VitaminD: Gratis-App soll helfen, den eigenen Vitamin D-Spiegel im Auge zu behalten

Laut Angaben in der App VitaminD haben geschätzt zwischen 50 und 90% der deutschen Bevölkerung einen Vitamin D-Mangel.

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Vitamin D, auch bekannt als Cholecalciferol, ist deshalb so wichtig für den eigenen Körper, weil es eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Calcium-Spiegels im Blut spielt und zudem den Knochenaufbau unterstützt. Besteht ein Vitamin D-Mangel über einen längeren Zeitraum, führt er bei erwachsenen Menschen zu einer schmerzhaften Knochenerweichung, bei Kindern zu Rachitis.


Die kostenlos im deutschen App Store erhältliche Anwendung VitaminD (App Store-Link) hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Vitamin D-Spiegel des Nutzers unter Kontrolle zu behalten. Die 10,8 MB große App steht seit Anfang August dieses Jahres zum Download bereit und kann in englischer und deutscher Sprache genutzt werden.

Blutwerte sind für die Nutzung sinnvoll

Um wirklich aussagekräftige Werte zu erhalten, ist für die Nutzung von VitaminD eine vorherige Messung des 25-OH-Vitamin D-Wertes im Blut sinnvoll. Anhand dieses eingetragenen Wertes wird eine grafische Auswertung des Blutwertes geliefert, die um weitere Faktoren wie der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, Sonnenbäder und Vitamin D-reichen Mahlzeiten ergänzt werden können.

Der in der App präsentierte grafische Verlauf des Vitamin D-Wertes basiert auf Erkenntnissen eines Arztes namens Dr. von Helden – ob man diesen Glauben schenken mag, soll jeder selbst für sich entscheiden. Steht kein aktueller 25-OH-Vitamin D-Wert aus einem Bluttest zur Verfügung, kann in der App auch ein Annäherungswert angelegt werden, auf den dann die Faktoren des zugeführten Vitamin D, der monatlichen Abnahme des Blutwertes in % und das Körpergewicht mit einbezogen werden.

VitaminD fordert eine Menge persönlicher Informationen ein

Aus diesem Grund sollte der User in einer Eingabemaske nicht nur sein Geburtsdatum, sein Gewicht und die Größe eingeben, sondern auch Informationen zum Aufenthaltsort in Längen- und Breitengraden hinterlassen, um die Zufuhr durch die Sonneneinstrahlung einordnen zu können. Auch der eigene Hauttyp, der UV-Index, die Bewölkung sowie die Bekleidung bei einem Sonnenbad sind Fakten, die von der App eingefordert werden, sollte man beispielsweise einen Aufenthalt in der Sonne in die App einpflegen wollen.

Die kritische Frage nach meiner ersten Nutzung der App bleibt aber bestehen: Warum sollten Ärzte in Zusammenarbeit mit Entwicklern eine kostenlose App in den Store bringen, mit der sich der Vitamin D-Spiegel beobachten lässt? Welches Konzept steckt dahinter? Werden die zahlreich in der App eingeforderten eigenen Informationen an Dritte weitergegeben, verkauft oder sonst irgendwie verwertet? Und wie zuverlässig können die Daten einer solchen App überhaupt sein? Nicht jeder Nutzer lässt regelmäßige Bluttests anfertigen – und nur mit diesen ist eine Basis für aussagekräftige Werte überhaupt gegeben. Ich persönlich bleibe skeptisch bei derartigen Gesundheits- und Medizin-Apps, die außerdem eine Menge Informationen vom Nutzer einfordern.

Wie steht ihr zu solchen medizinischen Anwendungen? Vertraut ihr in einem solchen Fall den Entwicklern? Können Apps wie diese einen Arztbesuch ersetzen? Wir freuen uns über eure Meinungen in den Kommentaren.

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Kommentare 10 Antworten

  1. Problematisch in der App ist m. A. nach der hier so genannte ANNÄHERUNGSWERT. Es ist nicht falsch, kritisch ggü des Gesamtkonzeptes zu sein. Wobei man auch mehr noch kritisch sein sollte, wenn man in Finanzapps seine Einnahmen und Ausgaben, sein Oll und Haben treudoof notiert. Da kann man sich auch nicht sicher sein, ob ein Zugriff auf die Daten mgl ist. Gleiches gilt vermehrt für Armbänder, die Gesundheitsdaten erfassen. Ob Versicherungen daran interessiert sind? Das dürfte keine Frage sein. Und gerade bei appgefahren werden sie bislang ganz unkritisch auf dieses Thema besprochen.

    Dennoch ist etwas anderes auch richtig, wobei das die wenigsten Menschen wissen und die Ärzte so gut wie nie draufschauen: Fast jeder Deutsche hat einen mittleren bis starken Vit. D. – Mangel. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen bis hin zum Abbau von Salzkalkgehalt in den Knochen ( Osteoporose) sind die Symptome bzw. Folgen. Ab dem 30.-35. Lebensjahr sollte man alle zwei Jahre rund 40€ in die Hand nehmen und das testen lassen. Wer einmal einen zu niedrigen Wert hatte, zahlt nicht mehr für die Testung. Insgesamt bekommen wir in Deutschland zu wenig Vit. D ab. Über die Folgen, die durchaus ernst sein können, kann sich jeder informieren. Vielleicht handelt es sich hier nicht um einen Mediziner, sondern um einen Arzt, der sein Handwerk wirklich noch ernst nimmt und in seiner täglichen Praxis darauf gestoßen ist. Und sich dann einen Entwickler gesucht hat, der sein Kinzept App tauglich umsetzt?

  2. Hallo zusammen,

    ich bin der Entwickler dieser App und freue mich, dass sie über appgefahren bekannter wird.

    Die Datenschutzbedenken sind natürlich berechtigt. Deshalb ist nur die Eingabe des Gewichts ein Pflichtfeld, alle anderen Felder können auf den voreingestellten Werten bleiben. Das beschreibe ich auch in »Erste Schritte« so:

    »Geben Sie mindestens ihr Gewicht in den Einstellungen. Alle anderen Werte sind nur nötig, wenn Sonnenbäder in der Vitamin-D-Hochrechnung berücksichtigt werden sollen.«

    Ich frage auch absichtlich nicht nach einer E-Mail-Adresse, damit niemand darüber identifiziert werden kann. Ich hoffe, das entschärft das Thema.

    Noch einige Details möchte ich klären.

    Die App gibt es nur in Deutsch, sie ist ursprünglich aus reinem Eigeninteresse entstanden. Bei mir wurden nur 9 ng/ml gemessen, was auf Dauer üble Folgen gehabt hätte, wie ich inzwischen weiß. Es ist mir zu viel Aufwand, sie ins Englische zu übersetzen.

    Es gibt (noch) keine Zusammenarbeit zwischen Ärzten und mir als Entwickler. Ich habe einfach die Rechenvorschrift, die Dr. von Helden in seinem Buch veröffentlicht hat, in meiner App verwendet. Solche einfachen Algorithmen sind ja glücklicherweise (noch) nicht patentierbar.

    Die Frage »Wie verlässlich ist die Berechnung?« beantworte ich in den »Fragen und Antworten« wie folgt:

    Wegen der vielen Einfluss-Faktoren ist die Fehlerabweichung sehr groß.

    Ein hochgerechneter Wert von 60 ng/ml bedeutet, dass der wirkliche Wert zwischen 40 und 80 ng/ml liegt, also +/- 20 ng/ml.

    Folgende Besonderheiten können diesen Fehler noch vergrößern:

    *Die Aufnahme des Vitamins im Darm kann gestört sein.
    *Einige Medikamente können die Aufnahme oder den Abbau des Vitamins beeinflussen.
    * Aktive Krankheitsprozesse können den Verbrauch erhöhen, also die Abnahme des Vitamins beschleunigen.
    Ein zweiter Test nach einigen Monaten zur Überprüfung der berechneten Kurve wird dringend empfohlen. In den Einstellungen können die Parameter dann so justiert werden, dass der gemessene Wert mit dem hochgerechneten übereinstimmt.

    Ich kann nur jedem raten, seinen Vitamin D Spiegel testen zu lassen. Ab Oktober wird hier zu Lande in der Haut kein Vitamin D mehr erzeugt und über Nahrung wird es nur in sehr geringen Mengen aufgenommen.

    In meinem Bekanntenkreis hatten bisher alle einen zu geringen Wert, also kleiner als 30 ng/ml.

    1. Sagte ich ja. Für Lohengrin war’s ein dümmliches Geschwätz von angeblich jemandem, der nur noch vor seiner Technik sitzt. Auch einen med. Zusammenhang zwischen Entwickler und Arzt habe ich abgenommen. Gut, dass Sie sich hier erklären. Danke. Und an den, der nicht anders als frech kann, sei gesagt: hoffentlich werden Sie nicht mal krank und keiner hilft Ihnen weiter. Es ist nicht gut, immer gleich den Rand aufzureißen.

  3. Zu ironic2:
    Dass auch bei der ARD nicht alles Wahrheit ist, was gesendet wird, dürfte spätestens nach der Kritik durch den Programmbeirat klar sein:

    http://www.heise.de/tp/artikel/42/42784/1.html

    Dass auch Beiträge gekauft werden, ist schon lange bekannt:

    http://www.abendblatt.de/kultur-live/article457890/Sponsoren-kauften-Programmbeitraege.html

    Es gibt übrigens eine Gegendarstellung zur »Gegendarstellung«:

    http://www.vitamindservice.de/vitamin-d-gesch%C3%A4fte-mit-angeblichem-mangel

    Hier ist der passende Abschnitt aus meiner App:
    Werbegag der Pharmabranche?

    Zugegeben: Nach der Panikmache mit Schweinegrippe und BSE ist der Pharmabranche alles zuzutrauen.

    Mehrere Gründe sprechen gegen diese These:

    Vitamin D kann kostenlos besorgt werden. Wer sich die Zeit für 2-3 Sonnenbäder zu je 10 Minuten pro Woche nimmt, braucht keine Pharmaprodukte zu kaufen. (Siehe Empfehlungen von Holick und Spitz in der Bücherliste)

    Vitamin D ist nicht patentierbar.

    Vitamin D ist sehr preisgünstig im Vergleich zu den Medikamenten, die es überflüssig machen kann. Die Pharmaindustrie würde also ihre teureren Produkte nicht mehr so gut verkaufen können.

    Wer sich intensiver mit dem Thema Vitamin D beschäftigt und die Bücher von Prof. Holick, Dr. Worm oder Dr von Helden liest,

    dem fallen seltsame Widersprüche bei der Behandlung dieses Themas in der Öffentlichkeit auf.

    Besonders Dr. Worm äußert sich sehr deutlich zu den »Kuriosen Ernährungsempfehlungen« der konservativen Fachverbände.

    In der öffentlich zugänglichen amerikanischen PubMed Datenbank (http://www.ncbi.nlm.nih.gov) gibt es über 50.000 Treffer zum Thema »Vitamin D«. Zu fast jeder Studie, die eine positive Wirkung des Vitamin Ds feststellt gibt es Studien, die das Gegenteil bewiesen haben wollen.

    Zum Beispiel gibt es eine Berechnung des SUNARC (Sunlight, Nutrition And Health Research Center), nach der die Anhebung des Vitamin-D Spiegels der Bevölkerung auf 40 ng/ml

    auf der einen Seite 10 Milliarden Euro kosten würde und auf der anderen Seite dem Europäischen Gesundheitssystem 187 Milliarden Euro einsparen würde.(Quelle:http://www.sunarc.org/903-Europe%20econ%20burden%20final%201.pdf)

    Wer wäre interessiert an solchen Einsparungen?

    Die Pharmaindustie?

    Es gibt sogar eine Verschwörungstheorie, die der Pharmaindustrie eine absichtliche Panikmache

    gegen die positiven Wirkungen der Sonnenstrahlung unterstellt.

  4. Jettel und Alf kann ich nur recht geben. Nicht nur Vitamin D-Mangel ist weit verbreitet. Auch in reichen Industrienationen. – Grundsätzlich sollte sich die eigene Meinung nicht nur aus _einer_ Quelle nähren.
    In meinem Umfeld wurde häufig Vitamin-D-Mangel festgestellt. Und dies bei Personen, die durchaus auf ihre Ernährung und ihren Körper achten, aber wohl zu wenig dem Sonnenlicht ausgesetzt sind.

    Ärzte untersuchen von sich aus ganz selten den Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen im Blut. Viele Ärzte, die ich konkret befragte, kannten sich mit Vitaminen und Mineralstoffen, deren Kombination und empfohlener Aufnahme nicht aus und meinten gleichzeitig, Nahrungsergänzungsmittel seien nicht notwendig in unseren Breitengraden. Was denn nun?

    Daher ist es ratsam, wenigstens einmal jährlich sein Blut auf Vitamine und Mineralstoffe testen zu lassen (u.a. natürlich). Eine intelligente Literaturrecherche bringt (nicht nur) Licht in das Geheimnis unseres Körpers und seine differenzierte Biochemie. Oder wer weiß schon bspw., dass ein hoher Kaffeekonsum (mein Laster) einen Serotoninmangel begünstigt?
    Umfassendes Wissen und solche Apps können helfen, unsere Gesundheit länger zu erhalten. Und wenn man’s richtig macht, sieht zudem nicht nur das Gadget in der Hand gut aus, sondern auch der Träger desselben.

  5. Auch wenn die meisten Kommentar schon 4 Jahre alt sind: Aus eigener Erfahrung kann ich nur jedem raten, seinen Vitamin D Spiegel beim Arzt testen zu lassen. Wichtig dabei: Es muss der 25-OH-D3-Wert gemessen werden. Da die meisten Arztpraxen keine Ahnung davon haben, wird leicht mal das Kreuz beim 1,25(OH)2-D3-Wert gemacht, und der sagt nicht viel aus, weil er nur der Kurzzeitwert ist. Die empfohlene Menge Vitamin-D3, die man im Winter einnehmen sollte, ist viel zu niedrig, da der Körper am Tag mehr davon verbraucht als dann zugeführt wird. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene 800-1000 IE täglich. Schaut mal auf die Vitamin-Paste (z.B. PetBalance MultiVital) für Eure Haustiere, da kommt eine 5kg Katze schon auf 900IE Vitamin D! Ich habe von Oktober 17 bis Januar 18 jeden Tag 7000 IE eingenommen, bei knapp 100kg Körpergewicht und als Raucher (rauchen verbraucht mehr Vitamin-D). Das Ergebnis der Blutuntersuchung war nicht ganz 50 ng/ml. Der Wert ist nicht schlecht, aber auch noch nicht besonders hoch. Naturvölker kommen leicht auf 90 ng/ml. Man sieht, dass die Empfehlungen zu niedrig sind. Die Formel von Dr. von Helden zur Berechnung des Vitamin-D-Spiegels kam übrigends fast exakt auf den gleichen Wert wie mein Blutwert. Man sieht, der Mann weiß wovon er spricht. Ich habe auch die von Dr. von Helden empfohlene einwöchige Aufstockung des Wertes durch Einahme hoher Vitamin-D-Dosen in 7 Tagen durchgeführt. Ich nahm 7 Tage jeden Tag 100.000 IE zu mir und es war einfach unglaublich, wie man die positive Wirkung spüren konnte. Ich habe sowas mit keinem anderen Mittel erlebt. Es gibt gute Bücher zum Thema und viel im Internet. Macht Euch schlau. Und wenn Ihr über die Horrorartikel stolpert, in denen von 2 Personen berichtet wird, die nach Einnahme von Vitamin D zur Dialyse mussten: Denkt immer daran, jedes Jahr sterben mehr Menschen in Deutschland an Schmerzmittel als bei Verkehrsunfällen, aber von diesen Zahlen hört man selten in den Medien, weil es der Pharmaindustrie nicht so gut gefällt und potente Werbepartner möchte man natürlich nicht verärgern. Ich mache es inzwischen so: Wenn mir ein Artikel mal wieder suggerieren will, dass ein Naturprodukt, Vitamine, etc. zu überhaupt nichts gut sind, nur Geld kosten und sogar noch schädllich, dann, ja dann beschäftige ich mich erst Recht damit, weil ich denke, da will mal wieder jemand was Gutes in Misskredit bringen. Empfehlenswert dazu sind auch die Artikel über Dr. Joel D. Wallach (Tierarzt, Humanmediziner und Nobelpreisanwärter). Witzig und informativ und regen zum Nachdenken an. In einem Vortrag von 1994 sagt er z.B., dass wir mehr Salz zu uns nehmen müssen und nicht weniger, wie es lange Zeit von den Ärzten propagiert wurde und erst vor wenigen Tage gab es Berichte über eine aktuelle Studie in den Medien, die herausgefunden hat, dass höherer Salzkonsum nur dann schädlich ist, wenn man über 12,5 g am Tag kommt und dieser Wert fast von keinem Menschen in Deuschland aufgenommen wird. Im Gegenteil, wer seinen Salzkonsum auf unter 5 g pro Tag drückt, schädigt sein Herz-Kreislaufsystem nachhaltig….

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