Die Connectivity Standards Alliance hat in dieser Woche die Details zum nächsten Matter-Upgrade bekanntgegeben. Version 1.6 des Smart Home Standards ermöglicht eine intuitivere Einrichtung, eine verbesserte Nutzung über mehrere Ökosysteme hinweg und kontextbezogene Steuerung von Geräten. Was es damit genau auf sich hat, erklären wir euch in diesem Artikel.
Zunächst einmal müssen wir einen wichtigen Hinweis einfügen. Auch wenn Matter 1.6 vorgestellt wurde, heißt das nicht, dass die neuen Funktionen umgehend zur Verfügung stehen. Sie müssen erst einmal von den verschiedenen Plattform-Anbietern in die entsprechenden Apps integriert werden. Apple muss also Anpassungen an Apple Home vornehmen, während Amazon seine Alexa-App aktualisieren muss. Das alles wird vermutlich noch Monate dauern.
NFC-basierte Einrichtung soll Installation deutlich vereinfachen
Eine ziemlich praktische Idee ist die NFC-basierte Einrichtung von Smart Home Geräten. Anstatt Produkte erst anzuschließen und dann einen QR-Code zu scannen, was gerade bei Installationen an schwer erreichbaren Stellen nicht gerade praktisch ist, soll das Hinzufügen von Produkten zur gewünschten Smart Home App mit Matter 1.6 deutlich einfacher funktionieren.
Matter 1.6 wird eine NFC-basierte Einrichtung einführen. Damit wird die Option geboten, ein Matter-Gerät über bidirektionale NFC-Kommunikation einzurichten, noch bevor das Gerät vollständig eingeschaltet ist. Damit kann man beispielsweise eine Deckenleuchte zum System hinzufügen und konfigurieren, bevor man sie an der Decke anschließt und anschraubt.
Joint Fabric für verschiedene Smart Home Plattformen
Ebenfalls neu mit Matter 1.6 ist die Funktion Joint Fabric. Sie eröffnet neue Möglichkeiten für die gemeinsame Nutzung von Geräten über verschiedene Ökosysteme hinweg. Was genau kann man sich darunter vorstellen?
Für Endnutzer bedeutet das, dass Geräte in jedem für sie am bequemsten zu bedienenden Ökosystem oder über jede beliebige Schnittstelle angezeigt und gesteuert werden können, ohne dass in jedem einzelnen eine separate Einrichtung erforderlich ist.
Für Ökosysteme und Entwickler bietet es eine standardisierte Grundlage für diese Szenarien mit mehreren Administratoren, ohne auf proprietäre Ansätze angewiesen zu sein.
Thermostate können noch intelligenter gesteuert werden
Heutzutage senden Smart-Home-Systeme Befehle direkt an Thermostate, die diese möglicherweise ohne viel Kontext umsetzen und jede eingehende Anweisung ausführen, unabhängig von den vorherigen manuellen Befehlen oder Präferenzen des Nutzers.
Anstatt dass ein Steuergerät einen direkten Befehl zur Änderung der Temperatur oder des Modus sendet, übermittelt Matter 1.6 einen zeitgebundenen Vorschlag, der an eine der vom Thermostat unterstützten Voreinstellungen geknüpft ist. Der Thermostat reagiert dann entsprechend, basierend auf den Einstellungen und den aktuellen Umgebungsbedingungen.
Ein kleines Beispiel aus der Praxis: Ein Thermostat, das gerade manuell eingestellt wurde – entweder direkt am Gerät oder über ein Ökosystem – kann einen Vorschlag erkennen, der kurz darauf aus einer anderen Quelle eintrifft, und stellt fest, dass dieser (etwa eine Automation) wahrscheinlich nicht der Absicht des Nutzers entspricht, und verschiebt die Aktion.

