ViewSonic VP2785-4K: Ist dieser Monitor eine Alternative zum teuren UltraFine-Modell?

Mit dem ViewSonic VP2785-4K habe ich in den letzten zwei Wochen mit einem 4K-Monitor gearbeitet. Meine Eindrücke aus dem Alltag lest ihr in diesem Artikel.

ViewSonic VP2785-4K_Prepress-Processing

Auch wenn ich mich bekanntlich in die UltraWide-Monitore von LG verguckt und normalerweise ein 34 Zoll großes Gerät auf dem Schreibtisch stehen habe, war ich sehr gespannt, wie sich der ViewSonic VP2785-4K mit seiner hohen Auflösung schlägt. Immerhin war ich schon sehr angetan vom 4K-Modell, das Apple in Zusammenarbeit mit LG entwickelt hat, das mit 21,5 Zoll aber deutlich kleiner ausgefallen ist. Viel eher kann man den ViewSonic VP2785-4K mit „Apples“ großem Display, dem LG UltraFine 5K vergleichen. Dieser ist mit 1.399 Euro aber alles andere als ein Schnäppchen.

Zumindest beim Preis hat ViewSonic die Nase mit seinem 27 Zoll Modell vorne. Bei Amazon ist der 4K-Monitor bereits für 999 Euro gelistet und damit glatt 400 Euro günstiger. Der erste Unterschied fällt allerdings schon im Namen auf: Es gibt nur 4K statt 5K, in der Praxis macht sich das in der Auflösung bemerkbar. Während Apple 14,7 Millionen Pixel liefert, sind es beim ViewSonic VP2785-4K lediglich 8,2 Millionen Pixel. Ich habe zwar keinen direkten Vergleich, könnte mir aber schon vorstellen, dass man einen Unterschied in der Darstellung erkennen kann.

Die vom Hersteller und der Presseabteilung ausgegebenen Details klingen dabei gar nicht so verkehrt. „Das 27 Zoll-4K-Display (3840 x 2160 Pixel) im 16:9-Format bietet HDR10-Unterstützung und eine hohe Farbgenauigkeit von 100% sRGB, 100% Rec. 709, 99% Adobe RGB und 96 % DCI-P3. Damit ist der VP2785-4K ideal für Fotografen, Grafiker sowie Anwendungsbereiche, in denen eine originalgetreue Farbausgabe essenziell ist. Dank KVM-Switch und Auto-Pivot bietet der ergonomische VP2785-4K zudem eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Steigerung der Produktivität am Arbeitsplatz“, heißt es dort.

ViewSonic VP2785-4K_B02

Spätestens bei DCI-P3 muss ich mit meinem beschränkten Fachwissen dann aber die Segel streichen. Viel mehr hat mich interessiert, wie sich der ViewSonic VP2785-4K im Alltag schlägt und ob er tatsächlich eine Alternative zum teureren Modell von Apple und LG ist.

Die Einrichtung jedenfalls war ein Kinderspiel, auch dank der mitgelieferten Kabel. Der Standfuß ist schnell montiert und schon vor dem ersten Einschalten sieht man, was der Monitor alles zu bieten hat. Der Bildschirm kann in der Höhe und im Winkel verstellt werden, er lässt sich problemlos zur Seite drehen und sogar um 90 Grad kippen, die Pivot-Funktion spielt für mich aber keine große Rolle. Viel spannender für mich als MacBook-Nutzer dagegen: Der ViewSonic VP2785-4K bietet neben HDMI und DisplayPort einen USB-C-Anschluss sowie drei klassische USB-Anschlüsse. Das ist praktisch für den Anschluss von iPhone-Dock, Tastatur oder externer Festplatte am Arbeitsplatz.

ViewSonic VP2785-4K verzichtet auf integrierte Lautsprecher

Da ich mich vor dem Auspacken nicht wirklich mit den technischen Details vertraut gemacht hatte, folgte die erste Überraschung aber schon nach dem ersten Einschalten. Der obligatorische Test, ob man die Lautstärke des Monitors mit den Tasten an der Mac-Tastatur anpassen kann. Das geht leider nicht. Aber irgendwie kam sowieso kein Mucks aus dem Monitor, obwohl er in den Ton-Einstellungen als Ausgabe-Gerät aktiviert war.

Warum? Das hatte ich schnell herausgefunden: Der Monitor hat überhaupt keine Lautsprecher. Okay, der ViewSonic VP2785-4K ist ein Bildschirm für Grafiker und für den Office-Betrieb. Aber gerade da möchte ich doch nicht extra Boxen an den Audio-Out des Bildschirms oder an einen USB-Anschluss hängen, sondern zwischendurch einfach mal ein YouTube-Video oder irgendwelche anderen Audio-Inhalte in annehmbarer Qualität hören können. Ich habe da wirklich keine hohen Ansprüche, warum man aber komplett auf Lautsprecher verzichtet, verstehe ich nicht.

Dafür gibt es einige andere Details: Etwa eine automatische Anpassung der Bildschirmhelligkeit, die aber genau wie der Anwesenheitssensor erst in einem nicht wirklich schicken Menü aktiviert werden muss. Letzterer ist schon recht praktisch: Sobald keine Person mehr direkt vor dem Bildschirm erkannt wird, schaltet sich der Bildschirm auf Wunsch automatisch aus. Letztlich ist das am Mac aber auch mit einer einfachen Tastenkombination möglich.

ViewSonic VP2785-4K

Verzichten muss man am ViewSonic VP2785-4K übrigens auch auf eine integrierte Kamera, wie sie Apple bei LG UltraFine hat einbauen lassen. Für mich persönlich ist das keine wichtige Funktion, erwähnen wollte ich es aber dennoch. Immerhin ist das ein weiteres Detail, das den Preisunterschied erklärt. Denn am Ende stellt sich die Frage, ob man nun aufs Geld achtet und sich für den ViewSonic VP2785-4K entscheidet, oder lieber noch einmal 400 Euro drauf legt und sich für die weitaus besser aufgestellte Variante aus dem Apple Online Store entscheidet.

Abgesehen von einigen speziellen Funktionen, wie etwa dem rotierbaren Bildschirm oder auch der Split-Screen-Funktion bei zwei angeschlossenen Geräten, hat der ViewSonic VP2785-4K eigentlich in allen Belangen das Nachsehen. Und so sehr ich mir auch eine günstigere Alternative zum UltraFine-Monitor von LG und Apple wünsche: Wenn ich den 1.000 Euro teuren ViewSonic VP2785-4K ins Auge fasse, kann ich am Ende auch noch ein paar Euro drauflegen und mich für die aus meiner persönlichen Sicht bessere Alternative entscheiden.

Welche Rolle spezielle Details spielen, dazu zählt sicherlich auch der vier Jahre Vorab-Austausch-Service, müsst ihr am Ende selbst entscheiden. Möglicherweise seid ihr ja ausgerechnet auf der Suche nach einem Apple-geeigneten, hardwarekalibrierbaren Monitor mit einer hohen Farbgenauigkeit – dann könnte der ViewSonic tatsächlich eine Alternative sein. Denn eines steht für mich nach einer Woche Nutzung fest: In Sachen Bildqualität kann sich der ViewSonic-Monitor mit seinem 4K-Bildschirm wirklich überzeugen – und schließlich ist es am Ende genau das, worauf es bei einem Monitor ankommt. 

Viewsonic VP2785-4K 68,6 cm (27 Zoll) Fotografen...
12 Bewertungen
Viewsonic VP2785-4K 68,6 cm (27 Zoll) Fotografen...
  • 4K IPS-Panel für schärfere Bilder und sattere Farben
  • 99% Adobe RGB und 96% DCI-P3-Farbadeckung für höchste Farbansprüche
ViewSonic VP2785-4K
  • 10/10
    Installation - 10/10
  • 8/10
    Darstellung - 8/10
  • 2/10
    Sound - 2/10
  • 6/10
    Funktionen - 6/10
  • 7/10
    Preis/Leistung - 7/10
6.6/10

Fazit

Der ViewSonic VP2785-4K ist sicherlich kein schlechter Monitor. Von meinem Traum-Modell ist er aber leider sehr weit entfernt. Fehlende Lautsprecher und auch die im Vergleich zum UltraFine-Modell geringere Auflösung sind für mich zwei Kritikpunkte, die der geringere Preis nicht ganz kompensieren kann, auch wenn die eigentliche Bildqualität sehr gut ist.

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Kommentare 5 Antworten

  1. 40% mehr sind schon ein bisschen viel mehr. Und das für Lautsprecher und Kamera wäre zu viel. Das mit der Auflösung und der Größe dürfte wohl eher den Ausschlag geben.
    Mir persönlich reicht ein 24″ fullHD Bildschirm.

  2. Wieso bekommt der Monitor im Test bei Sound 2 Punkte? Kein Sound = keine Punkte in der Kategorie, das wäre richtig. Würde aber wohl das Gesamtergebnis zu sehr negativ beeinflussen ?

    Ich für meinen Teil benötige weder im Fernseher, noch im Monitor diese liederlichen integrierten Boxen. Der Sound ist einfach schrecklich, egal was man sich da reinzieht. Da verzichte ich gerne drauf, möchte ich keinen Ohrenkrebs bekommen. Ist ja wie mit dem Handylautsprecher laut Musik zu hören… ?? *Aua*

    1. Mit dem Handylautsprecher hast du absolut Recht. Um auf der Arbeit aber mal eben ein Video oder ein Soundfile anzuhören, muss ich mir keine großen Boxen neben den Monitor stellen. Was aus dem zugeklappten MacBook noch rauskommt, ist aber wirklich nicht schön. Für Musik und Radio steht aktuell ein Sonos One auf dem Schreibtisch, daher würde ich persönlich gerne auf externe Boxen verzichtet und hätte mich über solide interne Lautsprecher gefreut.

      Zwei Punkte gibt es, weil es immerhin einen Klinkenausgang am Monitor gibt, so dass man nicht auf USB-Lautsprecher beschränkt ist.

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