Bluesky (App Store-Link), das dezentrale soziale Netzwerk, das als Konkurrenz zu X (ehemals Twitter) an den Start ging, hat mit der Einführung von Gruppenchats einen weiteren Schritt gemacht, um seine Plattform attraktiver zu gestalten. Die neue Funktion, die in der Version 1.124 verfügbar ist, ermöglicht es Nutzern und Nutzerinnen, in Gruppen mit bis zu 50 Personen vertraulich zu kommunizieren. Damit reagiert Bluesky auf den wachsenden Bedarf an Community-Funktionen und setzt einen klaren Gegenpol zu X, das sich mit der eigenständigen XChat-App auf Messaging konzentriert.
Die Gruppenchat-Funktion von Bluesky bietet den Erstellern volle Kontrolle: Sie können Einladungslinks generieren, die in Beiträgen eingebettet werden, und festlegen, wer teilnehmen darf. Teilnehmende können wiederum selbst bestimmen, wer sie zu Chats einladen darf: Jeder, nur Personen, denen sie folgen, oder niemand. Standardmäßig ist die Option „nur Personen, denen du folgst“ aktiviert. Medien in Gruppenchats werden vorerst nicht unterstützt, da Bluesky hier noch an Sicherheits- und Moderationssystemen arbeitet.
Communities als neues Zentrum der Plattform

Bluesky verlagert damit seinen Fokus von einem reinen Posting-Netzwerk hin zu einer Plattform, die Communities in den Mittelpunkt stellt. Alex Benzer, Produktleiter bei Bluesky, erklärte gegenüber TechCrunch, dass Communities kleinere Bereiche innerhalb der Plattform sein werden, in denen User tiefer in Themen eintauchen und mit Gleichgesinnten zusammenkommen können. Das Ziel ist es, mit Unterstützung des AT-Protokolls, Blueskys dezentrale Technologie, mehr Community-Funktionen aufzubauen. Communities erhalten eigene URLs, beispielsweise „community-name.bsky.social“ und können als öffentlich, nur auf Einladung oder privat eingerichtet werden.
Mit rund 44,8 Millionen registrierten Nutzern und Nutzerinnen bleibt Bluesky weit hinter X mit 600 Millionen monatlich aktiven Usern zurück. Doch statt auf reines Wachstum zu setzen, will das Unternehmen durch spezifischere soziale Vernetzung punkten: Neben Gruppenchats bietet die aktualisierte App auch personalisierte QR-Codes zum Teilen von Profilen.
mu als neue europäische Bluesky Web-App

Wer die Plattform von Bluesky nutzen, aber nicht den US-amerikanischen Hauptzugang des sozialen Netzwerks verwenden möchte, findet seit einigen Wochen mit Eurosky eine europäische Alternative. Dort lässt sich kostenlos ein Account für den europäischen Bluesky-Server eurosky.social erstellen, und die Plattform sowie weitere europäisch gehostete Dienste nutzen. Zu diesen gehört auch die Bluesky-App Flashes vom deutschen Entwickler Sebastian Vogelsang, über die wir hier im Blog auch bereits berichtet haben.
Mit mu bzw. mu.social gibt es nun auch eine europäische Alternative zur offiziellen Bluesky-Website und Web-App, die von Eurosky ins Leben gerufen wurde. Sie steht seit gestern zur kostenlosen Nutzung in einer ersten Betaversion zur Verfügung. „mu wird in Europa auf einer unabhängigen Infrastruktur betrieben und gehostet“, berichtet das Eurosky-Team dazu. Derzeit steht es allen 44 Millionen Nutzern und Nutzerinnen von Bluesky offen.
Das Entwicklerteam von mu plant, in jeder Woche neue Features zu veröffentlichen, beispielsweise einen individuell anpassbaren Newsfeed, die Bearbeitung von Beiträgen und vieles mehr. Bereits gestern hat man angekündigt, dass man die nachträgliche Beitragsbearbeitung schon umgesetzt habe. Zudem verzichtet man komplett auf ein Daten-Profiling und Tracking und verspricht, die Nutzerdaten niemals zu verkaufen. Ob es bald auch eine mobile App für iOS und iPadOS von mu geben wird, ist bislang noch nicht kommuniziert worden. In der Zwischenzeit könnt ihr appgefahren bei Bluesky folgen, dort sind wir mit einer Mastodon-Bridge vertreten.
