Auf der CES hat Ecovacs Anfang Januar einen ganz neuen Fensterputzroboter vorgestellt: Den Winbot W3 Omni. Er ist mit einer ganz neuen Basisstation ausgestattet, die wir so noch nicht gesehen haben. Die Basisstation ist quasi eine kleine Waschmaschine, in der die Wischpads nach der Fensterreinigung automatisch gewaschen werden. Was genau das für Vorteile hat und wo es vielleicht noch hakt, das lest ihr in unserem Testbericht.
Schauen wir zunächst einmal auf den Preis. Der Ecovacs Winbot W3 Omni kostet offiziell 699 Euro. Aktuell könnt ihr ihn bei Amazon für 649 Euro kaufen. Neben dem Roboter sind die Basisstation samt Stromkabel, ein zusätzliches Akku-Pack, zwei Wischpads und eine kleine Flasche Reinigungslösung im Lieferumfang enthalten.
Die neue Waschfunktion der Basisstation im Detail erklärt
Das Alleinstellungsmerkmal und gleichzeitig das Highlight des Ecovacs Winbot W3 Omni ist ohne Zweifel die Selbstreinigung für die Wischpads. Bei allen anderen Fensterputzrobotern, egal ob von Ecovacs oder einem anderen Hersteller, musste man bislang das einfache Wischtuch an Klettstreifen am Roboter anbringen, nach jedem Fenster auswaschen und konnte es danach in der Waschmaschine gründlich waschen.

Pfiffige Nutzer haben sich für jedes Fenster ein zusätzliches Reinigungstuch gekauft. Im Handel sind sechs Stück bereits für 6,99 Euro zu haben. Eine durchaus praktikable Lösung, bei der dann nur noch das manuelle Aufbringen am Roboter als kleine Fummelei bleibt.
Beim Ecovacs Winbot W3 Omni sind die Wischtücher auf eine Plastikhalterung gespannt, die dann ganz einfach am Roboter befestigt wird. So hat man keine Fummelei mehr und es geht definitiv schneller. Allerdings kann das Tuch nicht mehr entfernt werden, sondern ist fest mit dem Rahmen verbunden. Zwei Wischpads sind im Lieferumfang enthalten. Als Originalzubehör kostet sie stolze 49 Euro.
Die Reinigung übernimmt die Basisstation mit Frischwasser aus einem entsprechenden Tank. In der „Waschmaschine“ wird das Wischpad mit vier rotierenden Reinigungsscheiben, 16 Hochdruckdüsen, Bürsten und Abziehlippen ausgespült. Das hat in unserem Test wirklich sehr gut funktioniert und ist in 60 bis 90 Sekunden erledigt. Da zwei Wischpads im Lieferumfang enthalten sind, kann man während der Selbstreinigung bereits das nächste Fenster putzen.
Die neue Selbstreinigung hat allerdings auch ihre Tücken
Ganz perfekt umgesetzt ist die Idee aus meiner Sicht allerdings nicht. Denn um das Wischpad vom Ecovacs Winbot W3 Omni zu lösen, müssen vier Verriegelungen gezogen werden. Es sind hier also zwingend zwei Hände erforderlich und der Roboter muss irgendwo abgelegt werden, damit man das Wischpad wechseln kann. Praktischer wäre es definitiv, wenn man den Roboter mit einer Hand halten und das Wischpad mit der zweiten Hand wechseln könnte.

Die größere Basisstation mit den Wassertanks hat natürlich auch ihr Gewicht. Zusammen mit dem Roboter, der einfach außen an einem Haken aufgehängt werden kann, und gefüllten Tanks kommt die Station des Ecovacs Winbot W3 Omni auf rund 14 Kilogramm Gewicht. Damit ist sie in etwa doppelt so schwer wie der Vorgänger. Dieses Gewicht muss man erst einmal durch die Gegend tragen. Immerhin: Durch den integrierten Akku muss man nicht jedes Mal eine Steckdose suchen und die Selbstreinigung funktioniert auch auf dem Weg zum nächsten Fenster.
Abgesehen von der Selbstreinigung der Wischpads hat die Basisstation eine weitere spannende Verbesserung erhalten: Ein kleines Display. Darauf kann man zwischen verschiedenen Reinigungsmodi wechseln oder die Selbstreinigung starten. Die Umsetzung ist dabei sogar ziemlich intelligent: Öffnet man das Fach für das Wischpad, dann wechselt das Display gleich zum entsprechenden Menüpunkt, so dass die Selbstreinigung mit nur einem weiteren Knopfdruck gestartet werden kann.

Ecovacs Winbot W3 Omni ohne Überraschungen bei der Fensterreinigung
Die Fensterreinigung selbst läuft beim Ecovacs Winbot W3 Omni im Prinzip genau so, wie beim direkten Vorgänger, dem Winbot W2 Pro Omni. Der Roboter saugt sich per Unterdruck am Fenster fest, fährt je nach Reinigungsmodus ein bestimmtes Muster ab und sprüht gleichzeitig die Reinigungslösung in den Fahrtweg. Zudem sorgen zwei kleine rotierende Schrubber an den Ecken dafür, dass die Kanten besser gereinigt werden. Im Vergleich zum Vorgänger hat Ecovacs die Navigation durchaus noch einmal verbessert, so dass die Reinigung jetzt insgesamt etwas schneller läuft.

Für den alltäglichen Staub, die Pollen und den Schmutz, der sich vor allem außen an den Fenstern absetzt, ist diese Art der Reinigung absolut ausreichend. Wirklich hartnäckige Verkrustungen, die man sonst nur mit dem Fingernagel abknibbeln könnte, schafft der Ecovacs Winbot W3 Omni natürlich nicht. Auch die Ecken werden nicht ganz perfekt gereinigt, die Rahmen muss man selbst abwischen. All das ist bei allen anderen Robotern aber auch der Fall.

Nur zwei Sachen sind mir etwas negativ aufgefallen: An der Stelle, an der man den Roboter wieder vom Fenster abnimmt, bleibt ein recht großer feuchter Fleck. Hier muss man sich definitiv mit einem Tuch bewaffnen, um die Stelle kurz trocken wischen zu können. Zudem quietscht der Roboter recht laut, wenn er auf der Fensterscheibe eng rotieren muss.
Auch der Ecovacs Winbot W3 Omni ersetzt keine Grundreinigung. Er ist aber vielleicht das passende Werkzeug, um alle paar Wochen mal nebenbei die Fenster zu reinigen, während man anderen Aufgaben im Haushalt nachgeht. Einmal angedockt, arbeitet der Ecovacs Winbot W3 Omni ja autark. Und dank der Basisstation entfällt auch das manuelle Auswaschen der Wischtücher. Allerdings muss man die Wischpads nach Abschluss der Reinigung irgendwo zum Trocknen ablegen und auch das Waschmaschinenfach muss aufgrund von Flüssigkeitsrückständen offen bleiben.

Ist der Ecovacs Winbot W3 Omni wirklich sein Geld wert?
Einfache Fensterputzroboter ohne Station erhält man schon für 199 Euro, etwa den Ecovacs Winbot Mini. Vergleichbare Technik ohne Station verkauft der Hersteller mit dem Winbot W2 Pro für aktuell 321 Euro.
- Revolutionäre Vortex Wash Reinigung: Die W3 OMNI Station reinigt Wischpads automatisch mit 16 Hochdruckdüsen in nur 1 Minute. Keine manuelle...
- Exklusive TruEdge-Technologie: Der innovative Schrubber senkt sich an Rändern aktiv ab und reinigt mit 200 U/min gründlich bis in die Ecken. Schmutz...
Der Ecovacs Winbot W3 Omni kostet mit derzeit 649 Euro bedeutend mehr. Die Basisstation ist natürlich schon eine Wucht. Die Selbstreinigung des Wischpads erfolgt, während der Roboter schon das nächste Fenster reinigt. Und dank des integrierten Displays ist die Smartphone-Anbindung im Prinzip überflüssig geworden.
Auf der anderen Seite gibt es dadurch aber auch einige nicht ganz so tolle Punkte. Etwa das recht hohe Gewicht der Station oder die teuren Wischpads. Falls euch das nicht stört, bekommt ihr mit dem Ecovacs Winbot W3 Omni das aktuell wohl beste Gesamtpaket in Sachen Fensterputzroboter.



