Apple soll Interesse an Firmenübernahmen gezeigt haben, die sich auf die Chip-Herstellung für das KI-Zeitalter spezialisiert haben. Das berichtet „The Information“ unter Berufung auf informierte Kreise. Hintergrund ist die bislang enge Verbindung des Konzerns zu Nvidia, wenn es um besonders rechenintensive KI-Aufgaben geht.
Warum Apple noch immer auf Nvidia angewiesen ist
Zwar erledigt Apple manche KI-Berechnungen längst in eigenen Rechenzentren mit selbst entwickelten Prozessoren, doch sobald die Anforderungen steigen, kommt weiterhin Nvidia-Hardware zum Zug, die über Googles Cloud-Infrastruktur läuft. Eine Konstellation, die zugleich das Gemini-Modell einschließt, welches der neu gestalteten Siri zugrunde liegt. Der hauseigene Server-Chip mit dem Codenamen „Baltra“ hätte eigentlich schon dieses Jahr starten sollen, verzögert sich aber Insidern zufolge.
Ein Kurswechsel bei den Übernahmesummen
Bislang hielt sich Apple bei Zukäufen zurück und bewegte sich meist im Rahmen weniger hundert Millionen Dollar. Diese Zurückhaltung scheint jetzt zu bröckeln: Im Januar sicherte sich der Konzern für rund zwei Milliarden Dollar das israelische Unternehmen Q.ai, das Sprache anhand feinster Gesichtsbewegungen entschlüsselt. Nach dem Beats-Deal von 2014 der zweitgrößte Zukauf der Firmengeschichte.
Die Grenzen der eigenen Chip-Architektur
Apples Chipdesigner haben sich traditionell auf sparsame Mobilprozessoren spezialisiert, weniger auf die Hochleistungs-Server-Chips, mit denen man Marktführer Nvidia Paroli bieten könnte. Diese Schwachstelle zeigte sich deutlich bei der Entwicklung der neuen Siri: Ingenieure versuchten, Googles Gemini-Modelle auf eigener Server-Infrastruktur laufen zu lassen, mussten aber feststellen, dass die für Mac-Aufgaben ausgelegten Chips einem Modell dieser Größenordnung nicht gewachsen waren. Ein Teil der Siri-Last läuft deshalb weiterhin über Nvidia-Chips in Googles Cloud.
Zukunftspläne: M5 Ultra und M7 Ultra
Externes Know-how würde die laufenden internen Entwicklungen ergänzen. Bloomberg zufolge arbeitet Apple an einem Server-Chip auf Basis des M5 Ultra, während ein künftiger M7 Ultra die KI-Leistung so weit steigern soll, dass er mit Nvidias Blackwell-Chip mithalten könnte. Bis zu 1,5 Terabyte Speicher soll der M7 Ultra unterstützen – doppelt so viel wie sein Vorgänger. Einsatzbereit wird ein darauf basierender Server-Chip laut Bloomberg aber frühestens 2029 sein.
Broadcom bleibt mit an Bord
Übernahmen sind nicht der einzige Hebel gegen die Nvidia-Abhängigkeit: Bereits bekannt war Apples Zusammenarbeit mit Broadcom an einem KI-Server-Chip für 2024. Erst vergangene Woche bestätigte Broadcom in einer Börsenmitteilung, dass diese Partnerschaft bis ins Jahr 2031 verlängert wurde.