

Über die App gelangt man auch zur integrierten Tracking-Funktion des Koffers. Dank eines integrierten GPS-Moduls und einer SIM-Karte lässt sich die Position des Bluesmart quasi auf der ganzen Welt bestimmen, um ihn im Fall eines Verlusts oder Diebstahls wieder ausfindig machen zu können. Über Kosten muss man sich keine Gedanken machen: Dank einer Kooperation des Herstellers mit Telefonica muss die mobile Datenverbindung des Koffers nicht gezahlt werden – sie ist allerdings auch nur für die Tracking-Funktion nutzbar.

Momentan nutzt das einem Besitzer aber noch nichts: Die Tracking-Funktion des Bluesmart ist noch nicht aktiviert. Laut Angaben des Herstellers wurde nach der Auslieferung und dem Einsatz in der freien Wildbahn ein Fehler entdeckt, der so nicht vorhersehbar war. Um das Problem möglichst schnell zu lösen, habe man sogar schon weitere Mitarbeiter eingestellt. Bis wann sämtliche Funktionen zur Verfügung stehen, ist bislang nicht bekannt.

Besonders interessant war für mich das kleine Frontfach des Bluesmart, um schnell an wichtige Gegenstände wie etwa das MacBook oder Flüssigkeiten zu gelangen, ohne das Hauptfach öffnen zu müssen. Schließlich ist es ja nicht unbedingt berauschend, wenn man den Mitarbeitern am Flughafen und anderen Reisenden seine dreckige Wäsche oder andere Gegenstände auf dem Präsentierteller serviert. Neben einem 15 Zoll Notebook und dem bekannten 1-Liter-Beutel für Flüssigkeiten passt in dieses Frontfach noch allerhand Kleinkram. Das ist wirklich praktisch!

Smarter Koffer sorgt für Probleme am Flughafen

Bluesmart 2

Weniger praktisch ist stattdessen, dass der mit Technik vollgepumpte Koffer an der Sicherheitskontrolle für jede Menge Aufsehen sorgt. Etliche Kabel und der im inneren verbaute Block-Akku haben im Praxis-Test für Probleme gesorgt. In Düsseldorf musste ich den Koffer quasi komplett auspacken, die Innereien freilegen und die Funktionsfähigkeit des Akkus beweisen. Kommentar des Personals: „Es gibt auch Kollegen, die würden bei so einem Röntgenbild den roten Knopf drücken.“ Okay. In München gab es dann noch einen Sprengstofftest am gesamten Gepäck und Körper. Mal eben schnell das MacBook und die Flüssigkeiten auspacken und ohne großes Hin und Her direkt weiter ist mit dem Bluesmart jedenfalls nicht drin. Eigentlich hat nur noch gefehlt, dass ich den Twelve South HiRise mit im Gepäck hatte, der iPad-Ständer sieht auf dem Röntgengerät nämlich aus wie ein Teppichmesser.

In der Luft selbst muss man sich übriges keine Gedanken machen: Der Bluesmart hat entsprechende Genehmigungen und kann in den USA und Europa problemlos mit an Bord genommen werden. Sollten sich die Regulierungen verändern oder man in andere Länder reisen, kann der Flugmodus des Koffers per App aktiviert werden.

  • Bluesmart bei Cyberport für 399 Euro kaufen (zum Shop)

Abgesehenen von der aktuell noch nicht freigeschalteten Tracking-Funktion überzeugt der Koffer mit einer klugen Aufteilung, einer guten Verarbeitung und spannenden Funktionen für jeden Technik-Freak. Dem gegenüber stehen aktuell zwei wesentliche Punkte: An der Sicherheitskontrolle muss man definitiv ein paar Minuten mehr einplanen und sich darauf einstellen, den Koffer vor den Augen der anderen Reisenden auspacken zu müssen. Zudem ist der Preis des Bluesmart ziemlich sportlich: 399 Euro. Zwar werden damit zukünftig auch die Kosten der Mobilfunkanbindung getragen, wer auf die ganze Technik verzichtet, bekommt für das Geld aber sicherlich ein ganzes Kofferset vom Markenhersteller.

Fazit
  • 9/10
    Verarbeitung - 9/10
  • 10/10
    Innovation - 10/10
  • 5/10
    Praxis - 5/10
  • 4/10
    Preis/Leistung - 4/10
7/10

Bluesmart

Der Bluesmart ist wohl der einzige Koffer, der Technik-Freaks glücklich macht. Leider sind aktuell noch nicht alle Funktionen freigeschaltet, zudem gibt es am Flughafen Probleme an der Sicherheitskontrolle. Und dann wäre da ja noch der Preis…

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Kommentare 25 Antworten

  1. Klingt alles sehr verlockend und krass welche Summe die über Kickstarter generiert haben, aber leider ist auch der Preis wieder zu 1000% like.

  2. Nett, aber das mit der Intensivkontrolle am Flughafen ist schon blöd. Zumal ich keine Reißverschlüsse an Koffern mag, denn da nützt auch das verneinender Schloss nichts, wenn jeder Kleinkriminelle mit nem Kartoffelschälmesser meinen Koffer am Reißverschluss entlang aufschneiden kann. Ich spare grad auf die noch teureren Rimowa Alus. Auch wenn da keine Technick drin ist. Aber sollte IPad oder IPhone samt Koffer verloren gehen, gibt es ja über die Mein Gerät suchen Funktion eine hohe Chance alles wiederzufinden. Bluesmart wird aber sicher seine Kundschaft finden.

    1. Nimm die Kunststoff-Rimowas:

      1. Wenn Deine Geräte in einem Alu-Koffer stecken, kannst Du sie nicht lokalisieren

      2. Wenn sich ein Alu-Koffer durch unsachgemäße Handhabung verzieht (z. B. wenn er mehrfach geworfen wird) bekommst Du ihn nicht so einfach auf.

      Was die Sicherheit der Reisverschlüsse/des Materials angeht: Frag doch mal bei Rimowa nach. Vielleicht ist das Material Messer-Sicher? Und wenn nicht, vielleicht ist das ein Ansatz für ein neues Model?

  3. Die Abmessungen entsprechen exakt denen, die American Airlines als Handgepäck-Maße akzeptiert. Die allermeisten der übrigen Airlines – zumindest aber die meisten der sog. „Billigflieger“ – geben als Maximum 55cm an. Oder z.B. 20cm statt 23cm in der Tiefe.
    Kleiner Hinweis; erst kürzlich wurden die zulässigen Maximalmaße bei den meisten Airlines nach unten korrigiert. War groß in den Abendnachrichten, ist noch kein halbes Jahr her.
    Das Gerät ist heutzutage definitiv überdimensioniert, und leider kontrollieren immer mehr Airlines auch mal genauer. Nach meiner Erfahrung (als Vielflieger) wird Handgepäck aber selten abgelehnt, manchmal aber in den Frachtraum „verbannt“ (blöd auf der Langstrecke, wenn man seine Reisegimmicks darin aufbewahrt).

    1. Das mit dem nach unten korrigiert ist quatsch. Die IATA hat zwar vorgeschlagen, dass ihre Mitglieder (die Fluggesellschaften) die 55x35x20cm anpassen, angesichts des Shitstorms der ihr entgegen kam, wurde aber darauf verzichtet.

  4. Mit welcher Airline darf man den Koffer mitnehmen. Mobilfunk darf man ja wohl vor der Gepäckaufgabe deaktivieren. Der Akku ist sicherlich auch nicht gern gesehen, aber noch gestattet. Einer genaueren Durchsicht des Koffers darf man sicher jedenfalls immer sicher sein…

  5. Also mir wäre es den ganzen Aufwand bei den Sicherheitskontrollen nicht wert
    Und dann muss man noch daran denken, wie Koffer vom Flugpersonal behandelt werden
    Also bei all der Technik, die da verbaut ist, überlebt der Koffer sicher nicht viele Flüge, wenn er immer hin- und hergeschleudert wird
    Für Zug- oder Busreisen sehe ich den Koffer aber als prima an

    1. Meiner Meinung nach ist das Teilchen eher fürs Handgepäck gedacht. Aber zumindest die Innereien sehen vernünftig konstruiert aus, da fliegt nichts locker durch die Gegend, alles ist fest in einer kleinen Box verpackt (auch zu sehen im Video).

  6. Für den täglichen Gebrauch, fände ich einen Rucksack, mit der Technikausstattung praktisch. Kann ja in etwas „abgespeckterer“ Version sein. Und vielleicht zusätzlich solarmässig aufladbar.
    Falls das Teil jemanden auf dem Rücken auf Dauer zu schwer wird… Es gibt auch Rucksäcke mit Rollen zum Hinterherziehen. 😉

    Der Koffer ist aber auch sehr cool!!! ? Wie schon zuvor erwähnt, auf jeden Fall für Bahn und Bus.

    Über den Preis muss man wohl nichts mehr sagen.

    Coole Idee! ???

  7. Ja also mit den Problemen am Flughafen auf jeden fall interessant wenn man dann mal die möglichen Szenarien vorgespielt bekommen möchte. Aber als Koffer für das nächste Shooting um noch die Akkus zu laden von der Kamera nicht schlecht und dann noch nen Anschluss für das MacBook und die Fotografen wären angesprochen und würden noch mehr zahlen

  8. Coole Idee aber auch ein stolzer Preis und das man am Flughafen den halben Koffer auseinander nehmen muss ist auch nicht so cool. :O
    Aber erlichgesagt finde ich den Koffer cool und würde mir überlegen ihn zu kaufen wenn ich durch den Beruf viel per Auto reisen müsste. B-)

  9. Für den Preis ist das der reinste Müll
    Das kriegt man auch billiger hin
    Ich finds gut das ihr uns zeigt was es gut aber finde es gleichzeitig auch schade das ihr es vorstellt weil es überflüssig ist
    Ich hoffe ihr habt das aus Überzeugung hier getestet und nicht wegen dem Geld

  10. Nach der Kaffeemaschine mit iPhone-Anbindung, dem Wasserkocher und der Zahnbürste, habe ich nur noch auf so etwas gewartet… Eigentlich hätte ich für den Preis noch erwartet, daß der Koffer selbstständig mir hinterher rollt. Aber sicher wird es wieder welche geben, die so etwas auch kaufen oder das Ding verschwindet sang- und klanglos ins Nimmerwiedersehen. Das denke ich eher.

    Wer Angst hat, sein Gepäck beim Fliegen zu verlieren, kaufe die billigste Reisetasche. Da tut es wenigstens nicht weh, wenn die bei der Gepäckermittlung „zerstört“ (geöffnet) wird.

  11. Ich finde den Koffer als Idee Klasse, aber der Preis ist zu hoch für ein Handgepäck. Das er wohl beim Security-Check ausgepackt werden muss, ist für mich das Ausschlusskriterium.

  12. Ein nicht ausdrücklich erwähnter Problempunkt verdient auch noch Beachtung: Inzwischen wird bei den Fluggesellschaften häufig auch das Gewicht des Handgepäcks kontrolliert (meist sind nur 6-8 kg erlaubt). Bei dem angegebenen Gewicht von 4,26 kg bleibt da nicht mehr viel übrig…

  13. Der Koffer wird sicherlich zu 90% für Buisnesskunden interessant sein und weniger für den Consumer, welcher sich lieber auf Amazon für max.90€ nen Koffer kauft ?

  14. Aus Airlinersicht einige Punkte:

    Für mich erscheint dieser Koffer nicht sonderlich sicher. Powerbanks o.ä.dürfen aufgrund ihrer Anfälligkeit gegen Stürze nur in der Kabine befördert werden. Powerbanks sind oft nicht sonderlich geschützt, sodass es aufgrund eines Sturzes oder Schlags zu einem Defekt kommen kann. Defekte Powerbanks können sich aufblähen oder gar anfangen zu brennen. Auch wenn sie äußerlich nicht den Anschein machen, weil sie noch funktionieren, können Sie schon potentiell gefährlich sein.
    Aus diesem Grund dürfen sie nicht im Laderaum befördert werden.
    In der Kabine können sie gelöscht und anschließend (was noch wichtiger ist) in einer sog. PED Box oder Tasche gekühlt werden. Ohne Kühlung wird es bei einem bereits überhitzten Akku wieder zum Brand kommen. Dieser Koffer passt jedoch nicht in eine solche Box oder solche Tasche und das entfernen des Akkus scheint problematisch, wenn nicht unmöglich zu sein.
    Mich würde interessieren, welche Warnungen deswegen mitgeliefert werden? Dieser Koffer ist zwar Handgepäck, jedoch entspricht er wie schon erwähnt, nicht bei allen Airlines den Handgepäcksrichtlinien, sodass er eigentlich nicht in der Kabine transportiert werden kann. Aufgegeben werden darf er jedoch nicht. Selbiges gilt, wenn man mal etwas mehr Gepäck dabei hat. Es gibt viele , die auch mal einen handgepäckskoffer aufgeben, da sie sonst zu viel Handgepäck dabei hätten. Wird eine entsprechende Warnung mitgeschickt, dass der Koffer nicht aufgegeben werden darf?

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