Kürzlich wurde bekannt, dass Apple OpenAI verklagt hat. Auch wir berichteten am Sonntag der vergangenen Woche über den neuen Gerichtsstreit. Die Welle schlägt bereits jetzt auf die Pläne des KI-Unternehmens durch: Laut eines Artikels von Bloombergs Mark Gurman zeigt sich der Schaden lange vor einem Urteil. Die Klage wegen mutmaßlichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen bremst OpenAIs Entwicklung und erschwert die Rekrutierung von Top-Talenten.
Apple wirft OpenAI vor, ehemalige und potenzielle Angestellte systematisch dazu gedrängt zu haben, interne Details zu unveröffentlichten Produkten preiszugeben. Besonders brisant: Ein Dokument, das mit dem ehemaligen iPhone-Designchef Tang Tan in Verbindung steht, soll genutzt worden sein, um neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen darin zu schulen, Apples Sicherheitschecks bei Austrittsgesprächen zu umgehen. Apple fordert nicht nur Schadensersatz, sondern auch die Vernichtung aller illegal erworbenen Unterlagen.
Massiver Brain-Drain: Über 400 Apple-Angestellte bei OpenAI

Die Abwanderung von Fachkräften ist für Apple ein massives Problem. Mehr als 400 ehemalige Angestellte, darunter der legendäre Designchef Jony Ive, arbeiten mittlerweile bei OpenAI. Gurman berichtet, dass OpenAI gezielt aus Apples iPhone-Design-Team rekrutiert habe, so dass Apple Teile des Teams neu aufbauen musste. Als Reaktion lockt der Tech-Gigant nun mit höheren Prämien und persönlichen Appellen der Führungsetage, um Ingenieure zum Bleiben zu bewegen.
Obwohl OpenAI betont, kein Interesse an fremden Geschäftsgeheimnissen zu haben, wirft die Klage bereits lange Schatten. Gurman argumentiert, dass die rechtlichen Unsicherheiten OpenAIs Hardware-Entwicklung ausbremsen, noch bevor ein Gericht urteilen wird. Selbst Vorstellungsgespräche bei OpenAI könnten nun das Apple-Sicherheitsteam auf den Plan rufen, was den Talentabfluss weiter verlangsamt.
Apples Einfluss auf asiatische Elektronikhersteller könnte OpenAI zusätzlich behindern. Zulieferer zögern, ihre Zusammenarbeit mit dem KI-Unternehmen zu vertiefen, aus Angst, ihre langjährigen Beziehungen zu Apple zu gefährden oder selbst in den Rechtsstreit hineingezogen zu werden. Bloomberg Intelligence spekuliert, dass Apple gezielt einstweilige Verfügungen gegen OpenAIs Hardware-Projekte erwirken könnte, was die Entwicklung weiter verzögern würde.
Hardware-Debüt 2026? OpenAI bleibt optimistisch

Trotz der Turbulenzen hält OpenAI an den eigenen Plänen fest: Eine mit den internen Ambitionen vertraute Quelle bestätigte Gurman, dass das erste Hardware-Produkt noch in diesem Jahr vorgestellt und 2027 am Markt präsentiert werden soll. Allerdings könnte sich der Zeitplan noch ändern, während das Unternehmen die Vorwürfe prüft. Die Entwicklung sei bereits weit fortgeschritten, doch der Aufbau einer breiteren Produktpalette, von Smart-Lautsprechern bis zu Wearables, dürfte nun schwieriger werden.
OpenAIs langfristiges Ziel ist klar: Ein Gerät im Stil des iPhones. Doch der Weg dorthin wird steiniger. Zunächst soll ein einfacheres, nicht als Smartphone klassifiziertes Produkt auf den Markt kommen. Die Klage könnte OpenAI jedoch zwingen, Teile seiner Entwicklungen neu zu denken, falls Apple nachweist, dass gestohlene Geheimnisse in die Produkte eingeflossen sind.
