Im vergangenen Jahr konnten wir euch bereits einige Geräte vom Hersteller Huawei genauer vorstellen, darunter Tablets aus der MatePad-Reihe, und das kamerafokussierte Smartphone Huawei Pura 80 Pro. Zum Jahresbeginn habe ich nun die Gelegenheit bekommen, auch das neueste Foldable Smartphone, das Huawei Mate X7, schon vor dem offiziellen Marktstart ausprobieren zu können. Es ist seit dem heutigen 22. Januar in den zwei Farben Nebula Red und Schwarz im deutschen Handel erhältlich.
Smartphone-Hersteller wie Samsung oder eben auch Huawei bieten schon seit einigen Jahren sogenannte Foldables, also faltbare Smartphones mit einem tablet-ähnlichen großen Innendisplay, an. Mittlerweile ist die Technologie der faltbaren Displays und Scharniere auch so weit vorangeschritten, dass diese kaum mehr für Probleme sorgen. Auch Apple soll der Gerüchteküche zufolge an einem Foldable arbeiten, das möglicherweise noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll. Ich hatte zuvor noch nie ein Foldable genutzt und war daher umso gespannter auf das Huawei Mate X7, das mir für diesen Test seit rund eineinhalb Wochen zur Verfügung steht.
Verbessertes Kamera-Setup im Vergleich zum Vorgänger

Doch zunächst einmal zu den harten Fakten. Zuerst vorgestellt wurde das Huawei Mate X7 während eines Launch-Events am 11. Dezember 2025 in Dubai, das das Gerät auch gleich als neues Flaggschiff-Modell des Unternehmens in den Fokus rücken sollte. Huawei bezeichnet die Neuerscheinung daher auch wenig überraschend als „eines der leistungsstärksten Foldables, das elegantes und robustes Design mit einer Kamera der Spitzenklasse vereint.“
Huawei hat die faltbare Smartphone-Technologie mit den eigenen Geräten der Mate-Serie in den vergangenen sieben Jahren geprägt und kontinuierlich weiterentwickelt. Zu einer der Kernfunktionen gehört ein aktualisiertes und im Vergleich zum X6-Vorgänger nochmals verbessertes Kamera-Setup. Eine True-to-Colour-Kamera liefert im direkten Vergleich eine 43 Prozent größere Farbtreue und 96 Prozent mehr Lichteinfall. Zudem gleicht die Kamera Farbstiche unter schwierigen Lichtverhältnissen intelligent aus.
Eine Ultra Lighting HDR-Kamera mit 50 MP und f/1.49 liefert dank spezieller Quad-Linsen und einer 0,4-mm-Glaslinse eine besonders hohe Bildschärfe. Die 50-Megapixel-Telephoto-Makrokamera mit f/2.2 ergänzt das System durch ein kompaktes Periskop-Modul mit 3,5-fachem optischen Zoom, ebenso wie die 40 MP-Ultra-Weitwinkel-Kamera mit f/2.2. Für ansprechende Videoanrufe und Selfies sorgen zwei 8 MP-Kameras mit f/2.4-Blende (Frontdisplay) und f/2.2-Blende (Innendisplay). Videoaufnahmen profitieren ebenso: Die neue Ultra HDR Video-Technologie ermöglicht 4K-Aufnahmen mit einem Dynamikumfang von 17,5 EV. So sollen Videos mit lebendigen Farben und klaren Details in allen Umgebungen entstehen.
Zwei hochwertige LTPO OLED-Panel verbaut
Bei einem Foldable sind natürlich auch die Bildschirmdaten interessant, die darüber entscheiden, ob ein Gerät sich im Alltag durchsetzen kann oder nicht. Huawei setzt beim neuen Mate X7 auf ein Ultra Durable Crystal Armour Kunlun Glass, das das Display effektiv vor Kratzern, Stößen und Stürzen schützen soll. Zudem sind auf beiden Displays werksseitig Schutzfolien aufgebracht worden. Der faltbare Hauptbildschirm kommt auf eine Diagonale von 8 Zoll und eine Auflösung von 2.416 x 2.210 Pixel bei 412 PPI, während das Frontdisplay rund 6,5 Zoll groß ist und eine Auflösung von 2.444 x 1.080 Pixel bei 412 PPI aufweist. Beide Bildschirme setzen auf ein LTPO OLED-Panel mit adaptiven Bildschirmaktualisierungsraten von 1-120 Hz und eine Multitouch-Oberfläche mit bis zu zehn Berührungspunkten gleichzeitig. Das Frontdisplay kommt auf eine Touch-Abtastrate von bis zu 300 Hz, das Innendisplay auf bis zu 240 Hz, zusätzlich bieten beide Panel 1,07 Millionen Farben.
Für Stabilität und Langlebigkeit soll ein sogenanntes Advanced Precision Scharnier mit einem Fünf-Bogen-Arm-Design aus hochfestem Stahl sorgen. Ergänzt wird das robuste Fundament durch einen Aviation-Grade Aluminiumrahmen und eine Rückseite aus Composite Brocade Fiber, die je nach Farbvariante mit einem roten oder schwarzen veganen Ledermaterial bezogen wurde. Zudem ist das Huawei Mate X7 nach IP58 bzw. IP59 staub- und wassergeschützt.
Performance und Display-Haptik überzeugen

Auch in Sachen Performance kann das Huawei Mate X7 durchaus punkten: Ein fest verbauter 5.300 mAh-Akku mit Silicon-Carbon-Anode, der sowohl 66 W kabelgebundenes als auch 50 W kabelloses SuperCharge unterstützt, liefert langanhaltende Energie. Trotz intensiver Nutzung inklusive des Innendisplays hielt das Huawei Mate X7 bei mir rund eineinhalb Tage lang. Ein Graphene Heat Dissipation System hält das Gerät auch bei intensiver Nutzung, beispielsweise beim Gaming oder Multitasking, kühl und leistungsfähig. Dafür sorgt auch ein Arbeitsspeicher von 16 GB und der Kirin 9030 Pro, ein im 6-Nanometer-Verfahren gefertigter Prozessor. Der interne Speicher beträgt 512 GB. Zu den weiteren Spezifikationen gehören zwei NanoSIM-Slots, Bluetooth 6.0 mit einer Unterstützung für BLE, SBC, AAC, LDAC und L2HC, WLAN 802.11 a/b/g/n/ac/ax/be, NFC und eine 4G-Mobilfunk-Konnektivität.
Schaut man sich das Huawei Mate X7 nach dem Auspacken genauer an, wird deutlich, dass das Gerät im zugeklappten Zustand mit rund 0,95 cm Tiefe und einem zusätzlich hervorstehenden Kamerabuckel zwar deutlich dicker ist als viele Standard-Smartphones mit einem Display. Allerdings wird dieser Umstand sofort relativiert, wenn man den Bildschirm aufklappt: Mit einer Tiefe von rund 0,47 cm wirkt der Bildschirm beinahe fragil dünn. Nichtsdestotrotz ist das mittige Scharnier sehr stabil und verfügt zudem über eine gute „Einschnapp“-Haptik, wenn das Gerät auf- und wieder zugeklappt wird. Auch der automatische Wechsel vom Innen- zum Außendisplay und umgekehrt erfolgt zügig und ohne jegliche Probleme. Mit einem Gewicht von etwa 236 Gramm ist das Huawei Mate X7 auch nicht viel schwerer als andere Smartphones mit ähnlichen Displaygrößen. Zum Vergleich: Das ebenfalls von mir getestete und oben bereits verlinkte Huawei Pura 80 Pro kommt auf 220 Gramm, das aktuelle iPhone 17 Pro Max auf 231 Gramm.
Faltbares Display ist ein echter Mehrwert

Ich war vor allem gespannt auf den Display“knick“ des größeren Innenbildschirms, und wie sich dieser bei der Nutzung bemerkbar macht. Hält man bei ausgeschaltetem Innendisplay selbiges ins Licht, fällt die kleine Falz, die sich von oben bis unten mittig im Display befindet, durchaus auf. Ist das Display eingeschaltet und streicht man beispielsweise beim Surfen auf einer Website mit dem Finger über das Display, bemerkt man die kleine Delle kaum noch. Was aber auffällt, ist die im Vergleich zum sehr starren Frontdisplay mit Glasoberfläche eher weichere Oberfläche des flexiblen und dünnen Innenpanels. Aussetzer oder Bildschirmfehler bei der Nutzung hatte ich beim Innendisplay des Mate X7 aber nicht einmal, die Haptik ist einfach etwas anders.
Das rund 8 Zoll große Hauptdisplay ist tatsächlich ein echter Mehrwert, wie ich bereits nach kurzer Zeit der Nutzung feststellen durfte. Mit einem Foldable wie diesem hat man zwar immer noch die Option, das Gerät wie ein Standard-Smartphone über den Frontbildschirm verwenden zu können, aber im aufgeklappten Zustand macht es einfach grundsätzlich mehr Spaß. Vor allem beim Surfen im Browser, der Betrachtung von Kartenmaterial oder der Nutzung von Social Media macht sich das größere Display sehr positiv bemerkbar und kann in solchen Fällen sogar ein Tablet wie das iPad mini ersetzen. Keinen großen Mehrwert hingegen bietet das Innendisplay aufgrund seines beinahe quadratischen Formats beim Betrachten von Videos im Standard-Format von 16:9: Hier gibt es große schwarze Ränder ober- und unterhalb des Bildschirms, so dass man dafür auch gleich das Frontdisplay im Querformat nutzen kann.
EMUI 15 mit Anleihen an Apples iOS

Das auf dem Huawei Mate X7 installierte Betriebssystem, das auf Android basiert und ein hauseigenes EMUI-Design bietet, reagierte bei meinen Tests jederzeit flüssig und schnell. Hier fühlen sich Apple-Fans fast wie zuhause: Nicht nur die App-Icons sind werksseitig ähnlich geschnitten und designt wie die von iOS, auch die Gesten erinnern sehr an die des iPhones. Ähnlichkeiten gibt es auch beim Kontrollzentrum, das gleichfalls vom oberen Bildschirmrand ins Sichtfeld gewischt werden kann und schnelle Einstellungen erlaubt, und auch beim Dock mit wichtigen Apps am unteren Bildschirmrand. Anders als unter iOS gibt es auf dem Mate X7 noch zusätzliche Anpassungsmöglichkeiten mit ganzen Icon-Sets und eine eigens dafür geschaffene „Designs“-App, in der man Wallpaper, Icons und weitere individuelle Designs herunterladen kann – einige sind allerdings auch kostenpflichtig.
Wie bei allen aktuellen Geräten von Huawei gibt es allerdings auch hier das altbekannte Problem: Bedingt durch die diplomatischen Differenzen zwischen den USA und China gibt es auf den Geräten des chinesischen Herstellers keinen Google Play Store und weiteren Dienste des amerikanischen Konzerns Google mehr – was gerade bei der Erstinstallation von externen Apps aus dem Google Play Store entsprechend unpraktisch ist.
Huawei bietet an dieser Stelle zwar den eigenen App Store namens „App Gallery“ an, dort finden sich aber viele Apps, die ich gerne heruntergeladen hätte, nicht wieder. Zudem werden einige eigene Anwendungen bereitgestellt, beispielsweise eine Alternative zu Google Maps namens „Petal Maps“ oder eine KI-gestützte Suche „Petal Search“. Und leider Gottes gibt es für Android-Geräte typisch auch wieder einiges an Bloatware, die zum Glück in vielen Fällen nur als Verknüpfung auf dem Huawei-Gerät existierte: Hier musste ich erst einmal zahlreiche Löschvorgänge vornehmen, um App-Verknüpfungen zu AliExpress und Co. vom Gerät zu werfen. Auch Huawei selbst stellt einige Apps zur Verfügung, die ich nicht unbedingt benötigt hätte, die sich aber nicht deinstallieren lassen. Beispiele sind „Optimizer“, „Phone Clone“, „SIM Toolkit“ oder „My Huawei“. Ähnlich wie bei Apple gibt es auch eine eigene Huawei-Cloud, in der vom Hersteller 5 GB kostenloser Speicherplatz bereitgestellt wird.
Aurora Store ersetzt bei Huawei den Google Play Store

Mittlerweile gibt es mit dem Dritt-Anbieter namens Aurora Store auch eine vergleichsweise simple Möglichkeit, auch auf den Google Play Store mit den dort verfügbaren Apps zugreifen zu können: In der Huawei App Gallery steht die App „Aurora Store“ zur Verfügung, die über ein zusätzliches Plugin eine Verbindung zum Google Play Store herstellt. Das Interface vom Aurora Store ähnelt dem des Google Play Stores stark und bietet verschiedene Kategorien, eine Suchfunktion und mehr.
Hier finden sich dann auch Google-Anwendungen wie Google Maps, Google Docs, YouTube, Gmail und weitere, ebenso wie bekannte Apps wie Reddit, Bluesky, Mastodon, die Mediatheken-Apps der öffentlich-rechtlichen Sender, Mozilla Firefox, Apple Music, Apple TV+, Signal, MagentaTV, WOW, DAZN, Amazon Prime Video, Amazon, eBay, PayPal, Chefkoch, Twitch, DeepL, FotMob, Tagesschau, Sportschau und viele weitere mehr.
Verzichten muss man auf dem Huawei Mate X7 daher auf keine der bekanntesten und beliebtesten Apps. Bei einigen Apps kann es durch den Zugriff über den Aurora Store allerdings vorkommen, dass es Probleme bei der Anmeldung oder Erstellung eines Nutzer-Accounts gibt. Dies ist mir beispielsweise mit dem Reddit-Client Artemis for Reddit passiert, mit dem ich mich trotz richtiger Zugangsdaten nicht in mein Reddit-Konto einloggen konnte. Eine Anfrage beim Entwickler bestätigte mir, dass es am alternativen Download über den Aurora Store liegen könnte. Bis auf diese App machten die weiteren über den Aurora Store installierten Anwendungen aber bisher keine Probleme.
Mein Fazit und das altbekannte 5G-Problem

Leider muss auch bei diesem neuen Flaggschiff-Modell von Huawei das altbekannte Konnektivitäts-Problem des Herstellers zur Sprache kommen. Wie bei anderen aktuellen Smartphones des Unternehmens steht auch hier keine 5G-, sondern lediglich eine 4G (LTE)-Mobilfunkverbindung zur Verfügung. Denkbar ist hier ein Zusammenhang mit dem Verbot von Huawei-5G-Elementen in Mobilfunk-Komponenten, das im Sommer 2024 von der damaligen Bundesregierung beschlossen wurde. Huawei würde so einem möglichen Rechtsstreit und Verkaufsverbot durch den Verzicht auf 5G aus dem Weg gehen. Bei Top-Modellen aus dem Smartphone- und Foldable-Bereich sollte dies im Jahr 2026 allerdings nicht sein.
Insgesamt bin ich nach mehr als eineinhalb Wochen mit dem Huawei Mate X7 positiv überrascht von meiner ersten Foldable-Erfahrung. Ich hätte nicht gedacht, dass mir eine Technologie eines faltbaren Displays im Alltag einen solchen Mehrwert bieten könnte. Für viele Personen dürfte das rund 8 Zoll großen Innendisplay des Mate X7 durchaus ein Tablet ersetzen. Wer aber bereits im Apple-System gut ausgestattet ist und die Vorzüge dort genießt, wird trotz des praktischen faltbaren Bildschirms kaum auf das Huawei Mate X7 umsteigen. Ein Kauf des Foldables bietet sich dann an, wenn man eh vorhat, zum Android-System zu wechseln. Und mit der Aussicht auf ein mögliches Apple-Foldable noch in diesem Jahr darf man zudem gespannt sein, wie Apple sich im Bereich der faltbaren Displays schlägt. Lediglich der fehlende Google Play Store und die nicht vorhandene 5G-Konnektivität trüben für mich den Eindruck des neuen Huawei Mate X7 ein wenig.
Das Huawei Mate X7 wird inklusive eines USB-C-Ladekabels, eines Backcases und eines SIM-Tools ausgeliefert und ist in den Farben Nebula Red und Schwarz ab dem heutigen 22. Januar 2026 im Huawei Online Store oder im Huawei Flagship Store in Berlin sowie bei den bekannten Händlern und E-Commerce-Plattformen verfügbar. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Huawei Mate X7 liegt bei 2.099 Euro. Zum Vergleich: Das aktuelle Samsung Galaxy Z Fold 7 ist ab 1.499 Euro zu haben. Zum Start erhalten Personen, die das Mate X7 im Huawei Online Store oder Flagship Store Berlin bis zum 05. März 2026 erwerben, die Huawei Watch Fit 4 Pro gratis dazu.


Naja, leider nicht nur das G5 Problem. Die EU will wohl die HUAWEI Geräte eve. ganz abschalten lassen…zumindest mal drüber beraten…Ende offen.
Hast du einen Artikel bzw. eine Quelle dazu?