Cambridge Audio Melomania Touch: Tolle True-Wireless-Kopfhörer im Test

Mit gutem Equalizer

Wenn es um True-Wireless-Kopfhörer geht, sind die Apple AirPods meine erste Wahl. Das liegt einfach daran, dass die Kopfhörer perfekt im Ökosystem Apple funktionieren. Wenn es aber nicht unbedingt die Apple-Hörer sein müssen, findet man auf dem Markt eine verdammt große Auswahl. Der nächste Testkandidat sind die Cambridge Audio Melomania Touch.

Ich muss ja sagen, dass mir die Cambridge Audio Melomania 1 von Design her überhaupt nicht gefallen haben. Die Stöpsel stehen so weit aus dem Ohr heraus, dass man aussieht wie Frankenstein. Die neuen Cambridge Melomania Touch machen aber vieles besser und sind optisch ein großer Schritt nach vorne.


Ausgestattet mit Bluetooth 5.0, AAC, aptX und SBC, versprechen die Hersteller „Great British Sound“. Bevor wir den Sound bewerten, klären wir die grundlegenden Fakten. Die Melomania Touch werden in einem hübschen Case geliefert, das bis zu 41 weitere Stunden Akkulaufzeit bereithält. Ob man sich mit der Gestaltung einen Gefallen getan hat, wird man erst später wissen. Denn: Das Case ist mit einem Mikrofaser-Leder überzogen und vor allem bei der weißen Variante habe ich Angst davor, wie das Case in drei Monaten aussieht. Bisher sind noch keine Abnutzungserscheinungen zu sehen, aber das Weiß wird sicherlich verdrecken und sich ins gräuliche wandeln.

Das Case selbst ist 30 x 72 x 44 Millimeter groß und Oval-förmig gestaltet. Es ist breiter als die Hülle der AirPods Pro, dafür aber etwas schmaler. Aufgeladen wird mit dem mitgelieferten USB-C Kabel, kabelloses Laden ist leider nicht möglich.

Der Lieferumfang ist top: Ihr bekommt jeweils zwei Paar Aufsätze in den Größe S, M und L. Gleiches gilt für die Ohrhaken, die für einen besonders guten Halt sorgen. Sind die Melomania Touch mit Bluetooth gekoppelt, könnt ihr die Ohrhörer einsetzen und mit der Musikwiedergabe starten. Dabei gefällt mir die Form wirklich sehr gut. Natürlich ist jedes menschliche Ohr anders, bei mir passen die Melomania Touch aber so gut wie perfekt ins Ohr. Die kleine Ohrflosse ist besonders praktisch, da sie für einen super Halt sorgt. Hat man die richtige Größe gefunden, sitzen diese verdammt gut im Ohr. Das Tragegefühl ist sehr angenehm, zudem habe ich auch bei längerer Benutzung keinen erhöhten Druck gespürt.

Die Melomania Touch verzichten auf eine aktive Geräuschunterdrückung, allerdings werden Umgebungsgeräusche von Haus aus isoliert. Gut: Die Kopfhörer verwenden die neuste Chip-Technologie von Qualcomm sowie einen modernen DSP, damit Sound lippensynchron wiedergegeben wird. Das ist bei Videoinhalten wichtig. Das Telefonieren mit Stöpseln in den Ohren ist positiv zu erwähnen. Die Audioqualität ist wirklich sehr gut und auch der Gesprächspartner versteht mich sehr gut.

Zur Akkulaufzeit kann ich sagen: Ich bin zufrieden. Aber das bin ich eigentlich bei allen Kopfhörern, die nicht nach zwei Stunden den Geist aufgeben. Cambridge Audio gibt eine Laufzeit von bis zu 9 Stunden an – weitere 41 Stunden sind im Ladecase. 9 Stunden am Stück Musik hören kann ich nicht und gibt es auch nur im Energiesparmodus. Im Hochleistungsmodus sind 7 Stunden angegeben. Der Wert ist natürlich unter Laborbedingungen entstanden, wenn man im Alltag rund 6 Stunden schafft, ist das immer noch sehr gut.

Die Melomania-App bringt Individualität

Sind die Melomania Touch mit dem Smartphone gekoppelt und verbunden, was übrigens nach der ersten Kopplung automatisch funktioniert, könnt ihr in der Melomania-App (App Store-Link) nicht nur den Akkustatus einsehen, sondern auch den Transparenz-Modus justieren. Hier lässt sich die Intensität bestimmen, also festlegen, wie viele Geräusche über die Mikrofone durchgelassen werden. Und der Transparenz-Modus ist richtig gut – ich würde ihn mit dem Transparenz-Modus der AirPods Pro gleichsetzen. Aktivieren könnt ihr diesen in der App oder über einen 3x Touch auf einen Ohrhörer.

‎Melomania von Cambridge Audio
‎Melomania von Cambridge Audio

In der App steht zudem ein Equalizer zur Verfügung, um die Soundqualität den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Neben Vorlagen wie R&B, Electronic, Bass, Rock oder Sprache, könnt ihr auch euer eigenes Profil erstellen. Die entsprechenden Regler könnt ihr anpassen und so den für euch besten Sound erzielen.

Auch gut: Ihr könnt einige Touch-Gesten deaktivieren, wenn ihr diese nicht nutzen wollt. Individuelle Touch-Belegungen sind aber nicht möglich. Ihr könnt die Wiedergabe starten und pausieren, die Lautstärke justieren, zum nächsten oder vorherigen Titel springen, Anrufe annehmen oder auch den verbunden Sprachassistenten starten. Die Touchbedienung funktioniert gut, allerdings kann ich mich damit einfach nicht anfreunden. Mit jedem Touch verursacht man auch ein dumpfes Klopfen im Ohr – das mag ich nicht. Die Klick-Steuerung der AirPods Pro gefällt mir besser, obwohl man hier deutlich weniger Möglichkeiten hat.

In der App könnt ihr zudem den Audio-Codec manuell wählen, wobei dieser je nach Gerätetyp automatisch bestimmt wird. Bei iPhones ist es natürlich der AAC-Codec. Ebenso könnt ihr einen Energiesparmodus aktivieren, der den Klang etwas schmälert, aber die Laufzeit verlängert. Firmware-Updates lassen sich hier ebenfalls durchführen, außerdem speichert die App den letzten Standort der Kopfhörer – eine Art „Wo ist?“-Funktion.

Aktiver Lifestyle ist kein Problem

Und die Melomania Touch sind nach Norm IPX5 gegen Spritzwasser und Schweiß geschützt. Demnach steht einem aktiven Lifestyle nichts im Weg und die Kopfhörer eignen sich auch für sportliche Aktivitäten. Durch den sicheren Halt muss man keine Angst haben, dass die Kopfhörer einfach aus den Ohren fallen.

Wirklich guter Klang

Die Klangqualität von Kopfhörern zu bewerten finde ich immer etwas kompliziert und vor allem ist es ein subjektiver Eindruck. Insgesamt gibt es einen abgerundeten und harmonischen Klang, der aber stark Bass-lastig ist. Stellt man dann noch den Equalizer auf Bass um, hämmert es im Ohr richtig stark. Für mich persönlich ist sogar im normalen Modus schon fast zu viel Bass da. Die Höhen und Mitten sind klar hörbar, melodische Songs hören sich gut an. Songs mit viel Rock, Gitarre und Schlagzeug sind in Ordnung, manchmal vermischt es sich aber etwas zu viel.

Der Vorteil hier: In der App könnt ihr den Sound einfach anpassen. Das ist natürlich eine tolle Option, allerdings sollte man hier nicht zu sehr ins Detail gehen. Denn: Will man für jeden Song den besten Klang, müsste man theoretisch jedes Mal den Equalizer anpassen. Das will man natürlich nicht. Demnach sollte man sich ein Profil aussuchen, das zu vielen Genres und dem eigenen Musikgeschmack passt. Insgesamt finde ich den Sound der Melomania Touch sehr gut und ausgewogen.

Ordentliches Gesamtergebnis

Die Melomania Touch sind im aktuellen Zeitalter gute und moderne True-Wireless-Kopfhörer. Die Akkulaufzeit ist gut, das Ladecase mit seinem Bezug sicher nicht die beste Wahl und der Klang weiß zu überzeugen. Eine App ist nicht bei allen Hersteller mit dabei, das ist hier positiv zu bewerten. Hier kann man viele Optionen vornehmen und den Sound anpassen. Das Preis-Leistungsverhältnis empfinde ich als gut, Cambridge Audio ruft 139 Euro auf. Verfügbar sind die Melomania Touch in Schwarz oder Weiß.

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Kommentare 3 Antworten

  1. Die Kopfhörer hören sich echt interessant an. Gut, daß sie auch in schwarz erhältlich sind, denn weiß finde ich bei Kopfhörern einfach schrecklich.
    Das wichtigste bei Kopfhörern ist eindeutig der Klang, der Rest ist erst einmal völlig nachrangig. Das man hier z.B. die Lautstärke direkt am Hörer regeln kann, finde ich sehr erfreulich. Meine bisherigen Sennheiser Momentum True Wireless (1. Generation) können das auch und das brauche ich auf jeden Fall. Mich stört es nicht, wenn ich da kurz auf den Hörer tippen muß.

    Ich weiß nicht, wozu ich bei Kopfhörern das „Ökosystem Apple“ benötige. Die verbinde ich einfach mit dem iPhone und das war es. Zu Hause für den Fernseher oder für Musik (über einen Logitech Media Server) sind andere Hörer da (Over Ear). Daher brauche ich auch keine Kopfhörer von Apple, es gibt viele bessere.

    So wie es aussieht kann man bei den Hörern ja auch bestimmt Schaumstofftips benutzen, denn ohne geht es gar nicht. Der Klang und auch die Abdichtung nach draußen ist wesentlich besser als bei den Silikontips.

    Danke für den Test, das sieht nach einer guten Alternative aus, wenn die Sennheiser irgendwann aufgeben.

    PS: Die Aussage: „dass man aussieht wie Frankenstein“ stimmt eher nicht, es sollte: „dass man aussieht wie Frankensteins Monster“ heißen. 🙂

  2. Mich verwirren die kopfüberstehenden Bilder der letzten Tage. Hat das irgendeine Bewandtnis, denn mir wird dabei leicht schlecht, wenn mein Gehirn denkt, ich steh Kopf. 🙁

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