iPhone 17 Pro in Orange.

Italien verhängt Rekordstrafe gegen Apple wegen iPhone-Datenschutzfunktion

Fast 100 Millionen Euro

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Datenschutzfunktion auf dem iPhone.

Apple kassiert in Italien eine empfindliche Niederlage: Die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM hat den iPhone-Hersteller wegen seiner Datenschutzfunktion App Tracking Transparency mit einer Geldstrafe von 98,6 Millionen Euro belegt.

Worum geht es beim „App Tracking Transparency“?

Seit der Einführung von iOS 14.5 im April 2021 müssen Apps auf iPhones und iPads ausdrücklich um Erlaubnis bitten, bevor sie Nutzer über Apps und Websites hinweg für personalisierte Werbung tracken dürfen. Diese Regelung ist Teil von Apples „App Tracking Transparency“ (ATT). Entscheidet sich man sich für die Option, dass die App keine Aktivitäten tracken darf, erhält die App keinen Zugriff mehr auf die Werbe-ID des Geräts.


Einerseits stärkt diese Funktion klar den Datenschutz, andererseits sorgt sie seit Jahren für Ärger bei Entwicklern und Werbetreibenden – und genau hier setzt die Kritik der italienischen Behörde an.

Behörde sieht Missbrauch der Marktmacht

In einer Pressemitteilung erklärte die AGCM, die ATT-Regeln seien „unverhältnismäßig“ und „schädlich“ für App-Entwickler und die Werbebranche. Letztlich kam die Behörde zu dem Schluss, dass Apple seine marktbeherrschende Stellung im EU-Markt missbraucht habe.

Zwar stellte die AGCM klar, dass sie grundsätzlich keine Einwände gegen Maßnahmen hat, die den Datenschutz und die Sicherheit verbessern, allerdings gehe die Datenschutzfunktion aus ihrer Sicht zu weit, weil die Funktion für Drittanbieter eine übermäßige zusätzliche Belastung darstelle.

Problem der „doppelten Einwilligung“

Besonders kritisch sieht die Behörde die sogenannte doppelte Einwilligung. iPhone- und iPad-Nutzer in der EU werden nämlich sowohl mit ATT-Abfragen als auch mit DSGVO-bezogenen Zustimmungshinweisen konfrontiert. Diese doppelte Zustimmungspflicht sei nicht nur verwirrend, sondern schade vor allem Entwicklern und Werbetreibenden.

Nach Ansicht der AGCM hätte Apple den gleichen Datenschutz auch mit weniger wettbewerbsbeschränkenden Mitteln erreichen können. Dadurch, so die Behörde, wären zusätzliche Hürden für Drittanbieter vermieden worden.

Profitiert Apple finanziell?

Darüber hinaus stellte die Regulierungsbehörde fest, dass die „App Tracking Transparency“ Apple finanzielle Vorteile verschaffen könnte. Zwar gilt die Funktion formal auch für Apples eigene Apps, allerdings erscheint dort keine ATT-Abfrage. Der Grund: Apple gibt an, Nutzer nicht über andere Apps und Websites hinweg zu verfolgen.

Genau dieser Umstand sorgt jedoch für Kritik, weil Apple damit gegenüber Drittanbietern im Vorteil sei.

Apple kündigt Berufung an

Apple will das Urteil nicht hinnehmen. In einer Stellungnahme, die mehreren Medien vorliegt, kündigte das Unternehmen an, Berufung einzulegen. Gleichzeitig betonte Apple erneut die Bedeutung der Datenschutzfunktion für den Schutz der Privatsphäre.

Bereits Anfang des Jahres hatte Apple gewarnt, dass der zunehmende regulatorische Druck, unter anderem aus Italien, Frankreich, Deutschland, Polen sowie von der EU-Kommission, dazu führen könnte, dass Datenschutzfunktionen in der EU komplett eingestellt werden müssen.

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Freddy
Seit 2010 als (Mit)-Gründer dabei, habe ich die zahlreichen Gerüchte rund um neue Apple-Produkte immer im Blick. Im Bereich Smart Home teste ich liebend gerne Saug- und Wischroboter, schaue mir HomeKit- und Matter-Gadgets an und fülle unsere Social Media-Kanäle bei Instagram, TikTok und Threads mit Leben.

Kommentare 8 Antworten

  1. Wenn ich wegen der Profitangst nun Einschränkungen und kompliziertere Abläufe in meinen Geräten hinnehmen muss, fände ich das fatal. Ich möchte weiterhin Werbetreibenden meine Daten verheimlichen können! Oder sie zahlen mir dafür Geld.

    1. Ist leider echt schlimm, dass das eingeschränkt werden soll. Ich möchte auch kein Tracking und es wird uns als Fortschritt verkauft.
      Die EU mag ja einiges erreicht haben, hier werden aber nicht die Verbraucher geschützt, sondern die Konzerne gepudert.

      1. Naja es gebt unteranderem auch darum dass nur andere Apps diese abfrage haben und bei Apple Apps nicht. Der App Store hat aber schon Werbung und Maps soll welche bekommen. Wie und was da dann getrackt wird wissen wir nicht.

  2. Italien hat die besten Richter, die man für Geld kaufen kann.
    Kann doch echt nicht wahr sein, dass Apple etwas einen Riegel vor die ganzen schamlosen Datenschnüffler schiebt und dafür horrende Strafen zahlen soll.

  3. Italien schützt nicht die Interessen ihrer Bürger sondern die Profite von großen Werbetreibenden und Appanbietern. Das ist bedauerlich und zudem ein Alleingang innerhalb der EU. Meloni dient den amerikanischen Großkonzernen, schade.

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