Kommentar zur Keynote: Beats 1, Beats 1, Beats 1

Auf der WWDC Keynote hat Apple seinen eigenen Streaming-Dienst für Musik vorgestellt. Oder doch nicht?

apple music watch

Als One More Thing hat Apple gestern Abend seinen neuen Dienst Apple Music vorgestellt. Zuvor durften wir einen Blick auf ein aufgefrischtes Mac OS X mit einem sehr gewöhnungsbedürftigen Namen werfen, uns über kleine Neuerungen für das iPhone und große für das iPad freuen und sehen, was die Apple Watch bald kann. Ob wir uns tatsächlich von Spotify abmelden können, war zunächst aber nicht ganz klar.


Nachdem ich im Laufe des Tages mit mehreren Kollegen und Kontakte über die Keynote gesprochen habe, festigte sich mein Eindruck: Die Präsentation von Apple Music war nicht wirklich gelungen. Es blieben viele Fragen offen, die erst nach einem Blick auf die Apple-Webseite geklärt wurden.

Eine halbe Stunde voller Beats 1

Vor allem eine Sache wurde während der letzten halben Stunde der Präsentation immer wieder erwähnt: Beats 1, Apples eigener Radiosender, live rund um die Uhr aus drei verschiedenen Städten. Coole Musik, coole Leute, cooles Radio sollten als Innovation verkauft werden. Ich musste kurz überlegen, dann ist mir aber doch eingefallen, dass ich ein solches Radio bereits besitze – und das funktioniert sogar ohne Internetverbindung und bietet dutzende Sender.

Ziemlich stolz scheint Apple auch auf Connect zu sein, das soziale Netzwerk für Künstler, die dort direkten Kontakt zu ihren Fans aufnehmen und sie mit zahlreichen Inhalten versorgen können. Eine coole Idee, aber vermutlich nur für die wenigsten Nutzer interessant. Bei den Stars sieht es vermutlich nicht anders aus, denn mit Drake hat Apple einen Künstler auf die Bühne geholt, der sicherlich nicht dem größeren Teil der Zuseher ein Begriff war.

Die Konkurrenz muss sich warm anziehen

Das große Feature des neuen Musik-Dienstes hat Apple allerdings verschwiegen. Für 10 Euro im Monat, dank der Familienfreigabe sogar für bestenfalls 2,50 Euro pro Nase, bekommt man kompletten Zugriff auf die gesamte iTunes-Bibliothek mit all seinen Songs, Musikvideos und Alben. 30 Millionen Lieder, immer dabei, immer abrufbar und auf Wunsch offline speicherbar.

Neuesten Erkenntnissen zufolge sollen zwar nicht alle Titel verfügbar sein, beispielsweise sind die Tracks der Beatles wohl kein Bestandteil von Apple Music, aber in Sachen Preis-Leistung dürfte Apple die Konkurrenz locker abhängen. Am Ende macht es halt schon einen Unterschied, ob man mit 60 Millionen monatlichen Nutzern (Spotify) oder 800 Millionen Kunden mit hinterlegten Zahlungsinformationen (iTunes) mit den großen Plattenfirmen verhandelt.

Auch wenn der erste Eindruck auf der Keynote vielleicht nicht ganz perfekt war und Apple den Fokus aus meiner Sicht nicht ganz perfekt gesetzt hat, bin ich sehr gespannt, wie sich Apple Music in der Praxis schlägt. Dank den drei kostenlosen Monaten zum Start wird sich davon jeder ein eigenes Bild machen können. Und Beats 1 gibt es sogar dauerhaft kostenlos. Beats 1.

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Kommentare 44 Antworten

  1. Was den Preis angeht gibt es nix zu meckern und die Familienfreigabe für bis zu 6 Personen ist doch super, jeder kann machen, was er möchte. Wie läuft denn die Bezahlung? Auch über Guthaben? Dann kann man ja den Preis nochmals drücken wenn man immer nur rabattierte Karten kauft.

    1. Wenn es wie bei der derzeitigen Familienfreigabe funktioniert, dann wird die Kreditkarte des Administrators der Familie mit dem vollen Betrag belastet.

      1. Okay; dann klappt das mit dem sparen nicht. Anyway trotzdem bleibt der Preis von 2,5€ pro Nase bei 6 Personen ungeschlagen.

        1. Jegliches Guthaben auf dem Administratorkonto wird jedoch bei Appkäufen berücksichtigt. Eine Kreditkarte ist aber trotzdem Pflicht. Ob das bei einem Dauervertrag direkt übers Konto abgewickelt wird, werden wir dann sehen.
          Der Preis und Umfang sind wirklich sehr verlockend.

          1. iTunes Match wird bei mir trotz hinterlegter Kreditkarte und aktivierter Familienfreigabe direkt von meinem Guthaben bei iTunes abgebucht.

          2. Na dann kann der Preis noch auf 2€ pro Person gedrückt werden 😉 – irgendwann ist aber auch wirklich Schluss mit Sparen. Auch wenn Apple viel verdient, bleibt das Vermögen nicht unbedingt liegen, sondern wird in den Ausbau gesteckt.

          3. Richtig. Apple will sich nur für den Fall, das kein Guthaben mehr da ist, mit einer alternativen Zahlungsoption absichern.

  2. Nun ein solches Radio wäre tatsächlich etwas Besonderes, auch wenn ich nicht glaube, dass sie die ersten sind, die 24/7 einen DJ sitzen haben. Die üblichen Radios spielen in der Nacht, Feiertagen und anderen Gelegenheiten nur eine vordefinierte Playlist.

    1. Nette Idee, aber ich glaube kaum, dass sich Beats 1 länger als sagen wir mal 6 Monate halten wird. Dafür ist Geschmack zu unterschiedlich. Selbst wenn mir jedes zweite Lied dort gefallen würde so wäre immer noch bei 50% der Titel die „Gefahr“, dass ich zu einem anderen (Web)Radio schalte und dann dort hängen bleibe.

      1. Ich denke Beats 1 hat deswegen die „1“, weil ihm andere mit wahrscheinlich anderen Stilrichtungen folgen werden, so dass möglichst viele zufrieden sind.

  3. Für mich steht und fällt das Angebot mit der Möglichkeit, die Playlisten auch offline auf meinen iPods zu speichern.
    Sollte technisch ja keine allzu große Hürde sein, die Lizenz alle paar Wochen (zB durch Anschluss an den Computer) auf Gültigkeit zu prüfen.

      1. Sicher? Bisher habe ich nur von der generellen Möglichkeit gelesen, Playlisten offline zu speichern. Das allein spricht aber nicht gleichzeitig auch dafür, dass ich eben jene Playlisten auf andere Medien (iPods) verteilen darf.

  4. Was für ein Gedöns um Webradio und Streaming. Wie langweilig. Wer Lust auf Musik hat, hat bereits jetzt die volle Auswahl von kostenlos bis ein paar Euro im Monat. Apple Musik wird sterben wie Ping und die Watch.

  5. Man muss halt mal abwarten, wie das Angebot an Musik am Ende aussehen wird. Alles von iTunes klang ja erst nicht schlecht, dann schon Einschränkungen und die für mich wichtige Frage, ob das Angebot auf dem nationalen iTunes-Store basiert oder international sein wird, habe ich noch nirgends beantworten können. Ich habe bisher Streaming-Dienste gemieden, da sie einfach kein passendes Angebot für mich hatten. Ich habe mal bei Spotify geguckt und von den 10 Künstlern, die ich in dem Monat am häufigsten gehört hatte waren nur 2 Titel verfügbar (gegen ca. 100 in meiner Sammlung und eigentlich wollte ich ja Titel, die ich nicht bereits besitze^^).

  6. Für die, die den Begriff „El Capitan“ nicht gleich zuordnen konnten und an einen Kapitän denken mussten, mag der Name vielleicht erstmal komisch klingen. Aber er macht durchaus Sinn, den anders als Yosemite, was optisch ein ganz neues OS war, ist El Capitan „nur“ eine Weiterentwicklung von Yosemite. Deshalb ist man bei dem Namen auch im Yosemite Nationalpark geblieben.

    iOS 9 finde ich richtig gut. Bessere Performance kann nur schwer einen Wow-Effekt auslösen, aber ich bin sehr glücklich über diese Verbesserungen. Und die neuen Features sind für mich auch überzeugend. Mein Highlight von iOS 9 ist ganz klar das Multitasking. Aber auch die öffentlichen Verkehrsmittel in der Karten App sind toll, ich hoffe nur, dass diese schneller in vielen Städten verfügbar sind, als die 3D Gebäude.

    Ich habe noch kein Account bei einem Streaming Dienst. Deshalb bin ich vielleicht auch leichter von  Music zu überzeugen, als jemand mit einem Spotify Account. Leuten wie mir hat Apple den Dienst wirklich sehr schmackhaft gemacht, ich werde ihn auf jeden Fall abonnieren (nennt man das so?!). Und ich bin überzeugt davon, dass der Dienst sich auch durchsetzen wird. Dann wird Connect zwangsläufig auch erfolgreich sein.

    Man kann sicherlich darüber streiten, ob die Präsentation von  Music gelungen war. Ich sehe es auch so, dass bei der Präsentation einiges unklar geblieben ist und erst die Apple Webseite Aufschluss gegeben hat. Aber das war in vergangenen Keynotes schon häufiger der Fall. Apple hat sich darauf konzentrieren, den Dienst „cool“ zu präsentieren. Und das hat meiner Meinung nach geklappt.

    Die größten Überraschungen waren aber für mich, dass Swift Open Source wird und das es Apple Music auch für Android geben wird. Apple öffnet sich unter Tim Cook immer weiter. Das mit Swift ist großartig, bei der Android Sache muss man abwarten. Sollte sich Apple Music durchgesetzt haben, wird es Apples User Zahlen deutlich erhöhen, eine schlechte Idee ist es also gewiss nicht. Es widerspricht nur ein wenig der Unternehmensphilosophie.

    Manchmal musste Apple einsehen, dass es ein Fehler war, manchmal war es aber auch genau die richtige Entscheidung. Mal schauen, was es bei diesem Fall sein wird…

  7. Ich schätze auch mal ganz einfach, dass Dr. Dre mit darauf bestanden hat, dass er „auch mal was machen darf“. Schließlich stand er aktuell im schatten. Jetzt mit seinem neuem Reiter auf der Apple Homepage und der 30min Vorstellung Keynote ist er bestimmt erstmal befriedigt 😀

    1. Die Beats V2 Reihen waren bisher aber auch ein guter Erfolg unter der Obhut von Apple. Auch wenn ich den nicht wechselbaren Akku eher als Nachteil betrachte.

      1. Klar! 🙂
        Schade an der ganzen Sache ist eigentlich nur, dass im Falle des Falles wieder ein kleines Unternehmen (Spotify) dran glauben muss. (Frei nach dem Motto: Der größere frisst den kleineren, so lange er es noch kann).
        Am Ende stehen eh wieder nur 4 Mächtige Firmen da, den alles gehört:
        Apple, Microsoft, Facebook und google.
        Und irgendwann kommt dann noch eine Revolution… (Weil sie zu viel Macht haben….)……… 😀
        Das führt doch alles zu nichts xD

        1. Das ist überall so – Oligopole sind nunmal an der Tagesordnung. Die aktuelle Finanzlage zwingt die „Großen“ nur noch mehr für Investitionen in erfolgreiche Projekte aus aller Welt – es lohnt sich nicht die Umsätze nach hause zu holen und versteuern zu lassen.
          Damit wird es jede Menge erfolgreiche StartUps geben, die die großen vier als Rückendeckung haben. Ich finde es nicht wirklich schlecht.

  8. Für mich war die keynote auch spannend. Und ich begrüße die vorgestellten Verbesserungen sehr. Ja, große Wellen kann man mit Optimierungen des Bestehenden sicher nicht schlagen. Aber meine Erwartungen wurden auf jeden Fall deutlich übertroffen. Musik interessiert mich nicht so, aber der Rest…

  9. Yeaahh, bin ich der einzige hier, der solch Streaming-Zeug – zum Glück – nicht braucht?
    Jahre langes sammeln von Mucke zahlt sich irgendwann doch aus 😉 Und auch wenn man 30 Mio. an Songs hat, so hat man lange nicht alle.
    Ich kaufe mir im Schnitt 50 Songs und ein paar Alben im Jahr und ergänze damit meine Sammlung. 10 EUR im Monat ist zumindest für mich viel zu viel.

    Ich vergleiche das gerne mit so Abos wie Sky … früher Premiere. Hatte ich mal und war zu Beginn auch ganz nett. Irgendwann kommst du an den Punkt, wo man alles gesehen hat und die Neuerungen kommen nur dünn nach. Und dann wird das Abo teuer.

    Leute, kauft euch Mucke. Die habt ihr dann auch. Wenn das Abo beendet wird, habt ihr nix.

    1. Gähn.. Sorry, Du kommst auch noch irgendwann im 21. Jahrhundert an. ?
      Hab meine 70 GB-Sammlung seit 2 Jahren Spotify nie wieder angerührt und werde das auch nicht mehr tun.

      1. genauso geht es mir auch! Und seit es Spotify und Co. gibt, gebe ich übers Jahr gerechnet wesentlich mehr Geld für Musik aus als früher. Habe dafür aber auch unendlich mehr Auswahl. Ichh höre seit Spotify viiiiel mehr Musik als früher und lerne auch viel mehr neue Musiker kennen und lieben. Und Musik besitzen? Was bedeutet denn eigentlich „Besitz“? Früher habe ich auch mal so gedacht aber die Zeiten ändern sich und die Musiker sind sicher froh, das iTunes und Co. jetzt wieder richtig Asche in deren Kassen spülen.

    2. Geht mir ebenso, eventuell bin ich altmodisch, aber ich möchte für mein erarbeitetes Geld auch Besitz erwerben und nicht nur “ leihen „.

    3. 50 Songs á 1€ + ein paar Alben. Da bist du auch nicht so weit von 120€ im Jahr für den Zugriff auf eine riesige Bibliothek entfernt. Soweit zum Preis (der bei Familien deutlich sinkt!).
      Und wie Tommambur schreibt: Seit ich Spotify nutze habe ich meine 120GB mühsam digitalisierte CD Bibliothek nicht mehr genutzt. Nur, wenn Spotify etwas nicht hätte…. Und das dürfte mit Apple Music seltener werden.

    4. Ich renne jedes mal mit einer komplett anderen Playlist. Das sollte als Antwort darauf reichen.
      Die selbe Musik langweilt mich auf Dauer. Deswegen schaue/besitze ich seit Ewigkeiten auch keinen Fernseher mehr.

  10. An dem Tag, als ich im Yosemite Nationalpark am El Capitan vorbeigefahren bin, ist kurz zuvor ein Bergsteiger abgestürzt. Deshalb wusste ich sofort, was Apple mit dem neuen Namen gemeint hat…

  11. Hey Appgefahren,

    ich suche verzweifelt nach einer offiziellen Info dass der Zugriff auf gesamt iTunes ist.
    Überall steht nur „Apple Music Bibliothek“ und die kann genauso groß / kleiner sein wie Spotify, oder nicht?

    1. Die Musiker haben Teil an jedem einzelnen Abspielen. Wirklich beschweren tun sich nur die Großen, die an unverhältnismäßige Albumpreise gewöhnt sind. Im Gegenteil wird die Gemeinschaft der Musiker als Ganzes durch Streaming viel mehr gefördert als durch jedes andere Medium. Auch auf lange Zeit gesehen.

      Selbst wenn nur 5% der iTunes zahlenden Kunden daran Interesse haben, wird es zu einem der größten Sprünge in dieser Branche seit Langem.

  12. Wie bitte kommt ihr auf den Preis von 10 Euro?!
    In der entsprechenden Pressemitteilung ist die Rede von 10 US Dollar.
    10 US Dollar, sind keine 10 Euro .. zumindest nicht nach meinem Wissenstand.

    Zudem ist noch gar nicht so genau klar, ob der 30 so sicher ist. Nicht in allen angekündigten Laendern steht naehmlich auf der Music seite, wie es im Amerikanischen Store steht, der 30ste als Ankündigung. Im Deutschen Store z.B. steht nur .. kommt bald.

    Ich haette da mal gerne etwas genauere Infos.

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