Ein Cybersicherheits-Forschungsunternehmen namens Paradigm Shift entdeckte kürzlich eine kritische Sicherheitslücke im Boot-ROM von Apples A12- und A13-Chips, doch der Bericht darüber verschwand kurz nach Veröffentlichung wieder. Grund: Eine Klage der Digitalforensik-Firma Magnet Forensics, die dem Unternehmen vorwirft, Geschäftsgeheimnisse preisgegeben zu haben. Im Mittelpunkt steht der ehemalige Mitarbeiter Mario Del Gaudio, der von Magnet Forensics zu Paradigm Shift wechselte: Er soll unrechtmäßig Erkenntnisse weitergegeben und für die Veröffentlichung der Sicherheitslücke gesorgt haben.
Die Schwachstelle, intern als „usbliter8“ bezeichnet, betrifft nicht nur die A12- und A13-Chips, sondern auch die S4- und S5-Chips von Apple. Damit sind zahlreiche Geräte des Unternehmens gefährdet: Vom iPhone XR, XS und 11 über verschiedene iPad-Modelle bis hin zur Apple Watch Series 4 und 5 sowie dem Studio Display. Selbst das Apple TV 4K (2. Generation) und das iPhone SE sind betroffen.
Der Exploit nutzt einen Hardwarefehler im USB-Anschluss in Kombination mit einem Firmware-Konfigurationsfehler aus. Das Problem: Da der betroffene Code im Nur-Lese-Speicher (ROM) des Chips liegt, lässt sich die Lücke nicht per Software-Update beheben. Angreifer könnten über den DFU-Modus manipulierte Daten einspielen, bevor iOS startet, und so Signaturprüfungen umgehen oder modifizierte Systemsoftware ausführen.
Gute Nachricht: Die Sicherheits-Enklave bleibt unberührt

Trotz der Schwere des Exploits gibt es eine Entwarnung: Die Sicherheits-Enklave, in der sensible Daten wie Passcodes oder biometrische Informationen gespeichert sind, bleibt unangetastet. Zudem müssen Angreifer physischen Zugriff auf das Gerät haben, um die Lücke auszunutzen. Ein Fernangriff ist also nicht möglich.
Laut Paradigm Shift hat Apple eng mit dem Forscherteam zusammengearbeitet, um das Problem einzudämmen. Doch da es sich um einen Hardware-Defekt handelt, bleibt ein Upgrade auf ein neueres Gerät die einzige dauerhafte Lösung. Interessanterweise sind ältere Geräte mit dem A11-Chip nicht betroffen.
Die Klage von Magnet Forensics wirft dazu rechtliche und ethische Fragen auf: Darf ein Unternehmen die Veröffentlichung von Sicherheitsforschungen blockieren, wenn diese auf internen Erkenntnissen basieren? Während die Firmen streiten, bleibt für Nutzer und Nutzerinnen betroffener Geräte nur eines: Aufmerksam sein, besonders, wenn das Gerät in falsche Hände gerät.

Wurde die Sicherheitslücke gefunden, als die Geräte noch halbwegs aktuell waren? Mittlerweile sind die genannten Geräte ja eher outdated und Personen, die auf Sicherheit bedacht sind, haben wahrscheinlich meist eh relativ neue Geräte schätz ich.
Wurde vor bisschen mehr als einen Monat entdeckt.
Dann ist die Lücke zwar nicht schön aber eher ungefährlich.
Die „Lücke“ ist mehr als ungefährlich. Dafür muss man sein Handy in fremde Hände geben…
…und wer das macht, sollte sich nicht wundern, was es dann alles für Lücken gibt ‼️🤣