Wimmelburg: Interaktives Wimmelbuch für iPhone und iPad im Test

Wie haben wir früher doch diese unglaublich detailreichen Bücher geliebt, auf deren bunten Seiten es so viel zu entdecken gab. Selbst im jugendlichen Alter schaute ich den Kleinen gerne noch über die Schulter.

Mit dem Siegeszug der Tablets und Smartphones können die Kleinen von heute diese Art von Büchern jetzt auch auf iPhone, iPod Touch und iPad genießen. Ein solches Exemplar ist Wimmelburg der deutschen Entwickler von LunaLand, welches in zwei verschiedenen Versionen aus dem deutschen App Store geladen werden kann. Zum einen gibt es eine Variante für iPhone und iPod Touch (App Store-Link), die zur Zeit für 79 Cent erstanden werden kann, und auch eine iPad-Version (App Store-Link) für 2,39 Euro. Beide Apps sind 33 MB groß, und werden laut Entwickler bis zum 12. April zu diesem günstigen Preis zu haben sein – danach werden 1,59 bzw. 2,99 Euro fällig.

Die App im Querformat hält insbesondere für kleinere Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren, die noch nicht lesen oder schreiben können, eine Kulisse einer großen Burg bereit, in der sich nicht nur umgeschaut, sondern auch mit über 50 verschiedenen Charakteren interagiert werden kann. Die kindgerechte Steuerung erfolgt ganz einfach über das Antippen der jeweiligen Figuren, Wischgesten nach links, rechts, oben oder unten, um die Ansicht zu verändern, oder auch der Pinch-to-Zoom-Geste, um sich einen besseren Überblick verschaffen zu können.

Die Kulisse der mittelalterlichen Burg besteht aus handgezeichneten 2D-Illustrationen, die hintereinander gestaffelt sind, und sich so zu einer dreidimensionalen „Bühne“ mit einer dynamisch mitbewegenden Perspektive auffächern. So erleben die Kinder unter anderem Mägde beim neusten Tratsch, Knappen, die bei einer Berührung mit Holzschwertern üben, oder Wachen, die eher ungeschickt mit Pfeil und Bogen schießen. Witzigerweise findet man sogar einen pinkelnden Hund und auch einen betrunkenen Mönch, der seinen Rausch ausschläft und beim Antippen rülpst.

Auch die Soundkulisse kann mit einem lebendig schwirrendem Burgplatz, zwitschernden Vögeln und gelegentlich gurrenden Tauben überzeugen. Die beim Antippen der Figuren entstehenden Töne sind gut umgesetzt und lassen selbst Erwachsenen wie mir teils ein Lächeln über das Gesicht huschen. So etwa, wenn man die schlafenden Musiker antippt, die schnarchen, und deren Instrumente quietschende Geräusche von sich geben, oder den drei Pferden im Stall, die alle unterschiedlich wiehern.

Soweit so gut. Allerdings hat die Wimmelburg-App trotz ihrer sorgfältig gezeichneten Illustrationen und den überzeugenden Sounds einen entscheidenden Fehler: Sie beinhaltet wohl kaum genügend Material, um Kinder über einen längeren Zeitraum beschäftigen zu können. Denn außer dem Marktplatz mit der Burg drumherum gibt es, wie in anderen Wimmelbild-Büchern üblich, zur Abwechslung keine anderen Kulissen. Hier wären mehrere auswählbare Szenarien, beispielsweise auch in bestimmten Räumen der Burg, sicher auf Dauer für Kinder interessanter gewesen.

Nichts desto trotz weiß die Wimmelburg-App mit ihren liebevollen Grafiken und der tollen Soundkulisse zu überzeugen. Ob allerdings ein späterer Preis von 2,99 Euro für ein einziges Szenario auf dem iPad gerechtfertigt ist, sollte in Frage gestellt werden. Immerhin gibt es von Seiten der Entwickler einen Hinweis in der App auf neue Erweiterungen – man darf also gespannt sein, wie es mit der Wimmelburg weiter geht.

Kommentare

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