David gegen Goliath: Kleine Entwickler haben es nicht leicht

Spiele, die von unabhängigen Entwicklern stammen, haben uns schon mehrfach überzeugt. Doch kleine Teams haben es nicht immer einfach.

Sky Tourist 4 Sky Tourist 2 Sky Tourist 1 Sky Tourist 3

Wenn man einen Blick in die Top-25 der App Store Charts wirft, trifft man dort zumeist auf die gleichen Spiele. Angry Birds, Doodle Jump und der eine oder andere Kracher von Gameloft, bei Sale-Aktionen gerne auch einer mehr. Noch deutlicher wird es, wenn man sich die umsatzstärksten Apps anschaut: Clash of Clans, Hay Day oder Candy Crush Saga – hier werden auf der ganzen Welt täglich mehrere 100.000 Euro gescheffelt.


Eine der Apps, die von einem kleinen Entwicklerteam stammt, ist Sky Tourist (App Store-Link). Wir haben uns die 89 Cent günstige Universal-App kurz nach dem Start angesehen und waren begeistert. Eine Meinung, mit der wir nicht alleine dastehen. „Vor allem von den Medien gab es sehr gutes Feedback, weltweit gab es von App-Testern viel Lob“, so Entwickler Zoltan Lading. Allerdings musste er auch feststellen, „dass die Download-Zahlen leider nicht so gut sind, wie wir es uns erhofft haben.“

Trotzdem will man in Zukunft weiter auf einer guten Grundlage aufbauen, das erste Update ist bereits in der Pipeline. Sky Tourist soll dann auch auf älteren Geräten laufen und dem Nutzer neue Level bieten. „Es wird kurze Mini-Challenges geben, in denen der Spieler jeweils ein kleines Puzzle pro Level lösen muss.“

Ein großes Problem der kleinen Entwickler ist es, das eigene Spiel bekannt zu machen. Gerne hätte man auch bei Sky Tourist Geld und Manpower in die Promotion gesteckt. „Leider haben wir weder finanziell noch menschlich genügende Ressourcen.“

Was uns natürlich interessiert: Würde man etwas anders machen, wenn man noch ein Spiel in den App Store bringt? Immerhin war Sky Tourist das Debüt der jungen Entwickler. „Neben ein paar technischen Änderungen würden wir wohl in Richtung Free-to-Play gehen“, heißt es. Wirklich gefallen tut uns das nicht, aber anscheinend ist es für immer mehr Entwickler die einzige Chance, eine größere Nutzermasse zu erreichen, damit am Ende schwarze Zahlen unter dem Strich stehen.

Tipps für Entwickler, die selbst im App Store starten wollen, hat Zoltan Lading auch auf Lager: „Aus unserer Sicht ist es besser, wenn man ein kleines Spiel macht, das nicht zu umfangreich ist. Dieses Spiel sollte dann aber perfekt und bis ins letzte Details optimiert sein. Natürlich sollte es Spaß machen, der Nutzer sollte aber auch schnell Erfolg haben.“ Die Wahrscheinlichkeit, damit steinreich zu werden, tendiert aber leider sehr stark gegen Null…

Anzeige

Kommentare 28 Antworten

  1. Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Reich wird man als kleiner Entwickler nicht, dafür bräuchte man denke ich eine ganze Menge Glück 🙂
    Wenn ich die App Verkäufe auf ein Jahr hochrechne und mir meinen Stundenlohn ausrechne, liegt dieser bei 3-4 Euro ^^
    So einfach und simpel wie Apps aussehen, schlucken sie doch schon eine Menge Zeit in der Entwicklung. Besonders Feinarbeiten sind hungrig 😀

    Aber es macht sehr viel Spass und da ich nach dem Studium ohnehin als Softwareentwickler arbeiten möchte, ist das schon ok :))

        1. Da hast Du recht! Trotzdem würde ich es gerne mal ausprobieren, was auch immer es ist 😉

          EDIT: habs gerad mal gegoogelt, wenn ich richtig liege heißen die Apps „Drink me“ und „Pilly“

          1. Alleine dauert das viel zu lange, ab Herbst fange ich dann aber ein Spiel gemeinsam mit zwei Kollegen an 🙂 Ich denke im Winter ist es dann im Store 🙂 Die Idee ist da und hat Potenzial 🙂

  2. Ich habe Sky Tourist gespielt und bis auf die nette Grafik war ich nicht gerade sehr begeistert. Das Gameplay ist nach wenigen Level langweilig. Die Rezensionen zeigen mir das andere dies genauso sehen. Da wundert es mich ehrlich gesagt kaum dass das Spiel keinen reißenden Absatz findet…

    Da haben andere Indie Entwickler schon weitaus bessere und auch erfolgreichere Spiele in den Store gebracht.

    1. Das stimmt, zumindest was die Programmierung betrifft.
      Die Grafiken kamen von einem Grafiker, soviel ich weiß.

      Aber das war eine ganz seltene Ausnahme, weil die Idee neu und eingängig war und die Unsetzung sehr gelungen. Ich habe mich aus der iOS-Programmierung schon vor zwei Jahren wieder zurückgezogen, da die Umsätze kaum die 100 Dollar Gebühren pro Jahr hereingebracht haben. Jeden Tag kommen 500 neue Apps raus, die meisten sogar kostenlos…

        1. Ein Puzzlespiel (Memory-Typ) und ein Kartenspiel fürs iPad, beide sehr sauber ausgeführt, mit vielen Optionen und schönen Grafiken und Animationen.

          1. Sind nicht mehr im Store, ich zahle ja keine Gebühren mehr an Apple. Wenn man unter 100 Dollar im Jahr verdient, ist es ein Verlustgeschäft.

    2. Auch „Badland“ ist ein sehr erfolgreiches iOS Indie Game. Es ist also durchaus möglich den ein oder anderen Euro als Indie Developer zu machen!

    3. Ja das stimmt. Ich bin aufgrund eines Interviews im TV auf das Spiel aufmerksam geworden und liebe es. Er hat überhaupt nicht mit dem Erfolg gerechnet bzw. es war ihm sogar zuviel. Schön an seiner Geschichte finde ich, dass er es aus purer Leidenschaft zu Musik, Grafik und Informatik geschaffen hat. Und ich muss sagen dass es, für mich, eins der am vorbildlichsten programmierten Spiele ist. Bei mir war es das einzige, bei dem sich die Spielstände perfekt auf neue Geräte (aus Backup oder via Game Center) übertragen liessen. Auch sind die Spielstände hier auf dem iPad und iPhone synchron, was bei den meisten nicht so ist (für mich unverständlichweise). Der Erfolg sei so jemandem echt gegönnt und auch allen anderen die so viel Arbeit und Leidenschaft reinstecken. Schade, dass es nicht immer so funktioniert.

  3. Der Trick für Entwickler ist, innovativer zu sein als andere. – Ich sehe ein sehr großes Potential für die ersten Spiele, die im neuen IOS die neuen Schnittstellen für Bluetooth-Gamepads unterstützen.

    1. Da steckt ein Fünkchen Wahrheit dahinter, allerdings vergisst du, das zu diesen so genannten schlechten Zeiten, recht wenige Apps im Store verfügbar waren. Darum fand man die auch schneller. Bei der heutigen Überfüllung des Appstores ist es wirklich schwer eine gute App zu finden.

  4. Ich kann diesen Artikel wohl verstehen, aber die kleinen Entwickler nicht. Ich möchte in ein paar Tagen auch Anfangen habe mir vor Wochen überlegt wie was aussehen soll. Eben alles durchgeplant. Zum einen hat man das was beschrieben wurde: „etwas kleines aber dafür ‚perfektes‘!
    Jetzt zudem was ich nicht verstehen kann: Es wurde gesagt, das er kein Geld und keine Mittel hat für gute Werbung. Eine super und auch kostengünstige Werbung seid ihr von AppGefahren! Wenn ich mein Produkt oder meine App gut gemacht habe diese EUCH vorstelle, dann muss ich EUCH nur mit der App überzeugen…. Also einen oder mehrere Promo Codes an Euch. Sagen wir man schreibt 4 News Seiten an, davon gefallen 2 meine App. Gezahlt habe ich ein wenig Zeit und gute 10 Promo Codes von 50 pro Version. Bleiben 40! Da ich selber ein YouTuber (Leute die Videos auf YouTube hochladen) bin, weiß ich das sich jeder kleine YouTuber über einen Entwickler freut von dem dieser Angeschrieben wurde und dort wieder einen Promo Code oder mehrere für ein Gewinnspiel bekommt! Dies sind einfache und kostengünstige Werbe Maßnahmen…! Man hat mit dieser Methode gut 20€ bezahlt weil die App über Promo Codes geladen wurde aber sehr viel Aufmerksamkeit und auch den einen oder anderen Käufer gefunden. Dies war meine ausführliche Meinung zu diesem Artikel und dem Inhalt 🙂

    1. Ja, so etwas ähnliches habe ich mir beim Lesen des Artikels auch gedacht. Die beste Promotion ist doch über Blogs wie appgefahren usw., dazu dann noch Vorstellung in einigen Foren.
      Wo ist da der finanzielle Großaufwand? Zeit braucht es natürlich, das ist klar.

      Durch den AppStore durchwühlen ist schlichtweg unmöglich – außer man hat zuviel Zeit -, deshalb denke ich, dass sich die meisten User Infos eben aus Blogs usw holen.

      1. Anscheinend hast du mich falsch verstanden! Ein angemessenes Einkommen und Reichtum sind doch zwei paar Schuhe. Natürlich sollen Entwickler auch entsprechend vergütet werden, es sollte aber in angemessenem Verhältnis stehen zu dem was wirklich geleistet wird! Software könnte um einiges erschwinglicher sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2021 appgefahren.de