Gibbets 2: Makaberes, aber witziges Menschen-vom-Galgen-schießen

Dass der App Store mit so einigen skurrilen Veröffentlichungen aufwarten kann, ist ja bekannt.

Ein solches Casual Game wie Gibbets 2 (App Store-Link) habe aber auch ich noch nicht gesehen. Gibbets 2 ist seit dem heutigen 13. September im Store verfügbar und kostet zur Veröffentlichung kleine 79 Cent. Die 28,3 MB große App ist auch in deutscher Sprache spielbar und beinhaltet über 50 verschiedene Level.


Die Entwickler von HeroCraft, die sich auch schon für das 3D-Puzzle-Spiel Cuboid verantwortlich zeigten und bereits eine erste Gibbets-Version für iPhone und PC herausbrachten, bieten mit ihrem neuen Titel eine neue Variante des Galgenspiels. Hier geht es aber nicht darum, Wörter zu erraten, vielmehr sind die Bogenschützen-Fähigkeiten des Gamers gefragt.

Als Mischung aus Arcade-Spiel und Puzzle ist es die Aufgabe des Nutzers, mit einer bestimmten Anzahl an Pfeilen arme, am Galgen baumelnde Menschen zu retten. Diese haben noch eine bestimmte Lebensdauer, die über einen Balken über ihren Köpfen angezeigt wird. Mit einer einfachen Wischbewegung über den Bogen bestimmt man die Weite und Höhe des Schusses, und lässt dann los – in der Hoffnung, dass der Pfeil genau das Seil zwischen Mensch und Galgen trifft.

Da man erst einmal einige Übungsshots benötigt, um präzise treffen zu können, lässt es sich fast schon nicht verhindern, dass der eine oder andere Pfeil auch die Personen trifft. Dies hat natürlich Auswirkungen auf ihren Lebensbalken – zu unsicher sollte man also nicht sein, wenn man die armen Seelen noch retten will, bevor sie ihren letzten Atemzug getan haben.

Damit es nicht langweilig wird, ist Gibbets 2 immer wieder mit kleinen Bonus-Leveln gespickt, in denen beispielsweise Aasgeier mit Pfeil und Bogen abgeschossen werden müssen. In den späteren Leveln kommen außerdem Portale und Pick-Ups zum Einsatz, die den Spieler mehr und mehr zu logischem Denken auffordern, um die Abschnitte zu bestehen. Auch gibt es neben drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden Bonuspunkte für das gleichzeitige Treffen von mehreren Leuten mit nur einem Pfeil, sowie eine Game Center-Anbindung für Erfolge und Highscores.

Das Spielprinzip ist sicherlich nicht gerade kinderfreundlich, aber macht doch einen Heidenspaß, die Armen vor dem Strick zu retten. In der App-Beschreibung ist von einer Freigabe ab 9 Jahren die Rede. Ich persönlich finde jedoch, dass trotz der verharmlosenden Comicgrafik Blutspritzer und das Aufstöhnen der mit Pfeilen getroffenen Gehängten nicht gerade für Kinder ab diesem Alter geeignet sind. Wer mag, kann sich in der ebenfalls erhältlichen kostenlosen Testversion (App Store-Link) ja ein erstes Bild machen.

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Kommentare 10 Antworten

  1. Nein danke, wenn ich bedenke wie viele selbstmorde es durch erhängen, wie viel leid deren angehörige ertragen, und ich sitze dann (ahnungslos) daneben dies game zockend?

    1. Am besten bestell doch gleich deine Tageszeitung ab. Dein Internetanschluss und Rundfunk hast du ja sicher schon lange gekündigt. Und am besten nicht mit fremden Menschen sprechen. Wer weiß was für ein Schicksal Sie haben. Vielleicht sagt man ja was falsches.

      Ziemlich Selbstgerecht von dir…

      1. Jenes betreibe ich aber nicht aktiv, bzw finde es auch noch anmüssant. Da liegen welten dazwischen.

        Aber klar das ich mit meiner meinung in der minderheit bin und dislilkes bekomme.
        Heut zu tage gehört es bei vielen zum guten ton sich selbst zu verstümmeln ala jackass, oder es lustig zu finden wenn ein mensch immer tiefer fällt und sich dabei den kopf blutig schlägt und gliedmaßen abtrennt.

        Jedoch bin ich aber auch keine 16-25 mehr wie der großteil hier, sonder ü30 und mache mir sogar schon gedanken, jene über mein eigenes ich hinaus gehen. Also verzeiht mir bitte meinen moralpredigenden ausrutscher..

        1. Das hat damit doch gar nichts zu tun. Aber wenn hier über Spiele wie Infinity Blade, Wild Blood und sonstige berichtet wird sind das für dich Spiele die okay sind ?

          Gewalt ist in den heutigen Medien (egal ob TV, Zeitung oder Videospiele) einfach ein Bestandteil. Und wer diesen nicht möchte sollte sich solche Medien nicht zulegen.

          Auch aktiv oder passiv macht finde ich keinen Unterschied. Ein Spiel in Comicgrafik mit einfachen animationen ist wohl auch nicht gleicher Brutalität wie manche Filme, obwohl aktiv.

          Desweiteren zwingt dich keiner solche Spiele in der Öffentlichkeit zu spielen. Ich finde das Gehört eher zum guten Ton als hier predigend über die Angehörigen von Suizidopfern zu mahnen…

          Und dein Argument mit dem Alter? Sowas kenne ich von frisch 18-Jährigen welche sich profilieren. Es Gibt 20 Jährige die sich mehr Gedanken über das Leben, Moral und Ethik machen als manch 35 Jähriger…

  2. Leute, kommt mal runter. Es ist nur ein Spiel.
    Manhunt, Postal 2, Soldier of Fortune, Doom, Quake und Wolfenstein sind auch brutal, aber es ist nicht real.

    Politiker die solche Spiele tatsächlich für real halten, machen mir mehr Angst als die Leute die das spielen.

    1. Sehe ich eh auch so, und auch hier sei jedem frei gestellt es zu spielen. Aber meins ist es halt nicht.

      Jedoch gibt es schon auch noch mal nen unterschied zwischen gewalt & moral. Und das die moral immer mehr verkommt finde ich traurig.

  3. Toll das manch einer hintergründig u. feinfühlig nachdenkt was er nicht machen will. Wenns auch stark übertrieben ist. Denn so ne Situation wird real kaum eintreten.

    1. Auch wenn das jetzt sehr persönlich ist, und ich sicherlich auch deshalb „übertrieben“ reagierte. Jedoch bei mir ist jenes eingetreten & es kann jedem hier schneller passieren als ihm lieb ist. Dessen sollte man sich im klarem sein und dankbar wenn man von solch schicksalsschlägen verschont blieb.
      Meine Mutter ging als ich ein kind war auf jene weise von mir.

  4. Ich finde solche Spiele geschmacklos.
    Es ist etwas, was nicht seien muss.
    Aber wir leben in einer beknackten Welt und wir können nicht leugnen, dass es Menschen gibt die solche Spiele brauchen und auch jene, die Unfalltouristik betreiben (aufgeilen an der Unfallstelle ist eine anerkannte Krankheit). Also leben und leben lassen, aber Wehe, wenn mir einer von solchen zu nah kommt. Da zuckt schon meine Armbrust ;o)

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