Jolidrive: Facebook, Instagram, Dropbox, YouTube & Co. auf einen Blick

Wer umfangreich vernetzt ist und mehrere Online-Dienste nutzt, verliert oft den Überblick – mit Jolidrive lassen sich viele einzelne Services unter einem Dach vereinen.

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Jolidrive ist als Universal-App (App Store-Link) im deutschen App Store verfügbar. Alternativ gibt es noch einen umfangreicheren Webdienst, der sich mit jedem Browser, sei es unter OS X oder Windows, versteht. Der iOS- und Webservice ist kostenlos, erfordert aber vor der ersten Nutzung eine Anmeldung, die entweder über ein Google+- oder Facebook-Konto erfolgen kann. Alternativ richtet man einen klassischen Account mit Name, Username, E-Mail und Passwort ein.

Danach gibt es zunächst einiges einzurichten und zu entdecken: Ein kleines Tutorial hilft dabei, erste Dienste mit Jolidrive zu verknüpfen. Es würde zu lange dauern, hier alle unterstützten Services aufzuzählen, aber in verschiedenen Kategorien gibt es eine Menge soziale Netzwerke (Google+, Facebook, tumblr), Video- und Fotodienste (YouTube, vimeo, Instagram, Flickr, Picasa), Musikservices (SoundCloud, Rdio, exfm), Newsreader (Instapaper, Pocket, Readability) und auch verschiedene Storage-Anbieter (u.a. Dropbox, SkyDrive, Evernote, Droplr, Google Drive, box, MediaFire), die sich mit Jolidrive verbinden lassen. Oft muss man sich bei diesen Services kurz einloggen und eine Authorisierung vergeben, dann taucht der Dienst in der Jolidrive-Liste auf.

Das Layout erinnert stark an die Nutzeroberfläche von iTunes: In einer linken Übersichtsspalte finden sich die bereits verknüpften Dienste, die man über einen Mausklick aufrufen kann. Eine große Ansicht, die etwa 3/4 des gesamten Fensters in Anspruch nimmt, zeigt die entsprechenden Inhalte übersichtlich und ansprechend an. Mein Facebook-Account beispielsweise beschränkte sich nicht nur auf den Newsfeed, sondern es konnten auch meine Fotoalben oder die eigene Timeline angezeigt werden. Ein nettes Feature gab es auch bei meinen Dropbox-Ordnern in der Browser-Version: Am rechten Bildrand zeigt ein Tortendiagramm, wieviel Restspeicher noch übrig ist, und auch eine Suchfunktion für Dropbox-Files ist vorhanden.

Nur im Webdienst von Jolidrive ist es in den Einstellungen möglich, Freunde aus verknüpften Netzwerken und Diensten zu Jolidrive einzuladen. Diese tauchen dann in einer eigenen Freundesliste auf. Wer Facebook oder Google+ mit Jolidrive verbunden hat, kann direkt einzelne oder einen ganzen Haufen Freunde über gesetzte Häkchen zum Webdienst einladen.

Eigentlich eine gute Idee, aber…

Nach einigem Austesten von Jolidrive über den Browser und auch auf dem iPad 4 war ich zwar begeistert von der Möglichkeit, alle eigenen Dienste in einer App zu vereinen, trotzdem fehlten mir dort immer noch essentielle Dinge wie eine Twitter-Verknüpfung, oder auch die Möglichkeit, mit den Services zu interagieren. Bei Newsreadern mag die bloße „Gucken-aber-nicht-anfassen“-Philosophie noch zu verschmerzen sein, bei Diensten wie Facebook und YouTube, die primär von Interaktionen wie Likes und Kommentaren leben, ist dieses Manko ein Ausschlußprinzip, und bringt den Nutzer im Endeffekt doch wieder zurück zur nativen App, wo diese Features gegeben sind.

Abgesehen davon sollte man sich fragen, was Jolidrive mit der hübschen Sammlung an Logins und Verknüpfungen eines einzelnen Nutzers so alles anstellen kann bzw. könnte. In der Privacy Policy des in Paris, Frankreich, ansässigen Unternehmens, wird zwar ausgelobt, dass die persönlichen Daten nicht an Dritte verkauft werden, allerdings behält man sich vor, private Informationen an kooperierende und „trusted third party partners who carry out specific functions and services for us“, weiterzuleiten, dies allerdings nur in dem Ausmaß, dass diese „third party partners“ ihre Dienste ausreichend ausführen können,  und die dargestellte Datenschutzerklärung nicht verletzt wird. Wirklich beruhigend klingt diese Passage aber leider trotzdem nicht.

Kommentare 3 Antworten

  1. Wer seine Seele an Facebook schon verkauft hat braucht sich um Datenschutz und Privatsphäre eh keine Sorgen mehr machen.

  2. Danke,guter Artikel. Äußerst informativ und auch kritisch betrachtet und nicht nur,wie leider doch recht oft,auf die positiven Dinge ausführlich eingegangen und negatives gar nicht oder nur unkritisch am Rande erwähnt.

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