Ein handfester Rechtsstreit erschüttert gerade das Silicon Valley: Apple wirft OpenAI vor, sich systematisch an Geschäftsgeheimnissen bedient zu haben, um ein eigenes KI-Hardwareprojekt voranzutreiben. Die Klage, eingereicht beim Bezirksgericht im Norden Kaliforniens, liest sich streckenweise wie ein Wirtschaftskrimi. Mit internen Dokumenten, heimlichen Datenabflüssen und einem Muster, das laut Apple über Monate hinweg gewachsen sei.
Metall, Batterien und ein verräterischer SMS-Chat
Die Anschuldigungen gehen weit über bloße Gespräche hinaus. Apple behauptet, OpenAI habe vertrauliches Wissen genutzt, um gezielt Zulieferer anzusprechen, und dabei sogar ein Unternehmen dazu gebracht, eine geschützte Metallveredelungstechnik einzusetzen, unter dem falschen Vorwand, Apple habe dem zugestimmt. Bewerbern sei zudem nahegelegt worden, Bauteile wie Batterien, SIPs oder Logikplatinen gleich mit zum Bewerbungsgespräch zu bringen. Der ehemalige Apple-Mitarbeiter Chang Liu wiederum soll nach seinem Abgang seinen dienstlichen Laptop behalten und über eine Sicherheitslücke Dutzende vertrauliche Dateien heruntergeladen haben. Pikant: Eine SMS an eine noch bei Apple beschäftigte Kontaktperson, in der er sich amüsiert über seinen fortbestehenden Systemzugriff äußerte, taucht nun als Beweisstück in der Klageschrift auf.
Apples harsches Urteil über die Konkurrenz
Der Ton der Klageschrift ist unmissverständlich: Apple spricht von einer Unternehmenskultur bei OpenAI, in der Fehlverhalten „von der Führung vorgelebt“ werde, und bezeichnet das Hardwaregeschäft des Konkurrenten als bis ins Mark kompromittiert. Ein erster Kontaktversuch im Februar sei von OpenAI schlicht ignoriert worden, woraufhin Apple eigene Ermittlungen aufgenommen habe.
Wer nicht auf der Anklagebank sitzt
Bemerkenswert ist, wer in der Klage explizit ausgespart bleibt: Weder der frühere Apple-Designchef Jony Ive noch OpenAI-CEO Sam Altman werden als Beklagte geführt. Stattdessen richtet sich die Klage gegen „io Products“, die von OpenAI übernommene Firma. Auch die laufende Siri-ChatGPT-Kooperation bleibt ausdrücklich außen vor. Apple stellt klar, dass diese Partnerschaft nicht Gegenstand des Verfahrens ist.
Forderungen und Reaktion
Gefordert werden sowohl eine einstweilige Verfügung als auch Schadenersatz in noch zu bestimmender Höhe. OpenAI-Sprecher Drew Pusateri wies die Vorwürfe zurück und betonte, man habe kein Interesse an fremden Geschäftsgeheimnissen, sondern konzentriere sich auf eigene Innovationen.
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…an dieser Stelle kann ich nur den Podcast „die Open AI Story“ sehr empfehlen. Das macht die Hintergründe mehr als deutlich
@jordanika danke für den Tipp.