Apple vs EU: Große Diskussionen um das Ende vom Setapp Mobile-Marktplatz

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Mehrere EU-Flaggen vor dem Europaparlament

Vor genau einer Woche machte das ukrainische Software-Unternehmen MacPaw Schlagzeilen, als man ankündigte, den hauseigenen alternativen App-Marktplatz Setapp Mobile für iOS, ab dem 16. Februar dieses Jahres einstellen zu wollen. Auch Nach dieser Entscheidung streiten sich nun Apple und die Europäische Kommission darüber, wer am Ende von Setapp Mobile Schuld ist.

MacPaw hatte die Einstellung des App-Marktplatzes damit begründet, dass die sich ständig ändernden und komplexen Geschäftsbedingungen von Apple nicht zum aktuellen Geschäftsmodell von Setapp passen würden. Die Aussagen deuteten darauf hin, dass der im September 2024 als offene Betaversion gestartete alternative Marktplatz aufgrund der beschriebenen Voraussetzungen für das Unternehmen nicht rentabel war.


Zugleich hat die Entscheidung von MacPaw, Setapp Mobile einzustellen, auch die Debatte um den europäischen Digital Markets Act der EU und dessen Einhaltung durch Apple wieder neu entfacht. Schon seit längerem gibt es Kritik an den komplizierten Regeln und der tatsächlichen Einhaltung des Gesetzes. Mit dem Aus von Setapp Mobile scheint die Diskussion erneut zu entfachen. Ein Artikel von Bloomberg zeigt auf, dass Apple die Europäische Kommission hart angreift und ihr „politische Verzögerungstaktiken“ vorwirft.

„Als Reaktion auf die Schließung von Setapp bereitet sich die Kommission laut Bloomberg darauf vor, zu erklären, dass ‚Apple keine Änderungen vorgenommen hat, um die wichtigsten Probleme hinsichtlich seiner Geschäftsbedingungen, einschließlich ihrer Komplexität, zu beheben‘. Apple behauptet jedoch, dass die Umstellung auf die neue Preisstruktur aufgrund der Kommission selbst nicht umgesetzt wurde.

‚Die Europäische Kommission hat uns die Umsetzung genau der Änderungen verweigert, die sie selbst gefordert hat‘, erklärte das Unternehmen in einer Stellungnahme. ‚Im Oktober haben wir einen formellen Compliance-Plan vorgelegt, auf den sie noch nicht reagiert hat. Die Europäische Kommission nutzt politische Verzögerungstaktiken, um die Öffentlichkeit irrezuführen, die Zielvorgaben zu verschieben und ein amerikanisches Unternehmen mit aufwändigen Untersuchungen und hohen Geldstrafen unfair zu belasten.’“

Setapp Mobile App Store auf dem iPhone neben einem MacBook

Zusammengefasst beschuldigen sich beide Parteien, keine entsprechenden Maßnahmen umgesetzt zu haben. Apple argumentiert, dass es seine vorgeschlagenen Änderungen am App Store noch nicht umgesetzt habe, weil die EU noch nicht darauf reagiert habe. Man könne daher nicht für die Folgen der Schließung von Setapp Mobile verantwortlich gemacht werden sollte.

Zudem soll Apple gesagt haben, dass „in der EU keine Nachfrage nach alternativen App Stores besteht“. Daher bestreitet das Unternehmen, dass der alternative Marktplatz von MacPaw aufgrund der eigenen Maßnahmen geschlossen wurde. Langsam aber sicher entwickelt sich der andauernde Streit zwischen Apple und der EU zu einer reinen Farce – zumal MacPaw selbst die Geschäftsbedingungen von Apple als Grund für die Einstellung von Setapp Mobile angeführt hat. 

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Ich bin seit 2011 Teil des appgefahren-Redaktionsteams und war schon immer an Innovationen im Tech-Bereich und Gadgets interessiert. Wann immer es praktisches Outdoor-Zubehör oder interessante Foto-Apps gibt, bin ich Feuer und Flamme, denn auch in meiner Freizeit bin ich gerne mit dem Rad oder der iPhone-Kamera unterwegs. Seit einiger Zeit nutze ich aktiv das Fediverse und berichte über neue Apps, Dienste und Entwicklungen.

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