Mit den AirPods Pro 3 hat Apple seinen In-Ear-Kopfhörern eine Funktion verpasst, die bislang eher Smartwatches vorbehalten war: einen integrierten Herzfrequenzsensor, der mittlerweile mehr als 50 verschiedene Trainingsarten erfasst. Doch wie zuverlässig liefert das Ohr eigentlich Pulswerte? Und kann es tatsächlich mit etablierten Wearables am Handgelenk mithalten?
Der große Vergleichstest
Genau dieser Frage ging das Testlabor von CNET nach und stellte die AirPods Pro 3 gegen eine ganze Reihe namhafter Konkurrenten: die Apple Watch Series 11, die Garmin Venu 4, die Google Pixel Watch 4, die Samsung Galaxy Watch 8 sowie die Amazfit Bip 6. Als Referenzwert diente dabei der Polar H10-Brustgurt, der bei CNET als verlässlichster Maßstab für Herzfrequenzmessungen im Consumer-Bereich gilt. Testerin Vanessa Orellana absolvierte für jedes Gerät vier Runden auf einer College-Laufbahn und variierte dabei bewusst das Tempo, um Werte aus unterschiedlichen Pulszonen einzusammeln.
Apple Watch verbessert sich, AirPods überraschen
Bemerkenswert: Bei einem früheren Test hatte die Apple Watch Series 11 bereits eine Abweichung von durchschnittlich 0,98 Prozent beziehungsweise 1,40 BPM gegenüber dem Brustgurt erreicht. Diesmal fielen die Werte sogar noch besser aus: nur noch 0,63 Prozent Fehlerquote und 0,89 BPM Abweichung, womit die Smartwatch erneut die Tabellenspitze für sich beanspruchte und so nah wie kein anderes getestetes Gerät an den Polar-Referenzwert herankam.
Den zweiten Platz sicherten sich überraschend die AirPods Pro 3 mit einer durchschnittlichen Abweichung von 2,02 BPM und einer Fehlerquote von 1,23 Prozent. Damit ließen die Kopfhörer sämtliche getesteten Nicht-Apple-Wearables klar hinter sich, wenngleich der Weg zu diesem Ergebnis nicht ganz reibungslos verlief: Erst der dritte Versuch lieferte einen kompletten Datensatz, nachdem zunächst eine Aufzeichnung spurlos verschwand und beim zweiten Lauf ausgerechnet ein Sprinkler-Tropfen den Stopp-Button auf dem iPhone traf.
Das Ohr als unterschätzter Messpunkt
Zu den Ergebnissen äußerte sich Orellana selbst recht treffend:
„Ob sie nun auf den Grundlagen der Apple Watch aufbauen, von ihrer Position im Ohr profitieren oder einfach nur wirklich gute Sensoren verwenden (wahrscheinlich alles zusammen), die AirPods können mithalten. Bei der Herzfrequenzmessung liegen sie gleichauf mit der Apple Watch und schlagen alle anderen Smartwatches, die ich getestet habe. Wenn du bereits 250 Dollar für die AirPods Pro 3 ausgibst, musst du nicht noch weitere 400 Dollar für eine Uhr ausgeben, nur um Herzfrequenzdaten zu bekommen.“
Fazit: Lohnt sich die zusätzliche Smartwatch noch?
Die Ergebnisse werfen durchaus die Frage auf, ob eine separate Smartwatch für viele Hobbysportler überhaupt noch notwendig ist. Zumindest, wenn es primär um zuverlässige Pulsdaten geht. Wer mehr über die Hintergründe erfahren möchte, etwa warum das Ohr für Herzfrequenzmessungen anatomisch durchaus Vorteile gegenüber dem Handgelenk bieten kann, oder wie sich Garmin, Google, Samsung und Amazfit im Detail geschlagen haben, findet die vollständige Auswertung im Originalbericht von CNET.
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