reMarkable Paper Pure: Erste Eindrücke zum Nachfolger des reMarkable 2

reMarkable Paper Pure: Erste Eindrücke zum Nachfolger des reMarkable 2

Digitales Notizbuch im handlichen Format

Eine Person hält das reMarkable Paper Pure auf dem Schoß und schreibt darauf mit dem Marker

Das norwegische Unternehmen reMarkable hat mit dem reMarkable Paper Pure Anfang Mai dieses Jahres ein neues Paper Tablet vorgestellt. Das 10,3-Zoll-Gerät kombiniert ein papierähnliches Schreibgefühl mit digitalen Funktionen und richtet sich an Nutzer und Nutzerinnen, die handschriftliche Notizen in digitale Arbeitsabläufe integrieren möchten.

Das reMarkable Paper Pure gehört zur dritten Generation der Paper Tablets des Herstellers und löst das Vorgängermodell reMarkable 2 ab. Es bietet ein hochauflösendes Canvas Schwarz-Weiß-Display, das für schnelle Reaktionszeiten und hohen Kontrast sorgt. Die digitale Tinte erscheint in nur 21 Millisekunden, und Navigation sowie Seitenwechsel sind bis zu doppelt so schnell wie beim Vorgänger. Mit einer Akkulaufzeit von bis zu drei Wochen und einem Gewicht von 360 Gramm bei einer Dicke von 6 Millimetern erinnert das Gerät an ein klassisches Notizbuch.


Nachhaltigkeit spielt bei der Entwicklung eine zentrale Rolle: Das reMarkable Paper Pure besteht zu 38 Prozent aus recycelten Materialien, darunter 100 Prozent des Lithiums und Kobalts in der Batterie sowie 90 Prozent des Magnesiums im Rahmen. Der CO₂-Fußabdruck liegt bei 28,7 Kilogramm CO₂e, das sind rund 45 Prozent weniger als beim reMarkable 2. Zudem ist das Gerät reparaturfreundlich konstruiert, da es verschraubt und gesteckt statt verklebt ist.

Optional im Bundle mit Marker Plus und Sleeve Folio erhältlich

reMarkable Paper Pure mit Folio Sleeve und Verpackungen
Das reMarkable Paper Pure kann auch im Set mit Marker und Folio Sleeve bestellt werden.

Für das Paper Tablet ist optional auch ein Sleeve Folio in drei verschiedenen Farben erhältlich. Kompatibel ist das Tablet mit den digitalen Stiften Marker und Marker Plus, die auch für die Modelle Paper Pro und Paper Pro Move genutzt werden. Optional erhältlich ist ein neues Sleeve Folio in den Farben Ozeanblau, Nebelgrün und Wüstenrosa, das Schutz für Gerät und Stift bietet.

Durch den Abonnementdienst Connect lässt sich das reMarkable Paper Pure in digitale Workflows einbinden. Nutzer und Nutzerinnen können handschriftliche Notizen durchsuchen, in Text umwandeln und mit Tools wie Miro oder Slack teilen. Zudem stehen exklusive Vorlagen für Planner und Workbooks zur Verfügung. Über eine Verknüpfung mit dem Google Kalender oder Microsoft Outlook lassen sich Meeting-Notizen automatisch anlegen. Importierte Dokumente aus Cloud-Diensten wie OneDrive oder Google Drive werden in bearbeitbare Textdokumente umgewandelt.

Meine ersten Eindrücke zum reMarkable Paper Pure

Nahaufnahme des reMarkable Paper Pure mit geschriebenem Text
Die Neuerscheinung verfügt über ein monochromes Display ohne Hintergrundbeleuchtung.

Ich hatte in der Vergangenheit bereits den Vorgänger, das digitale Notizbuch reMarkable 2, in einem Testbericht Ende 2022 genauer vorgestellt. In der Zwischenzeit konnte ich auch weitere neu veröffentlichte Modelle des Unternehmens, darunter das reMarkable Paper Pro und das reMarkable Paper Pro Move genauer unter die Lupe nehmen. Während das Paper Pro das Flaggschiff-Modell mit 11,3 Zoll und Farbdisplay markiert, ist das Paper Pro Move ein kleineres, handliches Exemplar im 7,3 Zoll-Format eines Notizblockes mit Farbdisplay für unterwegs. Das reMarkable Paper Pure reiht sich ausstattungstechnisch dahinter ein und agiert als Einstiegsgerät mit S/W-Display für Personen, die ablenkungsfrei und kreativ arbeiten möchten.

Wie schlägt sich also nun das neue digitale Notizbuch samt seines monochromen Ddisplays im Alltag? Lohnt sich das Einstiegsmodell? Ich hatte nun seit ein paar Wochen die Möglichkeit, mir die Neuerscheinung von reMarkable genauer ansehen zu können, und das inklusive eines schwarzen Marker Plus-Eingabestifts mit integriertem Radierer sowie eines mitgelieferten Sleeve Folios aus dunkelblauem Stoff, von reMarkable als „Ocean Blue“ bezeichnet. Besonders praktisch beim Sleeve Folio: Sobald man das Paper Tablet aus der Hülle nimmt, wird es automatisch aktiviert und beim Einlegen wieder gesperrt.

Im direkten Vergleich mit dem Vorgänger fallen zugleich zwei Aspekte auf: Die Displaygröße, -technologie und -auflösung ist bei beiden Modellen identisch. Was jedoch gleich bemerkbar ist, ist das etwas geringere Gewicht (360 zu 404 Gramm), die kompaktere Gesamtgröße (22,81 x 18,71 cm zu 24,6 x 18,8 cm) und die größere Dicke von 6 mm (reMarkable 2: 4,7 mm). Auch bei der Materialauswahl gibt es Unterschiede: Das reMarkable 2 wirkt mit den Glas- und Metallelementen an den Rändern und auf der Rückseite deutlich hochwertiger als das Paper Move, das auf einen graubraunen Kunststoffrahmen samt Rückseite setzt. So konnte zwar etwas Gewicht eingespart werden, der Wertigkeit ist es allerdings leider abträglich. Bei den beiden anderen aktuellen Geräten von reMarkable, dem Paper Pro und Paper Pro Move, kommt eloxiertes Aluminium und Glas zum Einsatz.

Vergleich des Schreibgefühls zum reMarkable 2

Größenvergleich vom reMarkable Paper Pure zum reMarkable 2
Größenvergleich: Links das reMarkable Paper Pure, rechts das reMarkable 2.

Da beim Paper Pure eine Deckschicht aus texturiertem Glas anstelle einer Kunststoff-Beschichtung wie beim reMarkable 2 zum Einsatz kommt, fühlt sich das Schreiben mit dem Marker Plus beim Paper Pure etwas rauer an. Auch die austauschbare Spitze des Markers ist wie vom Apple Pencil bekannt länger und dicker, und weist eine kleine Lücke zur Einfassung auf. Da ich noch den Vorgänger, das reMarkable 2, hier vorliegen habe, konnte ich die beiden Geräte und ihr Schreibgefühl direkt miteinander vergleichen. Und ich muss ehrlich konstatieren: Das reMarkable 2 liefert meiner Meinung nach das natürlichere Schreibgefühl, das nicht nur etwas leichtgängiger von der Hand geht, sondern trotz des größeren Abstands von 0,95 mm zwischen Stift und Display (Paper Pure: 0,84 mm) auch performanter von der Hand geht, obwohl beide Geräte über eine Latenzzeit von 21 Millisekunden beim Schreiben verfügen. Möglicherweise ist dies nur ein persönliches, subjektives Gefühl, allerdings fühlte ich mich mit dem reMarkable 2 beim handschriftlichen Verfassen von Texten deutlich wohler.

Vorteile gibt es beim reMarkable Paper Pure allerdings im Hinblick auf die Akkulaufzeit: Hier reicht eine Ladung des 3.820 mAh großen Akkus für bis zu drei Wochen Nutzung, beim Vorgänger waren es mit einem 3.000 mAh-Akku bis zu zwei Wochen. Auch die Ladegeschwindigkeit ist bei der Neuerscheinung schneller, da das Paper Pure binnen 70 Minuten von 0 auf 90 Prozent geladen werden kann. Beim reMarkable 2 waren es für die gleichen Prozente noch 120 Minuten. Beide Geräte verfügen über einen USB 2.0 Typ-C-Anschluss und setzen auf WLAN mit 2,4 und 5 GHz, das Paper Pure kann aber mit einem internen Speicher von 32 GB deutlich mehr Inhalte speichern als das reMarkable 2 mit nur 8 GB. Das Unternehmen spricht bei diesem Speicherplatz von bis zu 405 klassischen Notizbüchern aus Papier beim reMarkable Paper Pure.

Eigenes reMarkable-Betriebssystem, Vorlagen und Ordner

reMarkable Paper Pure liegt mitsamt hellgrünem Sleeve Folio und Marker auf einem rötlichen Tisch
Das Paper Tablet setzt weiterhin auf das hauseigene Betriebssystem.

Was die möglichen täglichen Aufgaben, die sich mit dem Paper Pure erledigen lassen, angeht, hat sich hier im Vergleich zum Vorgänger nichts getan: Der Hersteller setzt weiterhin auf sein eigenes Betriebssystem sowie eine Möglichkeit, Inhalte auch über eine reMarkable-Webversion sowie Apps für iOS, iPadOS, macOS und Android abgleichen, bearbeiten und synchronisieren zu können. Auch wer wie ich zeitgleich mehrere reMarkable-Tablets im Einsatz hat, kann die Synch-Funktion nutzen, um auf allen Geräten immer auf dem aktuellen Stand zu sein, was Fortschritte in Dokumenten oder das Hinzufügen von Dateien angeht. Ein kostenpflichtiges optionales reMarkable Connect-Abo, das einen unbegrenzten Cloud-Speicher, einen Dateitransfer an Slack, eine Bearbeitung der Dokumente per App und eine erweiterte dreijährige Garantie bietet, lässt sich nach einer kostenlosen 50-tägigen Testphase zu Preisen ab 2,99 Euro/Monat oder 29,90 Euro/Jahr auf der reMarkable-Website buchen.

Darüber hinaus liefert reMarkable einige Vorlagen, die einen Ausgangspunkt für alles, von Teambesprechungen bis hin zu Aufgabenlisten oder Wochenplaner, bieten. Ordner, Tags und praktisch unbegrenzte Seiten sorgen dafür, dass Notizen und Dokumente übersichtlich geordnet und leicht zu finden sind. Wer in den integrierten Vorlagen des Tablets keine passenden Optionen für die eigenen Bedürfnisse findet, kann sich mittlerweile auf Plattformen wie Etsy umsehen, um dort digitale Vorlagen-Dokumente von Designern und Designerinnen zu kaufen, die bei der Bewältigung der eigenen Aufgaben helfen: Hier ist man oft schon mit wenigen Euro dabei.

Hohe Sicherheit: Automatische Verschlüsselung der Dateien

Rückseite des reMarkable Paper Pure und geöffnetes Folio Sleeve
Anders als beim reMarkable 2 verfügt das reMarkable Paper Pure über eine Kunststoff-Rückseite.

Auch integrierte Sicherheitsfunktionen sorgen dafür, dass Ideen und wichtige Notizen privat und sicher bleiben. Das reMarkable Paper Pure verschlüsselt Dateien automatisch und unterstützt Secure Boot, um Softwaremanipulationen zu verhindern, zudem lässt sich das Paper-Tablet auch mit einem persönlichen Passcode schützen. Wenn Dateien zwischen Geräten und Anwendungen verschoben werden, sind die Daten sowohl während der Übertragung als auch im Ruhezustand geschützt. Deutsche Nutzer und Nutzerinnen wird es zudem sicher freuen, dass das lange nur auf Englisch verfügbare System seit einiger Zeit auch mit einer deutschen Lokalisierung aufwartet.

Aber für wen eignet sich das neue reMarkable Paper Pure denn eigentlich? Nach meinen ersten Wochen mit dem neuen reMarkable E-Paper-Tablet kann ich festhalten, dass das Gerät kein wirklicher eBook-Reader-Ersatz ist, dafür bietet das Display einfach nicht genügend Kontraste und Helligkeit sowie zu wenige Formatierungs- und Anzeigeoptionen. Zugute kommen dürften aber gerade die kompakteren Maße im Vergleich zum reMarkable Paper Pro vor allem Personen, die viel unterwegs sind und einen digitalen Notizblock immer dabei haben wollen, dabei aber auf ein Farbdisplay verzichten können. Auch wer ein günstigeres Einstiegsmodell in die Welt der reMarkable-Paper Tablets sucht, könnte mit der Neuerscheinung gut beraten sein.

Das reMarkable Paper Pure wird in zwei Bundles angeboten: Als Gerät mit dem Standard-Marker für 399 Euro oder als Set mit dem Marker Plus und einem Sleeve Folio nach Wahl für 469 Euro. Parallel bleiben die Modelle Paper Pro und Paper Pro Move im Sortiment. Das reMarkable 2 wird dagegen eingestellt. Die Neukundschaft kann den Connect-Dienst für 50 Tage kostenlos testen. Danach kostet das Abo 3,99 Euro pro Monat und ist monatlich kündbar. Das neue reMarkable Paper Pure ist ab sofort im Webshop des Herstellers bestellbar.

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Mel
Ich bin seit 2011 Teil des appgefahren-Redaktionsteams und war schon immer an Innovationen im Tech-Bereich und Gadgets interessiert. Wann immer es praktisches Outdoor-Zubehör oder interessante Foto-Apps gibt, bin ich Feuer und Flamme, denn auch in meiner Freizeit bin ich gerne mit dem Rad oder der iPhone-Kamera unterwegs. Seit einiger Zeit nutze ich aktiv das Fediverse und berichte über neue Apps, Dienste und Entwicklungen.

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