Ab Februar 2027 sind in der Europäischen Union austauschbare Akkus in Elektronikgeräten gesetzlich vorgeschrieben. Doch statt diese Regelung weltweit umzusetzen, plant Logitech, zwei Versionen der eigenen kabellosen Mäuse anzubieten: Eine mit austauschbarem Akku für Europa und eine ohne für den Rest der Welt. Das bestätigte Robin Piispanen, Logitechs neuer Gaming-Chef, in einem Gespräch mit Sean Hollister von The Verge.
Nintendo hatte es mit der Switch 2-Konsole bereits vorgemacht und plant, für die EU ein Modell mit austauschbarem Akku zu veröffentlichen. Gleiches gilt auch für den Switch 2 Pro Controller des Unternehmens, bei dem sich der Akku ebenfalls selbst wechseln lassen soll.
Piispanen erklärt gegenüber The Verge, warum Logitech zögert, die Technologie global einzuführen: „Es geht nicht nur um die Kosten, man erhöht auch das Gewicht.“ Bisher setzt das Unternehmen auf leichte Lithium-Ionen-Akkus in weicher Hülle, die jedoch für Laien schwer und unsicher auszutauschen sind. „Aber das ist für euch nicht sicher im Umgang; wir können euch das nicht guten Gewissens geben und sagen: ‚Hey, tauscht doch einfach den Soft-Pack-Akku aus.’“
In Europa werden Logitech-Mäuse daher mit einem stabileren „Hard-Pack-Akku“ ausgeliefert, der weniger anfällig für Beschädigungen ist. Zusätzlich bietet das Unternehmen zertifizierte Ersatzakkus an, allerdings nur für den europäischen Markt. Piispanen begründet dies mit mangelndem Nutzerinteresse: „Wie viele Menschen werden ihre eigene Maus öffnen, den Akku herausnehmen und einen neuen einlegen, nur weil der Akku alt geworden ist?“
Reparaturfreundlichkeit: Ein Luxus für teure Geräte?

Laut Piispanen lohnt sich der Aufwand für austauschbare Akkus vor allem bei High-End-Produkten wie Laptops oder Smartphones. Bei günstigeren Geräten wie Funkmäusen im Preisbereich von 50 bis 100 Euro sei es für viele User einfacher, das Gerät einfach zu ersetzen, statt es zu reparieren. Doch genau diese Einstellung steht im Widerspruch zur wachsenden „Right-to-Repair“-Bewegung, die für mehr Nachhaltigkeit und Langlebigkeit von Elektronik kämpft.
Trotz Piispanens Bekenntnis zum Recht auf Reparatur bleibt Logitech zurückhaltend. Ersatzteile wie seitliche Gummipolster oder Maustasten werden nicht offiziell verkauft. Piispanen räumt im Interview ein: „Bei den Maustasten muss man die gesamte Maus öffnen, und dabei wird man höchstwahrscheinlich etwas kaputtmachen.“ Auch das Austauschen der Gummipolster erfordert handwerkliches Geschick, und das Risiko, etwas zu beschädigen, ist hoch.
Logitechs neuer Gaming-Chef betont, dass das Unternehmen keine Ersatzteile anbieten möchte, die Nutzer und Nutzerinnen frustrieren könnten: „Wir wollen nicht einfach ein Ersatzteil verkaufen, nur damit man es vermasselt und sich dann darüber ärgert.“ Gleichzeitig erkennt er an, dass es eine leidenschaftliche Community gibt, die bereit ist, Garantieansprüche aufzugeben, um ihre Geräte zu modifizieren.
Piispanen zeigt Verständnis für die Kritik: „Die größere Frage ist, wie Logitech neue Produkte entwickeln kann, die nicht so schnell verschleißen.“ Immerhin: Er verspricht, sich die Gummipolster der Logitech G502 Lightspeed anzusehen, die der Interviewer bei seinem Modell bereits komplett verschlissen hat. „Ich möchte herausfinden, welche Ersatzteile uns im Zusammenhang mit Verschleiß fehlen, denn wenn es um Dinge geht, die wir tatsächlich umsetzen könnten, möchte ich das untersuchen.“ Das gesamte Interview kann auf der Website von The Verge nachgelesen werden (Paywall).

Bis der Akku hinüber ist, hat man sowieso schon eine neue Maus.
Ich benutze täglich die MX Master 1 seit – ich schätze – 12 Jahren
Beides dann getrennt zu entsorgen, halte ich aber für eine sehr gute Idee.
Vermutlich löst sich eher der Gummi an der Maus wo auf, als dass der Akku so schlecht ist dass man die Maus nur noch via Kabel betreiben kann.
Aber Grundlegend finde ich es gut dass es das Right to Repair gibt, denn so kann schlicht ich entscheiden ob es eine neue Maus oder einfach ein neuer Akku werden wurde.