Ab sofort können iPhone-Nutzer und -Nutzerinnen mit der installierten Suno-App direkt in Apples Nachrichten-App Songs erstellen, und das ganz ohne die Konversation verlassen zu müssen. Die beliebte KI-Plattform, die bereits über 2 Millionen verkaufte Abos und täglich 7 Millionen generierte Songs verzeichnet, erweitert damit ihre Funktionalität um eine nahtlose Integration in iMessage. User können nun per Text- oder Sprachnotiz Songs generieren, wobei sie vorab Genre und Versionen auswählen können, bevor sie den fertigen Track im Chat teilen.
Die Bedienung ist simpel: Sobald die Suno-App (App Store-Link) auf dem Gerät installiert ist, erscheint sie im App-Menü von iMessage. Von dort aus lassen sich Songs entweder über Textbefehle oder aufgezeichnete Audio-/Videodateien erstellen. Die Plattform bietet zudem Zugriff auf nutzergenerierte Sammlungen, redaktionelle Empfehlungen und genrebasierte Playlists. Einziges Manko: Beide Chat-Teilnehmer müssen die App installiert haben, um die Funktion nutzen zu können.
Mit der iMessage-Integration geht Suno einen weiteren Schritt, um die Erstellung von KI-Musik so zugänglich wie möglich zu gestalten: Die App ermöglicht nicht nur das Generieren, sondern auch das Remixen von Songs. Die Integration in iMessage markiert einen wichtigen Meilenstein für Suno, das sich zunehmend als führende Plattform für KI-gestützte Musikproduktion etabliert.
Rechtliche Grauzone: Plattenlabels und YouTube klagen gegen KI-Startups

Gleichzeitig ziehen aber auch dunkle Wolken am Suno-Himmel auf: Wie 404 Media berichtet, wurde Suno im November 2025 Opfer eines Supply-Chain-Angriffs. Ein Hacker verschaffte sich Zugang zu den internen Systemen des Unternehmens und entdeckte Belege dafür, dass Suno angeblich jahrzehntelange Audioaufnahmen von Plattformen wie YouTube Music, Deezer, Genius sowie Musikbibliotheken und Podcast-RSS-Feeds für das Training seiner KI-Modelle genutzt haben soll. Suno hatte zuvor eingeräumt, „öffentlich zugängliche Musikdateien“ aus dem offenen Internet zu verwenden, und berief sich dabei auf die „Fair-Use“-Doktrin, eine umstrittene Ausnahmeregelung im Urheberrecht.
Die großen Plattenlabels, die bereits Klage gegen Suno eingereicht haben, sehen das Vorgehen als klaren Verstoß gegen den Digital Millennium Copyright Act (DMCA). Ihnen zufolge ist es illegal, Schutzmechanismen von YouTube bewusst zu umgehen, um Daten zu scrapen. Dieser Vorwurf trifft auch den Suno-Konkurrenten Udio. Google, die Muttergesellschaft von YouTube, steht ebenfalls unter Druck: Buchverlage werfen dem Tech-Konzern vor, urheberrechtlich geschütztes Material für KI-Trainingszwecke zu nutzen. Der Hacker behauptet zudem, bei Stripe auf Kundendaten wie E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Teile von Kreditkartennummern zugegriffen zu haben.
Trotz des schweren Vorfalls im November 2025 informierte Suno seine Kundschaft nicht über den Sicherheitsvorfall. Das Unternehmen bezeichnet den Vorfall als „begrenzt“ und betont, er sei schnell eingedämmt worden. Die Enthüllungen werfen jedoch neue Fragen über die Transparenz und Datensicherheit von KI-Startups auf, insbesondere in einem Umfeld, in dem Urheberrechtsverletzungen und Datenmissbrauch zunehmend in den Fokus rücken.
