Anthropic setzt mit Claude Cowork den nächsten großen Schritt: Der KI-Agent, der bisher als Desktop-App für allgemeine Wissensarbeit bekannt war, steht ab Dienstag auch Personen mit einem „Max“-Abonnement im Web und auf Mobilgeräten zur Verfügung. Damit wird Cowork zum plattformübergreifenden Begleiter: Nutzer und Nutzerinnen können Aufgaben am Schreibtisch starten, unterwegs Statusupdates erhalten und später das fertige Ergebnis abrufen, selbst wenn der Laptop längst zu ist.
Mit der Erweiterung will Anthropic Cowork weniger als Programmierwerkzeug für Neulinge positionieren, sondern als eigenständigen administrativen Mitarbeiter. Der Agent soll im Hintergrund arbeiten, geräteübergreifend unterstützen und nur dann menschliche Eingaben anfordern, wenn eine Entscheidung nötig ist, die nur der User treffen kann. Der Trend ist klar: KI-Unternehmen wie Anthropic und OpenAI drängen mit Tools wie Cowork oder Codex in den Arbeitsalltag, und zwar nicht mehr nur als Chatbots, sondern als Bestandteile der täglichen Arbeitsabläufe.
„Arbeit rund um die Arbeit“ im Fokus

Erste Auswertungen von 1,2 Millionen anonymisierten Cowork-Sitzungen aus über 600.000 Organisationen zeigen, wo der größte Mehrwert liegt. Mit 33,4 Prozent entfällt der größte Anteil auf die Abwicklung von Geschäftsprozessen, etwa das Zusammenführen von Aktualisierungen in Berichten, das Erstellen von Onboarding-Checklisten oder das Abgleichen von Tabellen. Die Erstellung von Inhalten (16,4 Prozent) und Softwareentwicklung (8,7 Prozent) folgen dahinter. Anthropic betont (via TechCrunch):
„Zwar ist das Programmieren, verständlicherweise, nach wie vor einer der Anwendungsbereiche der KI, der die größte Aufmerksamkeit auf sich zieht, doch der Einsatz von KI im alltäglichen Geschäftsalltag nimmt zu, und es zeichnet sich ab, bei welchen Aufgaben die Menschen sie als besonders hilfreich empfinden.“
Ein zentraler Vorteil der plattformübergreifenden Lösung: Cowork arbeitet im Hintergrund weiter, selbst wenn kein Gerät online ist. Ein Beispiel von Anthropic veranschaulicht das Potenzial: „Bereite den Kundentermin am Montag für 6 Uhr morgens vor: Claude arbeitet die E-Mail-Verläufe, Transkripte und aktuellen Nachrichten durch, erstellt das Briefing-Dokument und hinterlässt den Entwurf der Folge-E-Mail – jedoch noch nicht versendet. Überprüfe ihn beim Kaffee.“
Desktop bleibt der Hub für tiefgehende Arbeit
Die Desktop-App bleibt allerdings auch weiterhin der Ort für konzentriertes Arbeiten, an dem Cowork auf lokale Dateien und den Browser zugreifen kann. Doch durch die Web- und Mobile-Versionen wird das Tool auch für User ohne Installation zugänglich. Anthropic plant, Chat und Cowork im Web und auf dem Desktop zu vereinheitlichen, so dass Projekte plattformübergreifend geteilt werden können. Weitere Infos zu Claude Cowork gibt es auf der Produktseite von Anthropic. Der mobile und Web-Zugang von Claude Cowork befinden sich aktuell noch in einer Betaversion.
