SecureWords: Textverarbeitung mit Verschlüsselungs- und Passwortfunktion

Ja ja, die NSA. Dass die amerikanische Institution schnüffelt, wo es nur geht, sollte mittlerweile jedem klar sein: SecureWords versucht zu helfen.

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Der Entwickler Michael Göbel von MoApp, der auch schon Mac-Applikationen wie Umsatz 2013 auf unsere Apple-Rechner brachte, hat sich nun um eine Textverarbeitungs-App gekümmert, und diese am 23. August dieses Jahres im Mac App Store bereitgestellt. Zum Preis von 10,99 Euro können Mac-User das neue Werk SecureWords (Mac Store-Link) herunterladen. Mit nur 1,5 MB Installationsgröße ist die App ein wahres Leichtgewicht, für das mindestens OS X 10.6.8 und ein 64-Bit-Prozessor vorhanden sein sollte.

Wer jetzt allerdings zum Preis von knapp 11 Euro ein neues Pages oder MS Word erwartet , wird sicherlich enttäuscht werden. SecureWords ist ein relativ einfach gehaltener Texteditor in englischer Sprache, dem es vornehmlich darum geht, das Geschriebene zu verschlüsseln und per Passwort zu schützen. 

Zu diesem Zweck hat der Developer eine Passwortsperre eingerichtet, die es vor jedem Öffnen eines bereits bestehenden Dokuments zu öffnen gilt. Zusätzlich lassen sich verfasste Dokumente in einem eigenen .secure-Format anlegen, das mit einer 256 Bit-Verschlüsselung versehen ist. Wer bislang skeptisch war, seine geschriebenen Inhalte in leicht einseh- und veränderbaren .doc- oder .pages-Formaten beispielsweise in die Dropbox oder die iCloud zu schieben, kann nun beruhigter sein.

SecureWords bietet außerdem die Möglichkeit an, bereits bestehende RTF-, OpenOffice- oder Word-Dokumente in die App zu importieren und nachträglich zu verschlüsseln. Wichtig zu wissen ist allerdings auch, dass die Sicherheit der Dokumente aufgehoben wird, wenn sie als RTF-, Markdown- oder Word-Format aus der App heraus exportiert werden – trotzdem bietet SecureWords auch diese Option an.

Die App eignet sich auch für Nutzer, die gelegentlich ihren Arbeitsplatz verlassen, aber ihr Geschriebenes vor fremden Blicken schützen wollen. Ein Mausklick auf ein kleines Vorhängeschloss-Symbol am oberen rechten Bildrand in der Texteingabe-Ansicht lässt das angefangene Dokument sofort hinter dem Passwort-Eingabe-Screen verschwinden. Kehrt man zum Arbeitsplatz zurück, gibt man nur das Passwort ein, und kann sofort wieder weiterarbeiten, ohne die Textverarbeitung komplett neustarten zu müssen.

In Zeiten von Datenschutzverletzungen kann eine Applikation wie SecureWords zumindest etwas dazu beitragen, dass nicht alle persönlichen Gedanken, Dokumente und Werke sofort zugänglich sind. Wer nicht auf eine Cloud-Speicherung seiner Dokumente verzichten will, aber trotzdem Sicherheitsmechanismen zum Schutz einbauen möchte, sollte SecureWords durchaus in Betracht ziehen.

Kommentare 7 Antworten

      1. BoxCryptor hab ich schon im Einsatz, kann mal jemand testen, ob man damit wirklich codierte SecureWords-Dokumente öffnen kann? Schwer vorstellbar, denn dann wäre doch die Sicherheit grundsätzlich in Frage gestellt…

  1. Es kommt langsam Bewegung in die richtige Richtung rein. Noch dazu von einem dt. Entwickler, der unsere „Empfindlichkeit“ in Sachen „Privat“ nachvollziehen kann. Guter Ansatz!

  2. Gerade da Ihr in Eurem Artikel den NSA erwähnt, sollte es aber auch jedem klar sein, dass dieser eine 256 bit verschlüsselte Nachricht genauso gut lesen kann wie einen Klartext. Es kommt ja laut Presseberichten auch gar nicht darauf an, wo im Netz der Cloud-server steht da die Daten auf dem Zwischenweg abgefangen werden.

    Dennoch ist diese Applikation natürlich ein Weg in die richtige Richtung, da zumindest das unbeabsichtigte Lesen oder der Zugriff für unbedarfte Freizeit-Hacker erschwert wird. Es wäre schön, wenn die Sensibilität für dieses Thema stärker geweckt werden würde.

  3. Das 256 sagt erst mal so gar nichts. Wenn das jemand (und selbst die NSA) einfach so lesen könnte, wie Klartext, dann hätte ich das erst gar nicht schreiben müssen.

    Ja, natürlich kann alles ‚gelesen‘ werden. Die Frage ist immer, wie lange es dauert und was es kostet. Die Amis haben die Russen an den finanziellen Abgrund gerüstet. Wer doch gelacht, wenn wir das nicht auch mit den Amis hinbekämen 🙂

    Auch werde ich mit jeder Aktualisierung Ansatzpunkte/Angriffspunkte abändern.

    Zum iPhone/iPad: Sofern man nicht Appel ist, ist Rich Text unter iOS noch nicht wirklich native umsetzbar.

    Aber für reinen Text warten schon ein Mac und ein iPhone App auf die Review:

    http://securetextsapp.com

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