Kommentar: Wie man im App Store Geld verdient

Eine App in den Top-10 der iPhone-Charts hat mich dazu bewogen, am heutigen Feiertag mal gepflegt in die Tasten zu hauen.

Es ist ein Tag wie jeder andere auch. Man steht auf, geht erstmal wohin, und klappt dann das MacBook auf. Auf der Suche nach News für die Leserschaft wirft man natürlich auch einen Blick auf die Charts. Heute im Blickpunkt: „Andreas Psychopath Soundboard“ (App Store-Link).

Eigentlich könnte man den Titel dieser News auch „Wie man mit Sch… Geld verdient“ nennen. Bei der 79 Cent teuren App, die unter der Kategorie „Referenz“ aufgelistet wird, handelt es sich nicht um mehr als eine Ansammlung von ein paar „witzigen“ Sounds.

Der Ursprung dieser Sounds liegt in einer tollen RTL2-Doku-Sendung, die auf den Namen Frauentausch hört. Wer hier schon einmal eingeschaltet hat, tat das eventuell nur einige Sekunden oder ist richtig hart im Nehmen. „Psychopath Andreas“ scheint aber zur härteren Sorte gezählt zu haben, schließlich hat er nun sogar seine eigene App.

Ich möchte den Entwicklern an dieser Stelle nichts unterstellen, aber es ist sehr stark davon auszugehen, dass die einbaute Sounds in keiner Weise von RTL2 zur Verwendung freigegeben wurden. Guten Morgen, lieber Herr Urheberrecht.

Was ich persönlich viel schlimmer finde: So ein Quatsch wird von den Leuten auch noch gekauft. Vermutlich sind es sogar die Leute, die bei anderen Apps in diesem Preissegment über den Preis schimpfen und sie dann über illegale Wege beziehen.

Vielleicht hat sich meine Sichtweise in den letzten Wochen auch stark verändert. Schließlich haben wir uns mit unserem kleinen Team zwei Wochen lang den Ar… aufgerissen, um dann eine inhaltlich wertvolle App für 79 Cent anzubieten. Anscheinend war das appMagazin (App Store-Link) der falsche Gedanke – hätten wir uns doch lieber auf „Andreas Psychopath Soundboard“ konzentriert. Das scheint der beste Beweis dafür zu sein, wie man mit wenig Arbeit, ohne eigenes Gut oder Gedanken, Geld machen kann.

Dass im App Store – oder viel mehr bei den Nutzern – mittlerweile sowieso eine 79-Cent-Mentalität der absolute Standard ist, kann eh nicht mehr verschwiegen werden.

Wie dem auch sei. Es hat auf jeden Fall gut getan, sich den digitalen Frust in ein paar Zeilen aus dem Kopf zu schreiben. In großer Erwartung auf eure Meinungen in den Kommentaren, lehne ich mich jetzt ein paar Minuten entspannt zurück…

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