Ich habe in den letzten Monaten ja bereits zwei Projektoren aus unterschiedlichen Preisklassen ausprobiert. Den JMGO N1S 4K mit einer maximalen Helligkeit von 1.700 Lumen für unter 1.000 Euro und den AWOL Valerion Pro 2 mit 3.000 Lumen für rund 2.000 Euro. Nun bewegen wir uns noch mindestens eine weitere Stufe nach oben: Ich durfte den XGIMI Titan Noir Ultra Max (zur Produktseite) mit einer maximalen Helligkeit von 8.000 Lumen testen.
Der XGIMI Titan Noir Ultra Max hat in der ersten Jahreshälfte Rekorde auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter aufgestellt und wurde dort, zusammen mit zwei etwas kleineren Modellen, zum bisher am meiste unterstütztem Projektor aller Zeiten. Mittlerweile könnt ihr ihn im Handel kaufen, mit einem Preis von 5.499 Euro ist er aber nicht unbedingt ein Schnäppchen.
Der Hersteller zielt hier auf eine ganz bestimmte Zielgruppe: Heimkino-Enthusiasten, die ihr Setup auf das nächste Level bringen wollen. Und ich sage euch an dieser Stelle ganz ehrlich: Das bin ich nicht. Mir ist es ganz egal, ob ein Projektor einen nativen Kontrast von 12.000:1 oder 10.000:1 hat. Ich kann euch nicht sagen, wie sich Imax Enhanced oder Dynamic Tone Mapping auswirken. Ich kann euch aber meine Erfahrungen schildern und euch erklären, wie der XGIMI Titan Noir Ultra Max bei mir Zuhause ein Problem gelöst hat.
Flexible Platzierung des XGIMI Titan Noir Ultra Max dank optischem Zoom und Lens-Shift
Bisher habe ich die Projektoren für einen Filmabend ja immer einfach nur auf den Wohnzimmertisch gestellt und danach wieder abgebaut. Das war eine ziemlich unpraktische Angelegenheit. Ich wollte mir nicht direkt eine Halterung an die Decke schrauben oder ein riesiges Regal mitten über das Sofa hängen. Und genau hier kommt der XGIMI Titan Noir Ultra Max ins Spiel.
Der 5.499 Euro teure Projektor bietet nicht nur einen 2-fachen optischen Zoom, sondern auch einen Lens-Shift. Damit kann das Bild vertikal um 130 Prozent und horizontal um 50 Prozent in die gewünschte Richtung bewegt werden. Nur so war es mir möglich, den Beamer neben mein Sofa auf ein Schränkchen zu stellen und trotzdem nur mit minimaler Trapezkorrektur arbeiten zu müssen. Die gibt es ja auch bei anderen Projektoren, es geht aber immer ein bisschen Bildqualität verschoben. Da ich das Bild mit dem Flaggschiff von XGIMI aber optisch zur Seite bewegen konnte, musste danach nicht mehr so viel korrigiert werden.
Wie machen sich 8.000 Lumen in der Praxis bemerkbar?
Die maximale Helligkeit erreicht der XGIMI Titan Noir Ultra Max im Boost-Modus, dann aber auch mit einer spürbaren Geräuschentwicklung. Aber auch auf „normaler“ maximaler Helligkeit sticht er die oben genannten, günstigeren Projektoren deutlich aus.
Wenn es im Wohnzimmer noch nicht annähernd dunkel ist, dann ist der Unterschied schon wirklich extrem. Und es macht definitiv einen Unterschied, ob man am späten Nachmittag schon alle Rollladen schließen muss oder noch mit einer guten Portion Restlicht arbeiten kann. Ein paar optische Eindrücke davon erhaltet ihr in meinem kleinen YouTube-Video:
Kleine Abstriche für das fehlende Smart TV System
Während viele andere Beamer auf Google TV setzen, gibt es beim XGIMI Titan Noir Ultra Max kein integriertes Smart TV System. Es ist also zwingend notwendig, ein externes HDMI-Gerät an einen der drei HDMI-Ports anzuschließen. Ich habe mir erst einmal mit einem alten Waipu.tv-Stick beholfen, in ein paar Wochen wird es dann wohl ein neuer Apple TV – wenn Cupertino denn liefert.
Gerade wenn man den XGIMI Titan Noir Ultra Max dann vielleicht mal mitnimmt, sei es nur in ein anderes Zimmer oder vielleicht zu Freunden, dann wäre ein integriertes Google TV doch schon eine feine Sache gewesen. Es wird ja niemand gezwungen, es tatsächlich zu verwenden…
Immerhin: Die mitgelieferte Fernbedienung lässt sich problemlos dafür verwenden, durch die Menüs eines Waipu.tv-Sticks oder auch Apple TVs zu navigieren. Gleichzeit kann man ohne große Umwege auf die Einstellungen des Projektors zurückgreifen, besonders praktisch sind dabei die vier Schnelltasten, die ganz einfach selbst programmiert werden können.
Solltet ihr konkrete Fragen zum Gerät haben, die im Video oder im Artikel nicht geklärt werden, schreibt gerne einen Kommentar unter diesen Artikel. Ich werde mich bemühen, eure Anliegen zu klären.



Hab mir zwei bestellt. Einmal fürs Bad und einmal für die Abstellkammer