Für viele von uns, mich eingeschlossen, ist die riesige Community-Landschaft von Reddit eine hilfreiche Anlaufstelle, wenn es um aktuelle Diskussionen, Ratschläge oder pure Unterhaltung geht. In der Vergangenheit sorgte Reddit mit extrem gestiegenen API-Kosten für Dritt-Clients für großen Unmut. Dies führte dazu, dass sich einige Redditoren anderen Plattformen wie kbin oder Lemmy widmeten, die aber nie die große Reichweite und Interaktion erreichten.
Mit Digg macht sich nun eine bereits bekannte Internet-Community für einen Neustart bereit. Bereits früher großer Rivale von Reddit, ist die Plattform nun wieder in den Händen des ursprünglichen Gründers Kevin Rose und des Reddit-Mitgründers Alexis Ohanian und hat am gestrigen Mittwoch offiziell seine Pforten für die Öffentlichkeit geöffnet. Eine nun öffentliche Betaversion ermöglicht es Interessierten, Digg über eine Website und eine mobile App (App Store-Link) auf iPhones und iPads zu nutzen.
Nach Erstellung eines Nutzer-Accounts bietet sich ein Reddit-ähnliches Design, mit dem es möglich ist, Communites beizutreten, Beiträge zu verfassen, Beiträge zu kommentieren sowie Kommentare up- und downzuvoten. Bislang sind die meisten vorhandenen Foren noch eher allgemeiner Natur und widmen sich in englischer Sprache vorrangig generellen Themen wie Gaming, Politik, Technologie, Finanzen, Musik und Sport.
Durch die Öffnung für die Allgemeinheit und die Tatsache, dass jeder neue User selbst zwei Communities erstellen kann, finden sich nach und nach aber auch spezialisierte Foren, beispielsweise zum Musiker Prince, für Nintendo, Mastodon, Volkswagen, zum Spiel Hearthstone, Stockholm und mehr. Nach kurzer Suche konnte ich auch bereits deutsche Diskussionsplattformen wie /finanzen, /ger und /nintendoswitch2de finden, Apple-Fans können sich /apple oder /macintosh anschließen.
Mögliche Integration von Verifizierungs-Technologien

Eine Besonderheit von Digg soll in Zukunft eine Integration von Technologien wie Zero-Knowledge-Proofs sein. Dies sind kryptografische Methoden, die Informationen überprüfen, ohne die zugrundeliegenden Daten preiszugeben. Sie könnten beispielsweise zur Verifizierung von Nutzern und Nutzerinnen dienen oder auch Personen, die einer produktorientierten Community beitreten. Sie hätten dann nachzuweisen, dass sie das dort diskutierte Produkt auch tatsächlich besitzen oder verwenden. Eine Apple TV-Community etwa könnte überprüfen, ob User, die dort Beiträge veröffentlichen, auch wirklich ein Apple TV-Gerät besitzen.
Vor dem Start der öffentlichen Betaversion am gestrigen Mittwoch bot die Website 21 allgemeinere Communities und stand rund 67.000 Nutzern und Nutzerinnen zur Verfügung. Mit der Öffnung der Betaversion dürften sich sowohl die Community- als auch die Nutzerzahlen um ein vielfaches erhöht haben. Auf der Entdecken-Seite von Digg finden sich auf jeden Fall schon viele spannende Unterforen zu unterschiedlichsten Themen.
Es bleibt spannend, wie es mit Digg in Zukunft weitergeht und wie viele Nutzer und Nutzerinnen die Plattform als direkte Reddit-Konkurrenz für sich gewinnen kann. Die Tatsache, dass die Plattform einigen Usern durch ihre frühere Präsenz bereits bekannt ist, könnte ein wichtiger Faktor in der Verbreitung und Akzeptanz sein. Bislang ist Digg in englischer Sprache gehalten und komplett kostenlos nutzbar. Zu möglichen geplanten Premium-Features, Abos oder Werbeeinblendungen gibt es bisher noch keine Informationen.

Also von mir es wird ein Einladungscode verlangt. So frei ist der Zugang wohl noch nicht.